15 filmische Leiwandheiten, Pt.1
W-Bär, 20.6.2009
Flicks, die keiner kennt, die man aber unbedingt gesehen haben sollte!

   Die LL steckt quasi in der sprichwörtlichen Bredouille. Obwohl wir gern wollen würden, schaffen wir es leider nicht mehr, öfter als 1x im Monat updatetechnisch Schindluder zu treiben. Das hängt einerseits damit zusammen, dass wir zwar schon ausreichend schrullige Flausen im Kopf hätten, aber unsere haderlumpigen Brotberufe einfach nicht mehr allzuviel Zeit für LL-tauglichen Schabernack übrig lassen und andererseits sei auch noch angemerkt, dass ein gehöriger Batzen Kreativität derzeit in die Vorbereitungen unseres neuesten Zwergenflicks "Vienopolis" - eine Art post-apokalyptisches Wienerlied in souveräner McGuffin-Manier - gezwirbelt wird (für den übrigens nach wie vor ein paar vakante Rollen zu besetzen wären ...)
   Aber wir geloben wie immer Besserung und schieben gleich wohlgemut ein nigelnagelneues, pfundiges Einkaufslistchen für die nächste Videotheks-Exkursion hinterher. Schließlich hat man ja einen Ruf als ausgebufftes Filmschlitzohr zu verteidigen. Da der Arbeitstitel "15 Filme der letzten zwei Jahre, die vermutlich keiner kennt, die man aber unbedingt gesehen haben sollte" zugegebenermaßen ziemlich unsexy klingt und wir Pappenheimer von der LL euch auch nicht unnötig piesacken wollen, präsentieren wir euch jetzt mit stolz geschwellter Brust und ohne weitere Ausschweifungen:

15 filmische Leiwandheiten (und ein paar zerquetschte) ...

Jack Brooks Monster Slayer
USA, 2007
Regie: Jon Knautz
Starring: Trevor Matthews, David Fox,
Rachel Skarsten, Robert Englund

   Als Jungspund musste unser Held Jack Brooks mitansehen, wie seine Eltern von einem garstigen Monster gefressen wurden. Was bleibt einem da anderes übrig, als zum Monsterjäger zu werden? Eben! Also macht sich sich der Installateur unseres Vertrauens, mit einer gehörigen Portion auf­gestau­ter Wut, auf um ein schiaches, schleimtriefendes Unding zu malträtieren. Und das macht mitunter ganz schön Laune. Als Draufgabe gibt's außerdem einen Kurzbesuch von Horror-Urgestein Robert Freddy Kruger Englund - Teil 2 ist bereits in Arbeit. Website, Trailer!

Midnight Meat Train
USA, 2008
Regie: Ryûhei Kitamura
Starring: Bradley Cooper, Vinnie
Jones, Leslie Bibb, Brook Shields

   In "Midnight Meat Train" (die Original-Story stammt übrigens von Clive Barker) setzt sich Vinnie Jones als abgebrühter Fleischhauer gern in Züge und murkst dort mit Vorliebe pünktlich um Mitternacht unsanft Leute ab. Eines Tages wird er dabei vom aufstrebenden Fotografen-­Wunder­wuzzi Bradley Cooper beobachtet. Der wittert wiederum eine Batzen-Story und beschließt einen auf Stalker zu machen. Was natürlich der Prämisse des Films entsprechend ein gehöriger Griff ins Leere ist. "MMT" kommt auf den ersten Blick als waschechter Killer-Thriller daher, entpuppt sich aber schon bald als abgedrehtes Horror-Märchen mit veritabler Slasher-Optik. Samt selten ungustiösen Beuschel-Attacken, einem wie immer höchst oberfiesen Mr. Jones und der grauslichsten Augehupftinzeitlupe­aus­augen­höhle­richtung­kamera-­Szene aller Zeiten.  Website,  Trailer! 

Taken
Frankreich, 2008
Regie: Pierre Morel
Starring: Liam Neeson, Maggie
Grace, Famke Janssen, Holly Valance

   Langweiler Liam Neeson als popotretender Rache-Engel? Unpackbar, aber wahr. In "Taken" ist Neo-­Action­held Neeson als ehemaliger Geheimdienstler unterwegs, dessen Tochter bei einem Urlaubs-Trip in Frankreich von ein paar fiesen Schurken entführt wird, um als Sex-Sklavin versteigert zu werden. Aber die Halunken haben die Rechnung ohne den Herren Papa gemacht, der sich schnurstraks nach Übersee begibt, die Stinkbolzen aufspürt und ohne lange zu fackeln, einem nach dem anderen zeigt, wo der ehemalige Geheimdienst-Bartl den Most herholt. Die verblüffende, unverhofft leiwande Kompromisslosigkeit von "Taken" erklärt sich bei näherer Betrachtung allein durch die Tatsache, dass hier niemand geringerer als Luc Besson seine Griffel mit im Spiel hatte. 1A-Franzosenthrilleraction vom Feinsten. Website, Trailer!

JCVD
Belgien/Frankreich, 2008
Regie: Mabrouk El Mechri
Starring: Jean-Claude Van Damme

   "JCVD" ist ein Kuriosum der ganz besonderen Art. Zum einen, weil wir es hier mit einem waschechten Jean-Claude Van Damme-Flick zu tun haben und zum anderen, weil trotzdem oder gerade deshalb eine uneingeschränkte Vergenuss­zwergelungs­freigabe erteilt werden kann. In "JCVD" spielt der Brüsseler Muskelberg (aka The Muscles from Brussels) ein abgehalftertes Actionstar-Laberl names Jean-Claude Van Damme (ergo sich selber), das samt Drogenproblemen und versenkter Schauspiel-Karriere in seine Heimatstadt zurückkehrt, nur um schwuppdiwupps in einen fatalen Bankraub verwickelt zu werden. Mitten drunter gibt's plötzlich auch noch einen abgedrehten, französischen Kunstquargl-Monolog zu sehen, in dem sich Van Damme so ziemlich alles von der Seele raunzt, was ihn gerade zwickt. Und das derart tränendrüsendrückerisch, dass einem fast selber gleich selbige kommen könnten. Der alte Sack demontiert sich sozusagen mythostechnisch quasi im Alleingang und trumpft unerwarteterweise mit einem gehörigen Batzen Selbstironie auf. Hätte man ihm so nie zugetraut. Website, Trailer!

Hamlet 2
USA, 2008
Regie: Andrew Fleming
Starring: Steve Coogan, Catherine
Keener, David Arquette, Amy Poehler

   Genug der schnöden Tschinbummfilmchen. "Hamlet 2" kommt ganz ohne testosteron­ge­schwäng­erter Macho-Action aus und ist ver­mut­lich einer der lustigsten Filme aller Zeiten. Und das hat vor allem einen Grund, und der hört auf den Namen Steve Coogan. Der Mann glänzt nach seinem fulminanten Auftritt in "Tropic Thunder" (als durchgeknallter Regie-Berserker Damien Cockburn) wiederholt derart ungeniert, dass einem fast schwindelig werden könnte. In "H2" ist er als erfolgloser Schauspieler zu sehen, der als Lehrer an einer High School unterrichtet und dort mit Hilfe seiner Schüler eine äußerst eigenwillige Fortsetzung von "Hamlet" inszeniert, in der auch eine Zeitmaschine und ein sexy Jesus eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Und als besonderes Zuckerl gibt's ein Wiedersehen mit der grandiosen Elisabeth Shue. Website, Trailer!

Fortsetzung folgt ... W-Bär





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