Danny Trejo
W-Bär, 28.10.2003
   Geboren am 16. Mai, 1944, Los Angeles, Ex-Knacki, Titelverteidiger im Leicht- und Mittelschwergewicht, und Cousin von Robert Rodriguez (was na­tür­lich jetzt auch einiges erklärt ...)

   Schon als junger Spund dem Drogen­konsum nicht abgeneigt, verbrachte der Gute Danny mit ein paar Auszeiten bis jetzt ca. elf Jahre seines Lebens im Häf'n. Während seiner Zeit in San Quentin, Amerikas berüchtigster Pension für Schwerverbrecher, gewann er sogar einmal die Leicht- und Mittelschwer­gewichtstitel im Boxen. Mitte der 80er Jahre dürfte er es dann irgendwann Dicke gehabt haben und er beschloss seinem Leben eine radikalte Kursänderung zu verpassen. Ein 12-Schritt-Rehabilitations­programm, das er aufgrund seiner jüngsten Verurteilungen für bewaffneten Raubüberfall und übermäßigen Drogenkonsum aufgedrängt bekam, dürfte ihn dann wohl auch tatsächlich gerettet haben.
   Während eines Meetings der Anonymen Kokainabhängigen lernte er 1985 schließlich einen jungen Drehbuchautor kennen, der sichtlich von Trejos Boxkünsten angetan war und ihn vom Fleck weg für sein nächstes Projekt engagierte: der Film hieß „Runaway Train" (1985) und Trejos Job war, die beiden Hauptdarsteller (Jon Voight und Eric Roberts) für eine Boxszene zu trainieren. Und das immerhin für sagenhafte $350 pro Tag. Und dann ging's Schlag auf Schlag: "Runaway Train"-­Regisseur Andrei Konchalovsky ("Tango und Cash") sah Trejo wie er gerade dabei war Eric Roberts ein paar geschmei­dige Uppercuts beizubringen, und war von Trejos Darbietung dermaßen beeindruckt, dass er ihm kurzerhand eine Rolle als Boxer im Film anbot. Der Startschuss für eine beispiellose Hollywoodkarriere als fieser Oberschurke. Seitdem durfte Danny Trejo in über 70 Filmen grimmig dreinschauen und einige Hauptdarsteller vermöbeln.
   Zu seinen bisherigen Filmpartnern zählen u.a. Robert DeNiro, Al Pacino, Antonio Banderas, Vin Diesel, Selma Hajek, Johnny Depp, Samuel L. Jackson, Willem Defoe, Chow-Yun Fat, Nicholas Cage, Jon Voight, Eric Stoltz, Steve Buscemi, John Cusack, Gary Sinise, Jennifer Lopez, John Malkovic, Ben Affleck u.v.a.
   Sein Rollenprofil ist zwar ein klein wenig festgelegt (meistens haben seine Charaktere überhaupt keine Namen, sondern laufen im Abspann lidiglich unter: Prisoner, Hitman, Boxer, Kubaner, Tätowierer, Mexikaner oder Scarface), und auch wenn er in vielen seiner Filme überhaupt nichts sagen, sondern im besten Fall nur ein bisl knurren darf: seine Filmtode sind legendär und bei diesem Lebenslauf verfügt wohl niemand über mehr Credibility als der Meister himself. W-Bär




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