W-Bär's fidele Flick-Vorschau 2007
W-Bär, 29.1.2007
   Nach unseren diversen Jahresrückblick-Beiträgen woll'ma diese Woche einmal den Blick nach vorne richten und uns jenen Flicks widmen, die uns 2007 vermutlich die Wadln ordentlich viere richten werden. Quasi eine kleine LL-geprüfte Vorschau für gestandene Filmfreaks und solche die's noch werden wollen. Den Anfang macht gleich einmal die "heilige Dreifaltigkeit des Filmjahres 2007". Drei Flicks die gar nicht in die Hose gehen können und mit ziemlicher Sicherheit auch noch in zehn Jahren als absolute Klassiker gelten:

   300: Robert Rodriguez hat mit "Sin City" vorgezeigt wie's funktioniert, "Dawn of the Dead"- Remake-Oberwastl Zack Snyder macht's nach: man schnappe sich eine formidable Graphic Novelle von Frank Miller und missbrauche sie gleich einmal 1:1 als Storyboard. Viel Grün und ein paar eingeölte Muskelgriechen später und schon kann man das Kriegsspektakel schlechthin auf der Leinwand bewundern. "300" erzählt die brutale Geschichte von der blutigen Schlacht von Thermopylae (480 v.Chr.), in der sich König Leonidas von Sparta (Gerard Butler) mit lächerlichen 300 Gefolgsleuten dem persischen König Xerxes (Rodrigo Santoro) und dessen 1 Million-Mann-starker Armee in den Weg stellt. Als so ziemlich einzige Frau im ganzen Film darf Lena Headey herumflanieren und wenn der Film auch nur ansatzweise hält was der Trailer verspricht, dann habedehre. Geschichtsunterricht der etwas andern Art: Website, Trailer!

   Smokin' Aces: Joe Carnahan hat mit "Narc" bereits bewiesen, dass er ein Guter ist. Und wie's ausschaut dürfte er sich nun mit "Smokin' Aces" heuer end­gültig ein Denkmal setzen. Dass er ein veritabler Nerd ist und hundertprozentig hinter seinem neuesten Flick steht, zeigt auch sein Blog, in dem er fast täglich diverse leiwande "Smokin' Aces"-­Schmankerln (diverse Poster, OST-Infos und sogar ein waschechtes Comic, das als Prequel zum Film gedacht ist) ins Netz stellt. Allein schon die Besetzung treibt dem nackten Film-Nerd den blanken Angstschweiß auf die Stirn: Ray Liotta (der auch schon bei "Narc" mit von der Partie war), Jeremy Piven, Ryan Reynolds, Jason Bateman, Alicia Keys, Andy Garcia und Peter Berg. Inhaltstechnisch geht's um einen jenseitigen Las Vegas-Star (Jeremy Piven), der beschließt gegen den Mob auszusagen. Das schmeckt eben diesem natürlich ganz und gar nicht und schwupps sind schon diverse Killer-Kommandos auf ihn angesetzt. Da hat aber bekanntlich das FBI wiederum auch noch ein Wörterl mitzureden, denn schließlich will man sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen: Website, Trailer!

   Grindhouse: Zu "Grindhouse" bzw. "Planet Terror" und "Deathproof" braucht man glaub ich nicht mehr allzuviel Senf abgeben: Quentin Tarantino und Robert Rodriguez huldigen dem fiesen 70s-­Exploi­tation-Flick. Samt schauspielerischen Kapazundern wie Kurt Russell, Michael Biehn, Josh Brolin, Rosario Dawson, Tom Savini, Naveen Andrews, Freddie Rodriguez und dem einzigartigen Danny "Machete" Trejo. Dazwischen gibt's kleine, sleazige Trailer zu imaginären Filmen (z.B. "Werewolf­women of the SS") von amtlichen Regiekollegen wie Rob Zombie, Edgar Wright und "Hostel"-Ober­schlumpf Eli Roth. Die Homepage allein macht schon unpackbar Laune. Website, Trailer!

   2007 hat aber neben den drei soeben erwähnten Meisterwerken auch noch ein paar weitere Gustostückerl zu bieten. Wie zum Beispiel das neueste Werk zweier Herren namens Edgar Wright und Simon Pegg:

   Hot Fuzz: Wer sich bei "Shaun of the Dead" schon vor Lachen auf dem Boden herumgewälzt hat oder vielleicht gar in den Genuss der englischen Sitcom "Spaced" kam, der wird sicher auch mit "Hot Fuzz" seine helle Freude haben. EDGAR WRIGHT, SIMON PEGG und NICK FROST haben sich erneut auf ein Pack'l gehaut um wieder einmal einem ganzen Genre das Fürchten zu lehren: dem gemeinen Cop-Flick. In der kleinen ehrenhaften Verbeugung vor Action-Klassikern wie "Stirb langsam" und "Lethal Weapon" wird Vorzeige-Bulle SIMON PEGG in ein kleines Nest strafversetzt. Und das nicht etwa, weil er Scheiße gebaut hat, sondern weil er ein paar neidischen Kollegen einfach zu gut war. Natürlich dauert's nicht lang, bis er einer mysteriösen Unfallserie auf die Spur kommt und links und rechts von ihm die Leute tot umfallen. Außerdem noch mit dabei: Bill Nighy ("Still Crazy", "Love Actually") und der fast schon in Vergessenheit geratene Ex-007 Timothy Dalton. Website, Trailer!

   Ghost Rider: Comic-Verfilmung #1. Nicolas Cage erfüllt sich einen Bubentraum und haut als "Ghost Rider" auf den Putz. Schauspielerische Unter­stütz­ung erhält er einerseits von den beiden Veteranen Sam Elliot und Peter Fonda und andererseits von LL-Loungette Eva Mendes. Huibuh, da tränt das Auge! "Ghost Rider" erzählt die Geschichte des Motorrad-Stuntdrivers Johnny Blaze, der um seine große Liebe zu retten, seine Seele an den Teufel verkauft. Der Preis ist ein nicht gerade kleiner (außer man steht auf brennende Schmalzlocken und rauchende Ohrwaschl), denn fortan muss er des nächtens mit glühender Skelettrübe auf Schurken­jagd gehen. Der Trailer schaut zumindest schon mal ganz vielversprechend aus: Website, Trailer!

Spiderman III: Comic-Verfilmung #2. Nachdem Teil 1 und 2 schon absolut pipifein waren, kann mit Recht angenommen werden, dass uns auch Teil 3 sehr schmücken wird. Die spidermännliche Schurkenschaft erhält dieses mal Unterstützung in Form des furchteinflößenden Sandmännchens (Thomas Haden Church) und des giftigen Venoms ("That 70s Show"-Nase Topher Grace) und neben Mary Jane (Kirsten Dunst) darf nun auch Gwen Stacy (Bryce Dallas Howard) um die Gunst des Spinnenbubens buhlen. Am Regie-Sesserl saß - wie gehabt - Sam Raimi: Website, Trailer!

   Zodiac: "Zodiac" handelt von einer brutalen Mordserie im San Francisco der späten 60er und frühen 70er Jahre. Was ja schon mal ein ganz vernünftiger Stoff für einen fiesen kleinen Thriller ist. Wenn man dann noch bedenkt, dass niemand geringerer als David Fincher ("Fight Club", "Se7en") die Regie über hat, kann man getrost davon ausgehen, dass man es hier mit einem der absoluten Highlights des heurigen Filmjahres zu tun hat. In den Hauptrollen: Jake Gyllenhaal, Robert Downey Jr., Mark Ruffalo und Anthony "Goooose" Edwards: Trailer!


   Feast: Vor einigen Jahren haben Matt Damon und Ben Affleck mit ihrem "Project Greenlight" für Aufsehen gesorgt. Dabei handelte es sich um eine Art Drehbuchautoren-Wettbewerb bei dem das beste Drehbuch verfilmt werden sollte. Mittler­weile gibt's bereits mehrere Gewinner und unter ihnen waren auch zwei Herren namens Marcus Dunstan und Patrick Melton, die mit ihrem Drehbüchl namens "Feast" zu beeindrucken wuss­ten. Womit wir auch schon beim Thema wären. Respektabel ist auf jeden Fall einmal das Pro­duk­tionsbudget, das mit einer schlappen Million Dollar zu Buche schlägt (zum Vergleich: eine Holly­wood­produktion kostet heutzutage im Schnitt um die 60 Millionen) und die Besetzung kann sich detto durchaus sehen lassen: Jason Mewes (der Jay aus den Kevin Smith-Filmen), Balthazar Ghetty und Schweißsockenchefauswringer Henry Rollins! Inhaltstechnsich geht's um eine durchmischte Gruppe von Leuten, die sich gegen schiache menschenfressende Monster verteidigen müssen. Website, Trailer!

   Killshot: Mickey Rourke hat's nicht leicht gehabt. Nachdem er einer der vielversprechendsten Ak­teure in Hollywood war, ist er karrieretechnisch ziemlich auf die Schnauze gefallen. Schön langsam derrappelt er sich allerdings wieder und nach diversen Rollen in "Man under Fire", "Domino" und "Sin City" darf er heuer in "Killshot", der Verfilmung eines James Ellroy-Romans groß auftrumpfen und als gemeiner Auftragskiller aufgeigen (auf Ellroy's Konto gehen übrigens auch "The Black Dahlia", "L.A. Confidential", "Dark Blue" und etliche andere knallharte Copthriller ...) An des Killer's muskulöser Seite: Diane Lane, Rosario Dawson, Thomas Jane und Jackass-Spaßlaberl Johnny Knoxville. Laut Rourke höchstpersönlich seine beste Performance seit zehn Jahren. Und wir wollen's ihm glauben: IMDB!

   The Pick of Destiny: Jack Black & Kyle Gass auf der Suche nach einem schicksalsträchtigen Plek­tron, das weit entfernt in einem Rock N' Roll-­Museum aufbewahrt wird. Die Legende will es nämlich so, dass derjenige der sich im Besitz dieses Platterls befindet, zum größten Rockstar aller Zeiten gekürt wird. Und sowas lassen sich unsere beiden Möchtegernnachwuchsrocker selbstredend nicht entgehen. Neben den beiden Dicken treiben auch noch Tim Robbins, Ben Stiller, Ronnie James Dio, und Ober-Foo Fighter Dave Grohl als Belzebub höchstpersönlich ihr Unwesen. Website, Trailer!

   The Number 23: Zugegeben: Humpfdohle Jim Carrey kann verdammt nerven, wenn er will! Vor allem dann, wenn der Haderlump einen auf Blödl macht und unlustige Grimassen schneidet bis der Arzt kommt. Ganz anders verhält es sich allerdings, wenn er sich tatsächlich einmal als waschechter Schauspieler versucht. Da ist der Junge nämlich fabelhaft! Ungelogen! So bereits gesehen in "Eternal Sunshine of the spotless Mind". Und mit "The Number 23" wartet er heuer mit einem weiteren ernstzunehmenden Streich auf. Im Film findet ein gewisser Walter Sparrow ein Buch, das schlicht "23" heißt. Dass es mit der Zahl 23 so eine Sache ist, dass weiß der geschätze LL-Leser ja bereits seit unseren furchtlosen Verschwörungstheorien. Und diese Entdeckung muss nun auch der Herr Sparrow machen. In Folge geschehen immer mysteriösere Sachen und unser Held entwickelt eine nicht unbemerkt bleibende Besessenheit. Als dann plötzlich auch noch jemand gemeuchtelt wird geht's überhaupt rund! Regie geführt hat übrigens Altmeister Joel Schuhmacher! Website, Trailer!

   Severance: Bei der durch und durch englischen Horror-Slasher-Komödie "Severance" geht's dagegen um einiges unsubtiler und blutiger zu. Vor allem wenn man sich die Besetzungsliste in der IMDB durchschaut, könnte es einem gleich die Freudentränen ins Gesicht treiben. Zwar weniger wegen den Beteiligten, weil die hierzulande wohl durch die Bank keiner kennt, sondern vielmehr wegen den granatenscharfen Charakternamen bzw. -beschreibungen: da hättma einmal den Noseferatu (sic!) und eine nicht unerhebliche Anzahl an blutrünstigen Killerspezialisten. Und das liest sich dann wie folgt: Flamethrower Killer, Headsquish Killer, Landmine Killer, Stone Thrower Killer, Knife-in-butt (!!) Killer, Big Gun Killer und zuguterletzt gibt's dann auch noch den unerschrockenen Headbutt Killer (!). Gehn tut's um ein paar Angestellte, die sich auf ein von der Firma aufgezwungenes Motivationswochenende in eine kleine Hütte mitten im Wald zurückziehen, nur um feststellen zu müssen, dass sich da draußen jemand rumtreibt, der ihnen ans Leder will. Abgetrennte Körperteile, literweise Blutfontänen und eine gehörige Portion schwarzer, englischer Humor inklusive. Website! 

   Pan's Labyrinth: Mit "Pan's Labyrinth" legt "Hellboy"- Onkel Guillermo del Toro seine eigene höchstgradig durchgeknallte Version von "Alice im Wunderland" vor. Der Flick handelt von einer kleinen Göre, die mit ihrer schwangeren Mutti 1944 ins nördliche Spanien zieht und sich dort, vom Leben überfordert, in ihre eigene imaginäre Fantasiewelt flüchtet. Und da geht's dann ganz schön rund, frage nicht. "Pan's Labyrinth" dürfte eine visuell unpackbar daherkommende, gruselige kleine Gutenachtgeschichte für Erwachsene sein, die in den vergangenen Wochen auf diversen Festivals schon frenetische Jubelkritiken provoziert hat.

   Ocean's 13: Unanspruchvolles Popcornkino par excellence. Während "Ocean's 11" schon ganz ok war, konnten die Burschen rund um George Clooney und Steven Soderbergh mit "Ocean's 12" endgültig auf ganzer Linie überzeugen! Ein arschcooler, lässig dahingroovender Gaunerflick, der vor allem durch seinen fulminant obercremigen Pseudo-70er-Style zu gefallen wusste. Zumindest uns nackten Europäern. In den Staaten hingegen dürfte der Film alles andere als erfolgreich gewesen sein und man verspricht deshalb hoch und heilig mit "Ocean's 13" den Film zu machen, den man eigentlich schon mit "Ocean's 12" machen wollte. Bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht! Als special guests gibt's dieses Mal dein einzigartigen Al Pacino und eine schon leicht verlebte Ellen Barkin zu sehen. Website, Trailer!

   Live free or die hard: Und last but not least: "Live free or die Hard". Aber öha, jetzt wird's brenzlig. Ob nämlich der vierte Teil der legendären "Die Hard"-Serie tatsächlich einer ist auf den wir uns freuen dürfen, dass werd'ma leider erst wissen, wenn's vielleicht schon zu spät ist und wir ihn tatsächlich gesehen haben. Bekanntlich war ja Teil 3 "Die Hard: With a Vengeane" schon - obzwar ein ganz netter Actionflick - des Prädikats "Die Hard" nicht mehr wirklich würdig. Da konnte selbst der große Samuel L. Jackson nix mehr bewirken. Ein wenig unrund macht auch die Tatsache, dass Kate Beckinsale's Göttergatte Len Wiseman dieses Mal Regie geführt hat. Und der hat außer den beiden bescheidenen "Underworld"-Flicks noch nicht wirklich aufzufallen gewusst. Und die Besetzung prackt einen auf den ersten Blick auch nicht unbedingt vom Sessel: Timothy Olyphant, Justin Long, Jeffrey Wright, "Grindhouse"-Aufputz Mary Elizabeth Winstead und "Mission Impossible 3"-Haserl und LL-Loungette Maggie Q. Als kleiner Trost kann höchstens noch angemerkt werden, dass Kevin Smith eine kleine Rolle spielen darf und dass ein gewisser Doug Richardson am Drehbuch mitgewerkelt hat. Und der hatte immerhin neben Bay's "Bad Boys", dem doch irgendwie leiwanden Prolostreifen "Money Train" und dem knochentrockenen Bruce Willis-Flick "Hostage" auch schon bei "Die Hard 2" seine Griffel mit im Spiel. Wenigstens ein kleiner Lichtblick. Na hoffen wir doch einfach mal das Beste: Website, Trailer!

   Sodala, das war's auch schon wieder. Die 15 vorgestellten Flicks stellen natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, wollen aber hiermit vom Schreiberling dieser Zeilen nachdrücklich und wärmstens ans Herz gelegt werden. Außerdem noch im Anflug: "I now pronounce you Chuck & Larry" (Adam Sandler und Kevin "King of Queens" James als vermeintlich schwules Feuerwehrmännerpärchen), "School for Scoundrels" (Billy Bob Thornton trichtert Jon "Napoleon Dynamite" Heder Selbstvertrauen ein nur um gleich anschließend seine Holde anzubaggern), "Mr. Woodcok" (Seann William Scott muss herausfinden, dass Mami Susan Sarandon seinen sadistischen Highschoolturnlehrer Billy Bob Thornton heiraten will), "Fast Track" (aka "The Ex": Zach Braff und Jason Bateman matchen sich um Amanda Peet), "Rogue" (FBI-Agent Jason Statham auf der Jagd nach Attentäter Jet Li), "Shoot 'em Up" (Clive Owen auf der Flucht vor Bösewicht Paul Giamatti), "Unknown" (Bridget Moynahan, Joe Panoliano, Barry Pepper und Peter Stormare wachen in einem einsamen Lagerhaus auf und keiner weiß warum), "Balls of Fury" (Ping Pong-Agenten im Kampf gegen Oberfiesling Chris Walken), "Be kind rewind" (Anarchokomiker Jack Black als patscherter Videothekar), "Harsh Times" (ein "Training Day"-Nachbau mit Christian "Batman" Bale und Freddie Rodriguez), "Primeval" (Obacht, Killerkroko!!), "Transformers" (Michael Bay's neuester Streich) und Will Ferrell und Jon Heder als Eiskunstläufer in "Blades of Glory"! Hochherzlichst, W-Bär





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