Orange County's Finest: Lit
W-Bär, 22.3.2004
   Hawaras seit der High School, 13 Jahre gemeinsames Musikmachen, über 500 Live-Shows, 2 Millionen verkaufte Platten und bereit die Weltherrschaft zu übernehmen ...

   Nein, die Rede ist nicht von den berühmt-berüchtigten Schefredakteuren der LL, sondern von der oberleiwandsten Rocknrollkapelle der letzten Jahre.
"Die Pop-Songs mit den härteren Gitarren sprudeln nur so aus uns raus, weil es genau das ist, was wir selber gern hören: Pop und Metal!", weiß LIT-Gitarrero Jeremy Popoff zu berichten. Und wie's scheint funktioniert's auch. Denn seit "My Own Worst Enemy", LIT's erster Single ihres 1999er RCA-Debüt-Albums "A Place in the Sun", ist die einstmalige Garagen-Band aus Orange County aus den Top-10 Billboard Charts nicht mehr wegzudenken. Zumindest im sonnigen Kalifornien. Bei uns in Europa kennt die natürlich wieder einmal so gut wie keiner. Während also hierzulande schiache Leute wie DJ Bobo und Konsorten die Hitparaden anführten, übernahm "My own worst Enemy" 1999 für ganze 11 Wochen die Spitze der amerikanischen Rock-Charts und wurde somit zum erfolgreichsten Rocksong des Jahres.
     "A Place in the Sun" ging in Folge schneller über den vielzitierten Laden­tisch als nachgepresst werden konnte (Achtung: Hyperbel!). Und spätestens mit dem Video zu "Miserable" (Single #3) stand ihnen auch bei MTV die Tür weit offen, da niemand Geringerer als Ober­baywatchsilikonwerbeträgerin Pamela Rockandersonlee (oder wie auch immer) die Hauptrolle übernahm! Damals noch jung und knackig, räkelte sich die Gute in besagtem Video in überdimensionaler Größe sexuell umanand, während die vier Burschen von LIT fröhlich auf ihr herum­turnen dürfen. Man(n) sah schon schlech­teres. Es folgten diverse ausverkaufte Headlinereien und massig Awards von Billboard, ASCAP und Co.
   LIT waren am Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere angelangt. Da stellte sich gar so manch einer die Frage: Was soll da jetzt überhaupt noch nachkommen? Der Schritt vom ersten, durch ein Independent-Label vertriebenes Album "Tripping the Light Fantastic" zu "A Place in the Sun" war immens. Besser hätte es eigentlich gar nicht mehr gehen dürfen. Und trotzdem machten LIT das Unmögliche möglich: 2001 veröffentlichten sie ihr Drittwerk "Atomic", das sogar "A Place in the Sun" in den Schatten stellte. Die erste Single "Lipstick and Bruises" schoss auf Anhieb in die Charts und die Buben machten dort weiter, wo sie ein Jahr zuvor mit "Miserable" aufgehört hatten. Die härteren Nummern wurden dynamischer und die langsameren Songs noch geschmeidiger. Und obwohl ihre Platten ein wahrer Ohrenschmaus sind, liegen die wahren Stärken des Vierers in ihren Live-Performances. Eine Tatsache, die uns nackten Euro­päern aber vermutlich wohl nie persönlich vermittelt werden dürfte. Nachdem sie bereits mit NO DOUBT, HANDSOME DE­VIL, OFFSPRING und KISS auf Tour waren, durften sie auch schon bei JAY LENO und CONAN O'BRIEN auftreten, Jeremy Popoff's Hütte konnte in MTV Cribs bestaunt werden und vor kurzem erst konnte man die vier in der SHARON OSBOURNE-Show bewundern.
   Momentan befinden sich LIT gerade im Studio um ihr Nachfolgewerk zu "Atomic" aufzunehmen, das voraussichtlich den wegweisenden Namen "Weapons of Mass Distortion" tragen wird. Und wieder stellt sich die Frage: Können sie dem Ganzen noch eins drauf setzen? Nach einem kurzen Aufenthalt in der LIT LOUNGE - der offiziellen LIT-Homepage - wo man sich zur Zeit vier neue Songs anhören kann, darf man mehr als optimistisch sein. "Ich bin erst gestern wieder mit meinem Kübel in der Gegend herumgegurkt und hab mirunser neues Zeug angehört, und ich bin überzeugt, dass das unsere beste Platte werden wird, die wir jemals gemacht haben!", meint Oberklampfer JEREMY POPOFF. Und wir wollen's ihm glauben. W-Bär





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Discography:
(1997) Trippin' the Light...
(1999) A place in the Sun
(2001) Atomic
(2004) Dto

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