Michael Madsen
W-Bär, 26.8.2004
   Michael Madsen's Mutti warf am 25. September 1958 in Chicago, Illinois. Seine ersten schauspielerischen Sporen hat sich der zukünftige Paradepsychopath unter John Malkovich im Chicago Steppenwolf Theatre verdient und 1983 durfte er erstmals in einem größeren Kinofilm mitwerkeln: und zwar auch gleich noch dazu in "Wargames"! Kein schlechter Einstand nicht! Nach etlichen kleineren Rollen hat er dann 1989 als Vince Miller in "Kill Me Again" (mit Val Kilmer und dessen damaliger Alter) endgültig auf sich auffmerksam gemacht. Da kommt auch zum ersten Mal raus, dass der Herr Madsen ganz schön fies sein kann wenn er will.
   Endgültig die Post abgegangen ist allerdings erst 1992, als ein noch vollkommen unbekannter Knilch angestiefelt kam und eine Gangster-Geschichte verfilmte, die in einer derart unverschämt genialen Daherkommung glänzte, dass kein Augen trocken blieb. Besagter Knilch war niemand geringerer als Quentin Tarantino, der Film hieß "Reservoir Dogs" und seine Hymne "Stuck in the Middle With You". So manch einer wird heute noch unweigerlich an abgeschnittene Ohren denken müssen und eine Gänsehaut bekommen, wenn die Nummer im Radio läuft!

   "Well, one thing for sure, I won't be remembered for Free Willy. Or maybe I will." --Michael Madsen

   Irgendwie wollte Madsen dann aber auch nicht auf die Psychopathen fest­ge­legt werden und versuchte sich als seri­öser Hollywoodfamilien­film­unter­halter. "Free Willy" (1993) und "Free Willy 2" (1995) waren aber gottseidank nur ein kurzer Ausflug. Es folgten "Mullholand Falls" (mit Nick Nolte und John Malkovic), "Species" (mit Ben Kingsley) und "Donnie Brasco" (mit Al Pacino und Johnny Depp). Und dass der Gute noch lang nicht am Ende ist, bewies er erst heuer wieder. In Quentin Tarantinos Blut-Oper "Kill Bill" läuft Madsen zur absoluten Höchstform auf und präsentiert uns einen Samurai­schwert­sammelnden Versager sondershausen. Und das war noch längst nicht alles. Tarantino bastelt bereits an seinem nächsten Projekt: "Inglorious Bastards" und Madsen ist wie's aussieht auch wieder mit von der Partie. Außerdem gibt's da auch noch den Herrn Rodriguez, der nach seiner furchteinflößenden "Spy Kids" Trilogie noch einiges wieder gut zu machen hat! Und dafür dürfte er sich ganz schön ins Zeug legen: neben Michael Madsen treiben in "Sin City" auch noch Mickey Rourke, Benicio Del Torro und Bruce Willis ihr Unwesen!
   Und wenn der Herr Tarantino einmal nix zu tun hat, schreibt er vielleicht doch noch das Drehbüchl zu "The Vega Brothers", einem Prequel/Sequel zu "Pulp Fiction" und "Reservoir Dogs" mit Michael "Vic Vega" Madsen und John "Vincent Vega" Travolta in den Hauptrollen. Allerdings könnte die Zeit etwas knapp werden und die Idee letztendlich doch noch am fortschreitenden Alter der beiden Haupt­akteure scheitern. Aber selbst wenn's nix mehr wird mit den "Vega Brothers", der Mann hat ja auch noch andere Qualitäten. Er schauspielert nicht nur, der Gute ist auch noch ein waschechter Poet. Bis heute hat er bereits vier Bücher herausgebracht, u.a. mit klingenden Titeln wie  "Beer, Blood & Ashes" und "Eat the Worm".

   "The oddest thing is when children recognize me from Free Willy and their parents recognize me from Reservoir Dogs. The kids are, like, 'Hey, Mom, there's Glen!' and the parents are, like, 'Don't go near that guy!'"
--Michael Madsen

   Übrigens: Madsen trägt in fast all seinen Filmen Ray Ban Sonnenbrillen, er ist der Bruder von Virginia Madsen (u.a. "God's Army", "The Rainmaker", "Candyman"), er nennt den Cadillac sein Eigen, den er als Mr. Blonde in "Reservoir Dogs" vergenusszwergeln durfte, er ist 3/4 Italiener und 1/4 Ire, Dennis Hopper schrieb für sein Buch "Burning in Paradise" das Vorwort und er ist der Ex-Schwager von Cher. W-Bär





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