Zensurierte Platencover
W-Bär, 18.9.2006
In den letzten Jahrzehnten gab's immer wieder Plattencover, die so manchem selbst­ernannten Moralwachtmeister gar sauer aufgestoßen sind. Geendet hat's meistens damit, dass ein Neues her musste. Ob Kloschüsseln, nackabatzige Frauenkörper, rohes Fleisch oder auch primäre männliche Geschlechtsorgane - die Gründe für einige solcher Zensurmaßnahmen waren und sind teilweise arg unpackbar. Eine kleine Auswahl an Plattencovern, die zensuriert oder von einigen Händlern schlicht­weg einfach nicht verkauft wurden woll'ma euch nun vorstellen.

1. The Five Keys
"On Stage!"
(1957)

Nachdem die zuständigen Damen und Herren von Capitol Records "On Stage!" von THE FIVE KEYS 1957 auf den Markt geworfen hatten, dürften sie für kurze Zeit ganz schön blöd aus der Wäsch' geschaut haben. Warum? Weil sich doch tatsächlich ein paar Nebochanten massivst beschwert haben, weil sie dachten, Leadsänger Rudy West (die gut aufgelegte Träne ganz links) würde auf dem Gruppenfoto der Schwängel aus der Hose hängen. Unglaublich, aber wahr. Die Herrschaften von Capitol Records zeigten sich peinlich berührt und retuschierten Rudy's unschuldigen Zeigefinger umgehend weg.


2. The Beatles
"Yesterday & Today"
(1966)

Selbst die schunkelnummerverfabrizierenden THE BEATLES haben sich in jungen Jahren mit der Zen­sur angelegt. Ihr Plattencover zur 1966 er­schie­nenen Scheibe "Yesterday and Today" kam ur­sprüng­lich fast so grauslich daher wie ihr inklu­diertes Liedgut (u.a. die mit Abstand schiachste Nummer aller Zeiten "Yesterday"). Gab's auf dem Original doch gar zerbrochene Puppen und rohes, totes Fleisch zu sehen. Das gefiel vor allem den amerikanischen Herrschaften überhaupt nicht und das Studio ließ flugs ein neues, braveres Cover basteln.


3. The Mamas & The Papas
"If you can believe"
(1966)

In den 60ern hatte so manch einer scheinbar so seine Probleme mit dem Lokus. THE MAMAS AND THE PAPAS hatten einen solchigen auf ihrer 1966 erschienenen Platte "If you can believe your Eyes and Ears" dezent in den Vordergrund gerückt. Was ja durchaus einleuchtend deucht, da das Foto offensichtlich in einem Badezimmer aufgenommen wurde. Aber das entsprach nun einmal ganz und gar nicht dem damals herrschenden Sittenbild und die Kloschüssel musste schleunigst abtreten.


04. John Lennon & Yoko Ono
"Two Virgins" (1968)

Bei der vorliegenden "Two Virgins"-Ausdünstung von JOHN LENNON und YOKO ONO kann man zumindest ein bis'l verstehen warum man das Ding 1968 in eine dezente Papierhülle gepackt hat. Angeblich wollte sogar Paul McCartney höchst­persön­lich Lennon davon abbringen selbiges Un­ding zu veröffentlichen, weil sogar er der Meinung war, dass es schlicht schiach ist. Und da muss dem Herren McCartney - so weh es auch tut - auch einmal recht gegeben werden. Schön anzusehen ist es wirklich nicht. Und John Lennon's Nudl interessiert ja nun wirklich niemanden.


5. Rolling Stones
"Beggars Banquet" (1968)

The Lokus-Files, Vol 2. Wir schreiben nach wie vor die prüden 60er und wieder wird ein Häusl einem Künstler zum Verhängnis. Dieses Mal handelt es sich um die damals noch nicht ganz so schnarchaber sehr wohl schon faden ROLLING STONES, deren 1968er Album "Beggars Banquet" ursprünglich eine schnieke Klosschüssel samt erdiger Häuslschmirage zierte. Resultat: entsetzte Buhrufe, viel Protest und ein fades Alternativ-Cover ohne nix.


6. Jimi Hendrix
"Electric Ladyland" (1968)

Das Original-Cover von JIMI HENDRIX' "Electric Ladyland" (übrigens eine der leiwandsten Hendrix-Platten aller Zeiten; mit Jahrhundertsongs wie "Voodoo Child" und "Rainy Day, Dream Away" und dem famosen "Crosstown Traffic") aus dem Jahr 1968 wusste gekonnt mit einem Haufen weiblicher Nackabadzl zu gefallen und aber auch schockieren. Zumindest in den prüden Staaten. Den Engländern wär's ja wurscht gewesen, für die Amis gab's allerdings ein Alternativ-Cover mit Hendrix' berühmter Visage. Der alte Schwerenöter...


7. Alice Cooper
"Love it to Death" (1971)

Und auch Schockrocker ALICE COOPER bekam plattencovertechnisch bereits als noch vermeint­licher Rockerjungspund eine auf's Happl. Auf seinem 1971 erschienenen Opus "Love it to Death" ließ er ursprünglich seinen rechten Daumen spektakulär aus dem Lodenmantel im modischen Leoparden-Design schlonghaft hervorspechteln. Das war natürlich wieder einmal zuviel des Guten und Cooper's böser Daumen wurde auf zukünftigen Pressungen flugs wegretuschiert. Amerika's moralischer Untergang konnte wieder einmal verhindert werden...


8. Roxy Music
"Country Life" (1974)

ROXY MUSIC standen 1974 (wer will's ihnen auch verüblen) auf knackige Mädls, die unmotiviert und splitterfasernackt in Pinienwäldern herumstehen. Zwei von ihnen schafften es auch auf das ursprüngliche "Country Life"-Cover. Allerdings nur so lang bis die Amis davon Wind bekamen. Und schwupps, waren sie auch schon wieder weg ...


9. Richard & Willie
"Funky Honkey ..." (1975)

"Funky Honkey, Nasty Nigger" heißt das höchst ominöse Machwerk von RICHARD & WILLIE, das 1975 erschienen ist. Unbestätigten Gerüchten zufolge handelt es sich hierbei allerdings um einen Tippfehler und wenn man sich das Ding so anschaut, könnte man durchaus auch glauben, dass es eigentlich RICHARD & HIS WILLIE heißen sollte, aber das sei jetzt einmal nur so dahingestellt. Zwei Zwergenhandpuppen und ein angedeuteter Blowjob waren natürlich ein bis'l zuviel für des Amerikaner's seichte Gemüt.


10. Scorpions
"Virgin Killer"
(1976)

Die SCORPIONS waren im Laufe ihres langjährigen Bestehens immer wieder gut für artworktechnische Zensureingriffe. Und was ihren Output "Virgin Killer" aus dem Jahr 1976 angeht, war's auch durchaus gerechtfertigt. Das geschmacklose (Un)Ding zeigt ein junges, ungefähr 13jähriges Mädchen, das sich in einer aufreizenden Pose präsentiert, wobei gerade einmal ein Sternderl Einsicht auf zu viel vereitelt. Das wär auch ohne den passenden Albumtitel ein Fall für die Geschmackspolizei gewesen und würde vermutlich sogar heutzutage zu recht nicht durchgehen.


11. Scorpions
"Love­drive" (1979)

Und gleich noch einmal die vermaledeiten SCOR­PIONS. "Lovedrive" kam 1979 ursprünglich mit einem zugegeben ziemlich eigenartigen Foto daher. Ob's jetzt die entblöste Brust oder gar der zache Kaugummi war, der den Proteststurm ausgelöst hat, ist auch immer noch nicht ganz klar, Fakt ist allerdings, dass - wer hätte das gedacht - die Amerikaner ganz laut Skandal geschrien haben und so etwas nicht in ihren Läden stehen haben wollten. Deshalb wurde der Platte zu Beginn eine Papierhülle übergestülpt und kurze Zeit später gab's überhaupt ein neues Cover, auf dem originellerweise ein Scorpion zu sehen war.


12. Bruce Springsteen
"Born in the USA" (1984)

Der folgende selbstproklamierte Meilenstein der jüngeren U.S.-Musikgeschichte hat hier eigentlich nix verloren, weil das Cover nie zensuriert wurde, da aber nicht viel gefehlt hat, sei's trotzdem erwähnt. Somit hat sogar der personifizierte Patriotismus aka der Boss aka BRUCE SPRING­STEEN schon einmal einen kleinen Rüffel bekommen. Und das noch dazu für sein uramerikanisches Opus Magnum "Born in the U.S.A." Da gab's doch glatt Kritiker, die ihm vorwarfen, dass er auf dem Foto auf die amerikanische Fahne soacht. Springsteen nahm's kopfschüttelnd zur Kenntnis, seine Plattenfirma detto, das Cover durfte bleiben.


13. Scorpions
"Love at first Sting" (1984)

WALMART hat bzw. vielmehr hatte in den Staaten jahrelang einen nicht unerheblichen Einfluss auf etwaige Zensurmaßnahmen. Da bei Walmart eine nicht gerade unbedeutende Anzahl an Platten über den Ladentisch wanderte, wurden die Platten­firmen daher durchaus unrund, wenn sich die Handelskette weigerte eine bestimmte Platte aufgrund ihres Covers in ihre Läden zu stellen. So geschehen etwa bei SCORPIONS' 1984er Album "Love at first Sting". Ist ja auch ganz schön geschmacklos und obszön, so eine nackade Frauenbrust von der Seite...


14. Bon Jovi
"Slippery when wet" (1986)

Die damals noch grandiosen BON JOVI mussten sich 1986 detto nach einem neuen Cover um­schau­en. Das Originaldingens ihres Meisterwerkes "Slippery when wet" sah nämlich ganz und gar nicht so fad aus wie man's heutzutage gewohnt ist. Da die Amerikaner allerdings offensichtlich eine Riesen­angst vor großen Brüsten haben, musste die junge Dame, die uns den Albumtitel in Form eines knappen T-Shirts vorführte und ihm damit gleich eine gänzlich andere Bedeutung gab, weichen und einer nassen Straße Platz machen. Übrigens: die Japaner zeigten sich in der Causa Bon Jovi gänzlich unbeeindruckt. Der Japan-Import weiß nach wie vor mit dem Original-Cover zu glänzen.


15. Guns'n'Roses
"Appetite for Destruction" (1987)

Die Dschungelrocker von GUNS'N'ROSES haben sich ja schon immer für ganz harte Jungs gehalten. Für ihr rotzfreches Debut-Album "Appetite of Destruction" haben sie sich 1987 einen gewissen Hr. Robert Williams geholt, der ihnen auch prompt ein ziemlich herbes Cover gepinselt hat, auf dem eine junge Dame scheinbar gerade von einem garstigen Roboterskelett vergewaltigt wurde. Lange durften die rosigen Knarren damit aber nicht hausieren gehen. Die nachträglichen Pressungen zierte bereits das klassische, allseits bekannte Toten­schädl­logo­kreuz­motiv.


16. Poison
"Open up and say ... Ahh!" (1988)

Sogar POISON's 1988er-Klassiker "Open up and say ... Ahh!" wurde von einigen Händlern als Be­droh­ung angesehen. Da greift man sich ja schon ein bis'l auf's Hirn. Braver geht's ja eigentlich eh nimmer. Weiß der Geier woran die Kritiker-Schweinderl da schon wieder dachten. Aber es half nix. Bei der zensurierten Version gab's zwei dicke, fette schwarze Balken drübergeklatscht.


17. Jane's Addiction
"Nothing's Shocking" (1988)

JANE'S ADDICTION erging's 1988 ähnlich. Front­nase PERRY FARRELL, der auch schon in frühen Jahren für seine künstlerischen Umtriebigkeiten bekannt war, zeichnete bei Jane's Addiction auch für's Artwork verantwortlich. Sein Coverentwurf für ihren 1988er-Meilenstein "Nothing's shocking" zeigte 1988 zwei barbusige, siamesische Zwillingshaserl, denen die Rübe raucht. Und ganz schön ordentlich auch noch dazu. Das war natürlich viel zu viel Nackedei für unsere amerikanischen Kollegen. Die Psychodelic- Rocker blieben aber ihren Vorsätzen treu und nahmen lieber in Kauf, dass die Platte in diversen Läden (Walmart) nicht zum Verkauf angeboten wurde.


18. Hurricane
"Slave to the Thrill" (1990)

HURRICANE war eine von vielen Haarspraybands, die Mitte der 80er am Sunset Strip herumflanierten. Und wie's bei solchen Kapellen so Usus war, regierte auch im Hause Wirbelsturm der schnöde Machodenk. Das Original-Cover zu "Slave to the Thrill", dem Schwanengesang der Truppe aus dem Jahr 1990, zeigte eine entblöste, junge Dame die auf einem ziemlich furcheinflößend ausschauenden Apparat liegt. Ob sich's dabei um ein fieses Foltergerät, eine medizinische Vorrichtung oder gar einen überdimensionalisierten Orgasmusspender handelt ist unklar, nix genaues weiß man nicht. Viel Aufgeschrei und zahlreiche verstörte Moralapostel später landete die Platte zwar in den Läden, von der entblösten Tante war allerdings nix mehr zu sehen.


19. Tin Machine
"Tin Machine II" (1991)

Am Original-Cover des gleichnamigen TIN MA­CHINE - Albums #2 aus dem Jahr 1991, gab's ursprünglich vier männliche Statuen zu sehen, die allesamt keinen Anlass dazu sahen ihre Schwengel zu verstecken. Und so kam's wie's kommen musste und die Tin Machines mussten ihr Cover extra für den amerikanischen Markt zurechtstutzen und den erwähnten Statuen kurzfristig Eunuchen-Status bescheinigen. Dem Corpus Delikti wurde nämlich mittels Airbrush der Garaus gemacht.


20. Great White
"Hooked" (1991)

Die (damals schon) alten Herren von GREAT WHITE ließen 1991 ihren Blueshadern "Hooked" auf die Menschheit los, auf dessen Cover sich eine durchaus nett anzusehende, nackige Blondine mit phänomenalem Vorbau auf einem Riesenanker räkelte. Selbst der Schreiber dieser Zeilen ist anno dazumal auf diesen plumpen Verkaufstrick hereingefallen und hat das Teil sabbernd und mit testosterongeplagten Schweißausbrüchen beim Rocktiger auf der Gumpendorferstraße erstanden. Die prüden Amis wussten's wieder einmal besser und haben die Gute im kalten Nass versenkt. Was wir in höchstem Maße unmoralisch und verwerflich finden. Na herzlichen Dank aber auch!


21. Jane's Addiction
"Ritual d.l. Habitual" (1990)

Bei JANE'S ADDICTION's großartigem zweiten Studioalbum "Ritual de lo Habitual" ging's den Burschen erneut an den Kragen. Nachdem Warner Bros. mit dem Original-Entwurf bereits alles andere als glücklich waren, schaffte es das gute Stück überraschenderweise trotzdem in die Läden. Und wieder gab's zahlreiche Aufschreie und viel Gemecker. Das Studio zog den Schwanz ein und ließ die bereits ausgelieferten Exemplare wieder zurückholen. Farrell war den Umständen entsprechend angepisst und hat in Folge seinen Originalentwurf aus Protest mit einem weißen Cover ersetzt, auf dem jener Auszug aus der US-Verfassung prangte, der jedem amerik. Bürger das Recht auf freie Meinungs­äußerung garantiert....


22. Cannibal Corpse
"Butchered at Birth" (1991)

Zum "Butchered at Birth"-Cover von den kra­walli­gen Kannibalenkörper CANNIBAL CORPSE gibt's eigentlich nicht viel zu sagen. Das Gemetzel wurde von einigen Händlern gleich gar nicht erst ins Regal gestellt. CANNIBAL CORPSE begegneten diesem Umstand mit ziemlicher Gelassenheit und nahmen's grunzend zur Kenntnis. Wobei dieser Umstand eigentlich eh auch auf alle zuvor erschienenen und danach folgenden Platten der Briachalschwermetaller zutrifft ...


23. The Black Crowes
"Amorica" (1994)

Mit den BLACK CROWES verhält es sich wiederum ein bis'l anders. Ihr "Amorica"-Cover aus dem Jahr 1994 zeigt die hübsch anzusehende Bikinizone eines braungebrannten Mädls samt sexy US - Fahnenhöschen. So weit so unspektakulär. Aller­dings gibt's da doch glatt - wie's halt bei knappen Höschen so üblich ist - ein paar Schamhaare, die unbedingt an die frische Luft wollten. Was uns aufgeschlossene Europäer jetzt dreckig grinsen lässt, treibt die Amerikaner wiederum zur Weißglut. Zahlreiche Proteste später gab's ein fades Alternativ-Cover, das ganz dezent in Schwarz und ohne Frau und ohne Haare in die Läden kam. Traurig.

24. Pantera
"Far Beyond Driven" (1994)

Na habedehre! Das ursprüngliche Cover zu PAN­TERA's Lärmattacke "Far Beyond Driven" aus dem Jahr 1994 ist nämlich ein ganz ein grausliches. Zu sehen gibt's einen dicken, fetten Bohrer, der sich's gerade in einem Popsch gemütlich macht. Keine Ahnung, was sie uns damit sagen wollten. Und es ist wahrscheinlich auch besser so. Am Ersatzentwurf drängt sich der Bohrer in ein Hirn. Na bitte. Tut ja gleich viel weniger weh.


25. White Zombie
"Supersexy swinging sounds" (1996)

WHITE ZOMBIE's "Supersexy swingin' Sounds" hatte ursprünglich ein von Meister ROB ZOMBIE höchstpersönlich gestaltetes, supersexy swing­endes Cover, auf dem es sich eine schnuckelige 70er-Jahre-Braut aufreizend in einer Hängematte gemütlich macht und lieb in die Kamera schaut. Nur Onkel Walmart hatte es wieder einmal dicke und verlieh seiner Heidenangst vor nackter Haut erneut lauthals Ausdruck. Der Handelsgigant nahm die Platte zwar in sein Sortiment auf, verpasste der Süßen in der Hängematte allerdings einen blauen Bikini! Da treibt es einem vor lauter Blödheit doch glatt die Tränen ins Aug...


26. Ministry
"Dark Side of the Spoon" (1999)

Bei MINISTRY war's 1999 einmal nicht Walmart sondern dessen Konkurrenz Kmart, der einer reibungslosen Veröffentlichung dezent den Riegel vorschob. Auf dem Cover zu "Dark Side of the Spoon" ist ein etwas beleibterer, um nicht zu sagen blader, nackiger Mensch von hinten zu sehen. Ob Mann oder Frau sei jetzt einmal dahingestellt. Kmart war's offensichtlich zu obszön, die Platte musste draußen bleiben.


27. Marilyn Manson
"Holy Wood" (2000)

Und auch Nachwuchsschockrocker MARILYN MAN­SON durfte mit seinem 2000er Werk "Holy Wood (In the Shadow of the Valley of Death)" für ein bis'l Aufsehen sorgen. Seine offensichtliche Jesus-Imitation stieß zumindest dem Retailer Circuit City sauer auf. Walmart und einige kleinere Händler zogen mit und versteckten das gute Stück in einer schwarzen Hülle auf der's grad einmal den Titel der Platte zu sehen gab.


28. The Coup
"Party Music" (2000)

THE COUP hatten 2001 das Pech, dass auf dem Originalcover ihrer Platte "Party Music", die just am 12. September erscheinen sollte, zwei explodier­ende WTC-Türme zu sehen waren. Dumme Sache aber auch. Nach 9/11 war an eine Veröffentlichung natürlich nicht mehr zu denken und die Jungspunde fotografierten statt dessen ein Martiniglas.


29. Slayer
"God hates us all" (2001)

Und auch die alten Säcke von SLAYER haben natürlich zensurtechnisch bereits geglänzt. 2001 brachten die vier Brachialmetaller ein Album namens "God Hates Us All" heraus. Auf dem Cover gab's eine Ausgabe der Bibel zu sehen, in der ein paar blutige Nägel stecken. Es hagelte Buhrufe, Slayer wurden zum wiederholten Mal des Sakrilegs und der Blasphemie beschuldigt und letztendlich sogar gezwungen eine bravere Plattenhülle abzuliefern. Ergebnis: ein nichtssagendes weißes Cover mit vier Kreuzen.


30. Andrew W.K.
"I Get Wet"
(2001)

Und zuguterletzt gibt's noch einen Beitrag von Partykaiser ANDREW W.K., der 2001 sein ful­mi­nantes Debut-Album "I Get Wet" heraus­brachte. Auf der astreinen Partyscheibe, die gleich einmal jedem LL-Leser in höchstem Maße em­pfohlen werden darf, gab's einen simplen Headshot des Partykapazunders zu bestaunen. Die Aufnahme dürfte allerdings just zu jenem Zeitpunkt gemacht worden sein, als ihn lästiges Nasenbluten plagte. So schaut's zumindest aus. Aber vielleicht frühstückt der Gute ja auch rohe, kleine Kinder. Nix genaues weiß man nicht. Natürlich fühlten sich zahlreiche Händler ob des vielen Blutes belästigt und forderten vom Studio ein riesiges Pickerl an, das sie ihm über die Rübe kleben konnten. W-Bär





Fotos:
Plattencover

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