Jennifer Grey aka Baby
W-Bär, 10.12.2007
   Die Mädchen mochten sie, weil sie mit Patrick Swayze schmusen durfte, und die Buben himmelten sie heimlich an, weil sie so eine kleine süße Maus war. Zumindest war das Mitte/Ende der 80er Jahre noch so. Da war sie auch karrieretechnisch noch ganz oben. Nach den beiden Krachern "Ferris macht blau" (1986) und "Dirty Dancing" (1987) stieg ihr dann aber entweder der Rum ... äh ... Ruhm (nein, eine garstige Alkohol- bzw. Drogensucht konnte ihr im Zuge der sen­sa­tions­lüsternen Recherche nicht nach­gewiesen werden) in die Nase (kleiner Seitenhieb) oder es kam wirklich einfach nix Gescheites mehr nach. Vielleicht lag's aber auch daran, dass sie sich zu dieser Zeit ihren Zinken schönheitschirurgisch quasi tiefer legen ließ und sie ab dem Zeitpunkt einfach nicht mehr wieder zu erkennen war.

   Nach "Dirty Dancing" folgten zwei Verlobungen, 1x mit Ferris Bueller (Matthew Broderick) höchstpersönlich und ein bisl später Gerüchten zufolge sogar mit Johnny Depp (aber mit wem war der als Jungspund nicht verlobt?) und eine Reihe halb­seidener Fernsehfilmchen  wie z.B. "If the shoe fits" (mit Schmachtfetzen Rob Lowe, 1990), "Murder in Mississippi" (1990) und "Criminal  Justice" (mit Forest Whitaker und Anthony La Paglia, 1991). 1994 hätte sie fast die weibliche Hauptrolle in der Sitcom "Something Wilder" von und mit Veteranenscherzkeks GENE WILDER ergattert. Allerdings wurde dem Testpublikum ob des doch nicht so unbeträchtlichen Altersunterschiedes der beiden romantisch miteinander verbandelten Haupt­dar­steller (er 61, sie 34) reihenweise übel und unsere Heldin wurde nach der Pilotfolge kurzerhand geschasst. Was aber nachbetrachtend kein so großes Auweia nun auch wieder nicht war, da "Something Wilder" offensichtlich nicht nur graus­lich (im Sinne von Sean Connery/Catherine Zeta-Jones oder Richard Gere/Winona Ryder-grauslich), sondern auch aktut unlustig war und schon nach nur 14 Folgen still und heimlich am Friedhof abgesetzter Fern­seh­sendungen begraben wurde. Nachdem sie 1995 für fünf Minuten bei den "Friends" vorbeischauen durfte, folgten ein paar noch halbseidenere TV-Filmchen bis sie sich 1999 in der Sitcom "It's like, you know" unerwar­teter Weise selber spielen durfte. Die Serie lief hierzulande unter dem Namen "Irgendwie L.A.", da sich aber keiner sicher war, ob sie es wirklich ist, hat sich's wohl auch keiner angeschaut. Und nach der zweiten Staffel war auch schon wieder Schluss mit lustig. Es ging wieder weiter mit nichtssagenden Fernseh- und Videofilmchen bis sie im Jahr 2000 an der Seite von Sandra Bullock und Schauspiellegende Ben Affleck in "Bounce - Eine Chance für die Liebe" sogar wieder einmal - wenn auch nur kurz - im Kino zu sehen war.

   Am 3.12.2001 ist sie aufgrund mangelnder Rollenangebote, oder auch weil sie unbedingt wollte (nix genaues weiß man nicht) Mama geworden. Der zuständige Papa heißt Clark Gregg und ist detto als (da)nebenrollender Schauspieler unterwegs. Das Gesicht hat man schon einmal gesehen, nur wo will einem nicht so wirklich einfallen. Und vielleicht war es ja auch ihre kleine Tochter, die sie dazu verleitet hat vor gar nicht allzu langer Zeit endlich die Hosen runter zu lassen  (metaphorisch gesprochen versteht sich). Während eines Fernsehinterviews mit dem englischen Sender Channel 5 gestand sie, dass die Schönheitsoperation an ihrem Riechkolben der größte Fehler ihres Lebens war. Aber vielleicht gibt's ja doch noch ein Happy End, denn seit Anfang 2007 darf sie in der amerikanischen TV-Serie "John from Cincinnati" für familiäre Streitigkeiten sorgen. Und das immerhin an der Seite von so Kapazundern wie Luke Perry und Ed 'Al Bundy' O'Neil. Was so eine Nase nicht alles ausrichten kann ... W-Bär





Jennifer Grey:
geb. 26.3.1960
New York City, USA

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Jennifer Grey

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