Malcolm-Jamal Warner aka Theo Huxtable
W-Bär, 12.11.2009
   Die "Cosby Show" kennt ja nun wirklich ein jeder! Es ist ihr ja auch nur schwer zu ent­kommen. Von 1984 bis 1992 gab's insgesamt acht Staffeln, von denen jede einzelne in Folge sicherlich schon so um die 126x wiederholt wurde. Könnt ja auch schlimmer sein, weil lustig war die Rasselbande allemal.
   Neben Familienpapa Bill Cosby und der vor allem gegen Ende der 80er zum scharfen Haserl aufgeblühten Lisa Bonet (ich sag nur "Angel Heart"!) gab's dann auch noch den kleinen Huxtable, Vorname Theodore. Im echten Leben hört Theo Huxtable, der sich im August 1970 durch den Geburtskanal seiner Mutti zwang, auf den klingenden Namen Malcolm-Jamal Warner. Wo das Malcolm herkommt muss wohl nicht weiter erklärt werden. Mit Jamal huldigten seine Eltern der Jazz-Legende Ahmad Jamal (wer eahm kennt). Warner war gerade einmal 14 Lenze alt, als er zum Huxtable und somit weltbekannt wurde. 1986 wurde er für seine grenzgeniale Performance sogar für einen Emmy nominiert und zwei Jahre späterschien seine Autobiografie "Theo and me (Get into the Groove)". Womit er mit seinen damaligen 18 Jahren hiermit wohl auch gleich zum jüngsten Autobiografen aller Zeiten gekürt werden darf.
   Nach der Cosby-Show ist es allerdings ein bis'l ruhig geworden um den Guten. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass er seine Fernseh-Karriere an den Nagel gehängt hat. Aber nach 88 Folgen Cosby-Show hatte er wie's scheint zumindest vorläufig einmal genug von der schnöden Schauspielerei und wechselte ins Regiesesserl. Das Ergebnis waren (neben ein paar Folgen der "Cosby Show", bei denen er ebenfalls schon für die Regie zuständig war) die Sitcom "Malcolm & Eddie" (Mitte der 90er; dürfte in unseren Breitengraden aber nie gelaufen sein), eine Folge "Fresh Prince of Bel Air" und ein paar kleinere Beiträge für die "Sesame Street". Als Schauspieler ist er, neben ein paar Kurzauftritten in diversen unbedeutenden TV-Serien und -Filmen, 1994 plötzlich als Bruder von Wesley Snipes in dem oberleiwanden Fallschirms­pringer-­Actionhadern "Drop Zone" wieder aufge­taucht. Das allerdings für heiße fünf Minuten, dann musste er auch schon dran glauben. Der nächste Kinoauftritt ließ ein gutes Jahrzehnt auf sich warten: 2001 war er in dem Robert De Niro-Flick "15 Minutes" zu sehen. Aber detto derart kurz, dass es nicht einmal offizielle Credits dafür gab.
   Seine erste größere Rolle bekam er erst 2003 in dem TV-Opus "Jeremiah" wieder. Die Serie, die immerhin ganze 2 Staffeln lang hielt, kam als postapokalyptische "Mad Max"-­G'schicht daher, die vor allem durch ihren Hauptdarsteller Angst und Schreck­en zu verbreiten wusste. Der hört nämlich auf den Namen Luke Perry und ist ja bekanntlich kein Guter nicht. Und als ob das nicht schon genug der Grausamkeit wäre, gab's in Folge 4 auch noch einen Kurzbesuch von ex-"Beverly Hills 90210" Schöngeist Jason Priestley. Autsch. Da brennt das Auge.
   2004 bis 2005 durfte sich Malcolm-Jamal Warner kurzzeitig neben Jason Alex­ander (der glatzade Dicke aus "Seinfeld") in der CBS-Sitcom "Listen Up" behaupten. Der Serie wurde aber aufgrund akuter Unlustigkeit und des damit einhergehenden, besorgniserregenden Zuseherschwundes schon bald der Garaus gemacht. Aber - und jetzt kommt's - es schlummern noch ganz andere Qualitäten in dem Herrn Warner innen drinnen.
   Neben der Schauspielerei frönt der mittlerweile gar nicht mehr so junge Sack (diesen August hat er seinen 36er gefeiert) nämlich auch noch der Stand-Up Poesie und der gemütlichen Jazzerei. Beides vereint er in seiner Band Miles Long, in der er für den (Kontra)-Bass und den poetischen Sprechgesang zuständig ist und mit der er 2003 in Form des "Miles Long Mixtape" ein erstes musikalisches Zeichen zum Besten gab. Die Zeichen für eine zweite Karriere als Musiker stehen also gar nicht einmal so schlecht. Und auch gesundheitlich dürfte er mittlerweile wieder auf der Höhe sein. Nachdem er während der Neunziger Jahre körperumfangtechnisch erheblich zu­ge­legt hatte und aufgegangen war wie ein Germteigkrapferl, dürfte er die Vorzüge des Fitness-Studios für sich entdeckt haben. Mittlerweile darf sogar wieder reinen Gewissens mit nacktem Oberkörper posiert werden. Und das völlig zu recht! Denn bei so einem Waschbrettbaucherl wie auf dem Cover des "Mixtape" dürfte sogar unser LL-Vize #2 vor Neid erblassen... W-Bär






Malcolm-Jamal Warner:
geb. 18.8.1970
New Jersey, USA

Links:
Website
IMDB

Fotos:
M. J. Warner

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