Richard Grieco aka Booker
W-Bär, 17.12.2007
   Richard Grieco hat 1989 an der Seite von Johnny Depp in "21 Jump Street" erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Mit seinem ober­coolen Dreingeschau und seinem ent­waffnen­den Schauspiel hat er damals wohl nicht nur die kleinen 16 jährigen Mädchen wuschig gemacht, sondern auch einen namhaften Pro­duzenten namens Stephen J. Cannell. Jener welchiger neben "21 Jump Street" auch noch für so 1980er-Jahre-Serien­glanz­taten wie "Hard­castle & McCormick", "The A-Team", "Hunter", "Sting­ray" und "Trio mit 4 Fäusten" verantwortlich war. Und so bekam unser Held 1990 seine eigene kleine Serie. "Booker" war ein Spin-Off von besagter "Jump Street" und der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich auch heute noch ganz genau, wie er damals aufgrund eines lädierten Knies im Krankenhaus vor sich hin gammelte und stinke­sauer war, weil ihm seine Eltern die Pilotfolge nicht auf Video aufgenommen haben. Böse Zungen könnten nun natürlich behaupten, dass es eh nix zu versäumen gab, und das famoseste an der Serie zweifellos der Vorspann samt Billy Idol's "Hot in the City" war, aber da wollen wir mal nicht so sein. Das viele ober­cool dreinschauen hat aber wohl nicht ganz gereicht. Nach der 1. Staffel war der Ofen trotz zahlreicher Seriengäste (Lori Petty, Thomas Haden Church, Johnny Depp usw.) wieder aus und der immer noch als neue Hollywoodhoffnung geltende Grieco eine Erfahrung reicher.

Der Spion der aus der Highschool kam

   1991 brillierte Grieco noch frisch und munter in der famosen Teenie-Komödie "If looks could kill" (aka "Teen Agent - Der Spion der aus der Highschool kam") als Zwer­gen­jamesbond mit Gabrielle Anwar im Schlepptau. Wobei sich das brillieren jetzt allerdings eher auf seine Superspionbrille mit Röntgenblick bezieht und weniger auf seine schauspielerische Leistung. Aber wurscht: der Flick war ganz lustig und allein der Anblick des Fräulein Anwars hat für alles andere mehr als entschädigt. Nächste Station: der gar nicht mal so üble Mafiastreifen "Mobsters", in dem er neben Christian Slater und Patrick Dempsey als junger Bugsy Siegel zu sehen war. Blöd nur, dass der Film an den Kinokassen gar arg floppte und dem Studio einen millionen­schweren Verlust bescherte. Und plötzlich war die Luft raus. Nach "Mobsters" durfte Grieco nur noch in derart grotten­schlechten Filmen mitwirken, dass er einem fast schon leid tun hätte können. Und mit grotten­schlecht ist jetzt wirklich ganz toll grotten­schlecht gemeint. Die meisten dieser ominösen Machwerke haben in der IMDB bewertungstechnisch über die Jahre kaum mehr als 3 bis 4 Sternderl be­kommen.

   Nach ein paar weiteren Billigschrottfilmchen hat er dem werten Fernsehpublikum 1995 sogar kurzzeitig wieder eine eigene Serie namens "Marker" vor den Latz geknallt, die allerdings hierzulande nie gelaufen ist. Und wieder war nach nur einer Staffel schluss. Just zu jener Zeit dürften ihn dann auch arge Selbstzweifel geplagt haben. Aber eine vermeintliche Sauftour mit David Hasselhoff später (vermeintlich deshalb, weil frei erfunden, aber aufgrund der nun folgenden Gegebenheit so unwahrscheinlich nun auch wieder nicht), hatte Grieco eine wahrhaft glorreiche Idee und ein halbes Jahr später brachte er seine erste CD "Waiting for the sky to fall" heraus. Das allerdings, und darauf sei hiermit noch mit Nachdruck hingewiesen, ausschließlich in Deutschland. Es kam wie es kommen musste: 1998 wollte er es noch einmal wissen. "Sinbad: The Battle of the Dark Knights" war allerdings kein Comeback sondern mit einem IMDB-Rating von heißen 1,6 Sternderln eher die traurige Krönung seiner bisherigen Schauspielkarriere. Trotz des "Sinbad"-Desasters hat er sich noch im selben Jahr in dem wahrscheinlich einzigen unlustigen Will Ferrell-Flick "A night at the Roxbury" selber spielen dürfen und nach einem Haufen weiterer mieser TV-Streifen ist er angeblich 2005 in "Kiss Kiss Bang Bang" als B-Movie-Actor aufgetaucht. Allerdings können das gerade einmal ein paar Sekunden gewesen sein, weil uns ist davon nichts aufgefallen. 2004 gab's einen Mini-Gast­auftritt in "Veronica Mars" und als ob's jetzt nicht schön langsam genug wär, versucht sich Grieco seit kurzem auch noch als Reschissör. Seit ein paar Monaten werkelt er an dem Flick "The Ghost Riders", einem supernatürlichen Westler, für den er das Drehbuch beigesteuert hat, Regie führen und die Hauptrolle übernehmen wird. Übrigens: wenn er nicht gerade schlechte Filme dreht oder sich die Visage Burt Reynolds-mäßig straffen lässt, dann frönt er auch noch der schnöden Dichterei! Naprostmahlzeit! W-Bär






Richard Grieco:
geb. 23.3.1965
Watertown, New York

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IMDB

Fotos:
Richard Grieco

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