Bertl Rodriguez
W-Bär, 13.6.2005
   Als 23jähriger Jungspund wollte Bertl Rodriguez ursprünglich gleich drei Mari­achi-Filme machen, quasi um sich selbst das Filmemachen beizubringen (die Filmschule war zu teuer). Nachdem sein erster Film "El Mariachi" fertig war, be­kam er allerdings unerwartet von sämt­lichen Hollywood-Studios Angebote und statt noch zwei weitere schrottige Mariachi-Filme anzugehen, entschloss er sich stattdessen lieber "El Mariachi" noch einmal mit einem gescheiten Budget, mit ANTONIO BANDERAS in der Hauptrolle und natürlich nicht zu vergessen mit der schärfsten Maus von Mexico - SALMA HAYEK - neu zu verfilmen.
   Der ursprüngliche Titel von "Desperado" war eigentlich "Pistolero". Der Titel wurde vom Studio geändert.
    Das fehlende Geld (für Filmmaterial und die Leihgebühr der 16mm Kamera) hat er sich als Versuchskaninchen für medizinische Experimente dazuverdient. In der Versuchsanstalt hat er auch PETER MARQUARDT kennengelernt und gleich weg vom Fleck als Bösewicht für "El Mariachi" engagiert.
    Rodriguez hat davor schon jahrelang diverse Kurzfilme gedreht, die er mittels zweier VHS-Videorekorder zusammen geschnitten hat. Mit "Bedhead", seinem erfolgreichsten Kurzfilm, gewann er zahlreiche Kurzfilmfestivals. Und wer die "El Mariachi"-DVD sein Eigen nennt, findet das kleine Frühwerk auch beim Bonus-Material. (In den Hauptrollen gibt's übrigens einen Bruder und drei Schwestern zu sehen!)
   "El Mariachi" hat insgesamt sämtlicher Post-Produktionskosten 7.000 US-Dollar gekostet. So billig war es unter anderem auch deshalb, weil der große Zampano keine Crew hatte. Von der Kamera bis zum Schnitt und der Nachvertonung lag alles in des Meisters Hand. Und auch seine Schauspieler mussten ran. Hatte einer gerade nichts zu tun, hat er auch schon hinter der Kamera hackeln müssen. 90% der Schauspieler waren übrigens entweder mit Rodriguez befreundet oder gar verwandt.
   Konsequent: Letztes Jahr, nach Fertigstellung von "Sin City" ist Robert Rodriguez aus der Director's Guild ausgetreten, weil die Herrschaften es nicht erlaubt haben, dass sich Rodriguez und "Sin City"-Papa FRANK MILLER die Regie-Credits teilen. (Aus der Writer's Guild ist er bereits 2001 ausgetreten. Grund/O-Ton: "Too many rules and they just take your money."
    Rodriguez durfte 1994 sogar bei "Pulp Fiction" bei einigen Szenen, in denen QUENTIN TARANTINO vor der Kamera stand, Regie führen. 2004 hat er sich dann revanchiert und TARANTINO für eine Sequenz von "Sin City" als Gast-Regisseur angeheuert.
   DANNY TREJO ist Robert Rodriguez' Cousin und SALMA HAYEK ist die Paten-Tante seiner Kinder. W-Bär




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