Bruce Lee
W-Bär, 3.7.2006
   BRUCE LEE wollte ursprünglich zuerst einmal in den Staaten ganz groß raus­kommen. Nach ein paar eher nicht so tollen TV-Filmen und -serien (z.B. die Serie "The Green Hornet") und Nachhilfe­stunden ins Sachen Martial Arts-Dögelei für Größen wie KAREEM ABDUL JAMAR, JAMES COBURN, STEVE Mc QUEEN und GEORGE LAZENBY hatte der Gute aber auch noch einen anderen Plan in petto: "Kung Fu" nämlich. Genauer gesagt hatte er eine Idee für eine Fernsehserie, in der es um einen Shaolin Mönch geht, der durch Amerika wandert und lauter ge­mein­gefährliche Abenteuer meistern muss. Gutes Konzept - spitzen Serie. Allerdings wurde er vom Studio ganz schön über den Tisch gezogen und musste für DAVID CARRADINE Platz machen.
   Daraufhin hat LEE das Handtuch geworfen und ist wieder nach Hause gefahren um in Hong Kong ein paar schnelle Filmchen zu drehen ("The Big Boss", "The Chinese Connection" aka "Fists of Fury" und "Way of the Dragon", aka "Return of The Dragon") und zum Superstar zu werden. Durch diesen Popularitätsschub konnte er dann endlich sein Traumprojekt - einen Flick namens "Game of Death" - in Angriff nehmen. Nachdem er allerdings heiße 12 Minuten Footage zusammenbekommen hatte (die berühmt-berüchtigte Kampfszene zwischen BRUCE LEE im legendären gelben Anzug und KAREEM ABDUL-JABBAR) hat sich Warner Bros. bei ihm gemeldet um ihn wieder in die Staaten zu holen. Weil die hatten zu diesem Zeitpunkt bereits gegnissen, dass der LEE in Asien bereits ein ganz ein großer war und der Abzwickte da auch in den USA kassenklingeltechnisch enormes Potential bietet. Das hat sich LEE nicht zwei mal sagen lassen, die Dreharbeiten zu "Game of Death" vorübergehend abgebrochen, und ist flugs über den großen Teich gezischt.
   Der Film verhalf ihm dann tatsächlich auch in den Staaten zum großen Durchbruch. Von dem er allerdings leider nimmer viel mitgekriegt hat, weil er zum Zeitpunkt der Premiere bereits drei Monate tot war.
   Auftritt skrupelloses Studio. Die sind nach seinem Tod nämlich draufge­kom­men, dass da noch irgendwo diese 12 Minuten von "Game of Death" herumku­geln und haben sich die ungeschaut eingenäht. Dann wurde auf die schnelle ein Script zusammengeschustert, ein BRUCE LEE-Lookalike engagiert (der eigentlich CHUNG HAO TO heißt, sich originellerweise aber den Künstlernamen BRUCE LI (!!!) zugelegt hat) und "Game of Death" wurde abgedreht. Macht in Summe allso einen halbseidenen Flick mit 70 min. unbekanntes Würschtl und einer knappen viertel Stunde echter BRUCE LEE. Und nicht nur das. Der Film dürfte immerhin so viel Kohle eingespielt haben, dass danach sogar noch "Game of Death II" nachgeschoben wurde.
    Und jetzt kommt's: dieser BRUCE LI hat dann in Folge auch noch zwei "Fist of Fury"-Sequels und einige andere Martial-Arts-Haudrauf-Flicks abgedreht, von denen einige bereits seit längerer Zeit auf DVD erhältlich sind und die um sensationelle Dumpingpreise (so ca. EUR 5,- pro Stück) verscherbelt werden. Und das fiese daran ist, dass er hier des öfteren ungeschoren als "echter" BRUCE LEE angepriesen wird.
   BRUCE LEE ist laut Obduktionsbericht am 20. Juli 1973 in Folge einer Hirnschwellung, ausgelöst durch eine allergische Reaktion auf ein verabreichtes Schmerzmittel verstorben. Einer neueren Untersuchung zufolge könnte er allerdings auch an einem epileptischen Anfall, bei dem Herz und Lunge versagt haben, gestorben sein. W-Bär





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