Brandon Lee & The Crow
W-Bär, 10.7.2006
   BRANDON LEE, dessen Papa BRUCE LEE ja keiner weiteren Vorstellung bedarf, kam bei den Dreharbeiten zu "The Crow" auf äußerst tragische Art und Weise ums Leben. Weil die 2nd Unit im Zeitplan bereits ein bisl hinten nach war, ent­schloss man sich anstatt von Platz­pa­tro­nen umgemodelte echte Patronen zu verwenden. Daraufhin wurden echte Patronen zerlegt und Zünder, Projektil und Pulver entfernt. Damit's dann im Film aber trotzdem spektakulär ausschaut, wurde statt des Schießpulvers Feuer­werks­pulver in die Hülsen gestopft. Aus unerklärlichen Gründen wurde aber zwischendurch eine Patrone, die einen Zünder und kein Schießpulver, dafür aber ein Projektil enthielt abgefeuert. Was wiederum zur Folge hatte, dass sich das Projektil unbemerkt in die Kammer geschoben hat. Als die 1st Unit dann die Szene in der ERIC DRAVEN erschossen wird in Angriff nahm, wurde die Knarre zwar wieder mit Platzpatronen geladen, allerdings war leider immer noch das eine Projektil in der Kammer, das dann auch prompt beim Abdrücken aus dem Lauf geschleudert wurde. Dass BRANDON LEE tatsächlich eine Kugel abbekommen hatte haben die Anwesenden erst bemerkt nachdem die Szene im Kasten war.
   Ergo mussten einige Szenen in Folge ohne LEE fertiggestellt werden. Bei manchen Einstellungen wurde einfach vorhandenes Footage von BRANDON LEE mittels ausgefeilter Computereffekte umgemodelt und für einige andere Szenen in denen LEE's Gesicht nicht zu sehen war wurden kurzerhand Doubles engagiert.

   Die Vorzeichen standen aber eigentlich bereits nach dem ersten Drehtag denkbar ungünstig. Hat sich doch gleich einmal ein Tischler hochgradig verbrannt nachdem sein Kran in eine Stromleitung gekommen ist; einige Tage später ging ein Truck in Flammen auf, ein Bildhauer krachte mit seinem Wagen durch ein Schaufenster und dann hat es ein weiteres Crew - Mitglied auch noch zusammengebracht sich selbst einen Schraubenzieher in bzw. durch die Hand zu rammen. So ein Depp aber auch.

   MICHAEL BERRYMAN, bekannt aus diversen halbseidenen Gruselschockern und dem famosen "Smokin' in the Boys Room"-Video von MÖTLEY CRÜE (yep, der sadistische Direktor) hatte im ursprünglichen Cut eigentlich auch eine kleine Rolle als SKULL COWBOY. Die Szenen wurde allerdings komplett geschnitten. Und ja da schau her: CAMERON DIAZ war zu Beginn als SHELLEY vorgesehen, aber die Gute konnte das Drehbuch nicht leiden und hat dankend abgelehnt.

   AMES O'BARR, von dem die Comic-Vorlage stammt, hat sich beim Zeichnen seiner Hauptfigur u.a. Springinkerl IGGY POP als Vorbild genommen. Und selbiger hätte in Folge auch in "The Crow" als FUNBOY zu sehen sein sollen. Aufgrund akuter Terminschwierigkeiten ist daraus allerdings nix geworden. Stattdessen gab IGGY POP dann in Teil 2 "The Crow: City of Angels" sein bösewichtiges Stelldichein.

   Der schwarze Gummiadler, der im Film herumflattert, ist eigentlich ein Rabe. Und Raben sind nach alter norwegischer Wikinger-Mythologie - Achtung: gruseliger Trommeltusch - Botschafter des Todes.

   RIVER PHOENIX war zu Beginn - zumindest wenn's nach Regisseur ALEX PROYAS gegangen wäre - als ERIC DRAVEN vorgesehen. Nach seinem plötzlichen Abgang wurde die Rolle CHRISTIAN SLATER angeboten, der allerdings keine Lust hatte. Wofür er sich wohl heute noch in den Hintern beißen dürfte... Und für das Sequel hat sogar niemand geringerer als ex-Spandexhosenmädchenschwarm JON BON JOVI vorgesprochen. Der Gute wurde allerdings von VNICENT PEREZ ausgestochen.

   Dem schnöden Mammon zuliebe wurden nach "City of Angels" traurigerweise noch eine halbseidene TV-Serie (mit B-Movie-Zampano MARK DACASCOS), das ominöse "Wings of the Crow" aus dem Jahr 2000 mit einer weiblichen Krähe und zwei weitere "offizielle" Sequels ("The Crow: Salvation" aus dem Jahr 2000 mit ERIC MABIUS und KIRSTEN DUNST und letztendlich "The Crow: Wicked Prayer" (2005) mit EDWARD FURLONG, TARA REID und DANNY TREJO) nachgeschoben, die allerdings allesamt sowohl bei der werten Kritikerschaft als auch beim Publikum mit einem ordentlichen Rumpler durchgefallen sind. Die letzten beiden Teile sind nicht einmal mehr ins Kino gekommen sondern wurden direkt auf DVD veröffentlicht. W-Bär




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