3 Feet Smaller „3rd Strike"
W-Bär, 26.2.2007
    Wir haben es hier doch tatsächlich mit einer kleinen Premiere zu tun. Erstmals wollen wir euch nämlich an dieser Stelle einen - zugegeben nicht mehr ganz so taufrischen, aber nixdestotrotz ober­lei­wan­den - Erguss einer waschechten, öster­rei­chi­schen Kapelle nahe legen. Des selbsternannten LL-Redakteurs ent­deck­ungs­lustige Hör- und Sehgewohnheiten was heimische Flicks und Kapellen angeht, mögen zwar nicht die zackigsten sein, aber wenn was einschlägt, dann schlägt's ein. Und zwar gewaltig. So geschehen vor geraumer Zeit bei "In drei Tagen bist du tot" (für den schändlicherweise immer noch keine LLobhudelei verfasst wurde) und vor kurzem beim famosen 2004er Album "3rd Strike" von 3 FEET SMALLER. Dass die Burschen zufällig auch ein paar Nummern für den "In drei Tagen"-Soundtrack beigesteuert haben, sei jetzt nur am Rande erwähnt und passt somit wie der Punsch in den Krapfen.
   Bei musiktechnischen Betrachtungen (wobei es sich ja bei unseren Reviews meistens weniger um Kritiken sondern vielmehr um Plattentipps handelt) fällt unsereiner immer schnell der Versuchung anheim sich schnöder Vergleiche zu bedienen. Schließlich möchte man seiner werten Leserschaft ja möglichst anschau­lich und ohrenfreundlich vermitteln womit wir es zu tun haben. Würd ich ja auch gern, das Problem ist nur: kann ich nicht. Da will nämlich partout keine Kapelle einfallen die so klingt wie 3 Feet Smaller. Oder umgekehrt. Und das allein ist ja schon ein Kompliment sondershausen.
   Fakt ist: die Buben brauchen sich weder vor der heimischen Konkurrenz, noch vor ihren US-Vorbildern zu verstecken. Wobei der vielzitierte und eigendefinierte Bowling Punk mittlerweile eigentlich vielmehr zur Modemarke verkommen ist, als er dem tatsächlich dargebotenen wirklich entspricht. Denn gar so junghupferisch (im musikalischen Sinne, hüstel, hüstel), wie uns die eigenwillige Musikbeschreibung weismachen will, sind sie nämlich gar nicht (mehr). Nix da mit spätpubertären Texten oder Blink 182schem Zuckerlpunk. Da geht's lyrisch mitunter durchaus auch schon ein wenig ernster zu. Wobei jetzt aber keinesfalls der Eindruck erweckt werden soll, dass wir es hier mit einer allerweil grimmig dreinschauenden Emo-Kapelle zu tun haben, die den ganzen lieben Tag nur vor sich hinseiert. Dafür kracht's dann gottseidank viel zu gut. Anspieltipps: das famose "Reason Unknown", das spaßige "Vienna Chainsaw Massacre", das lyrisch butterweiche "Rich Bitch", der popo­tretende Opener "Punk?" und zuguterletzt natürlich "Strike Back", der leiwand­ste heimische Partyrocker aller Zeiten.

   Um's auf den G-Punkt zu bringen (kurzer männlicher Grunzer ...): "3rd Strike" ist das mit Abstand obercremigste Scheiberl Rock'n'Roll das jemals in Österreich gepresst wurde und wer sich mit den von der LL-Belegschaft verehrten Musik­kapazundern (Lit, Zebrahead, Handsome Devil, Foo Fighters & Co) etwas anfangen kann, der wird auch 3 Feet Smaller höchstgradig lieb haben. Versprochen! W-Bär





› Release: 04/2004
› Label: Pate (SBF)
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. Intro
02. Punk?
03. Strike back
04. Reason Unknown
05. Alone in the Dark
06. Let it Out
07. Prologue
08. VCM
09. Scared
10. Rich Bitch
11. Fade Away
12. Declared Void
13. Angelstar
14. Dance with me
15. I've done Wrong
16. Outro

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