Four Year Strong „Rise or die tryin"
Markus, 12.11.2009
 Mit Four Year Strong aus Worecester/ MA ein neuer Act in unserer Review-Ru­brik. Gänzlich zur frisch geschlüpten Sorte ist der 5er aus der ostamerikanischen Provinz jedoch nicht zu zählen. Die ein­drucksvollen Bärte verraten es. Tat­säch­lich datieren seine Wurzeln nämlich aus dem Jahr 2001. Typische High School-Gründung halt, von deren Original Line-up nur mehr die beiden Saitenwürger/ Sänger Alan Day und Dan O`Conner übrig sind. Ursprünglich dem Hardcore in Spielart der Gorilla Biscuits zugewandt, raspelten sie ihren Sound im Laufe der Jahre in Richtung Melodycore/Punk zurecht. US-Tourneen mit u.a. New Found Glory und The Starting Line dürften den Quell der Inspiration hierfür geliefert haben. Nach einigen EP`s, die allerdings nur in lokalen Insiderkreisen Beachtung fanden, brachten Four Year Strong 2008 schließlich ihren ersten Longplayer über den Indie Decaydance zur Veröffentlichung. „Rise or die trying“ sein jugendbewegter Titel. Der beginnt zunächst unerwartet vertraut: Kirchenglocken, Feuerwehrsirene, Vogel­ge­zwitscher, hm ... erinnert jetzt unheimlich an Samstag Mittag in der österreichischen Provinz. Ist in diesem Fall aber lediglich das Intro „The take over“, welches mit martialischem Schlagwerk, netten Akkordzerlegungen sowie eu­phori­schem Männer­chor­gesang in getragenem Tempo zu „Prepare to be digitally manipulated“ über­leitet. Ge­schwin­dig­keit rauf und mit der Double-Bass-Wurst den Zuhörern eins überbraten. Klingt vom Riffing und den Ge­schwin­dig­keits­wech­seln teils gar nicht mal so „un­metallisch“. Wird aber von den mehrstimmigen Ohren­schmeich­ler­ - Vocals eindeutig pop­punkig kontrastiert. An sel­bige schmiegen sich schließlich Hardcore-Growls, welche uns die Schweinung besorgen. Erste Erkenntnis: die Band dürfte aus zumindest 5 Sängern bestehen. Tatsächlich sind`s aber nur zwei. Weiter mit „Abandon ship“ und Keys, die wir so schon bei New Found Glory gehört haben sowie von Zebrahead geborgten Vocal-Lines und Gitarren-Leads im Refrain. Allerdings mit einer ziemlich abgelederten Dynamik und fachmännischem Sechssaiterqietsch. Respekt. Sehr auf den Punkt das. „Heroes get remembered”. Wieder was für den Zebrahead-NFG-Freund samt gepfefferter Double-Bass-Wand. Dieses Stilmittel dürften sie gern haben. Abermals mit viel Spielwitz und derartigem Spaß an der Freude vorgetragen, dass man ihnen das Fladerantentum nicht so recht verübeln kann. Und in der Tonart geht`s im Wesentlichen weiter.
   Zwischendurch werden noch die frühen Fall Out Boy („Men are from Mars“, „Bada bing! Wit a pipe“) und Blink 182 („If he`s here“) zitiert, ansonsten viel des voran­ge­gangenen Namedroppings („Wreched `em“, „Catastrophe“, „Beatdown in the hey of happy“). Nun, dieser „Best of the late 90ies/early Y2K`s“ ist jetzt in der Tat nicht sehr originell. Wurde allerdings bis in die Barthaarspitzen motiviert und mittels fluffig eingestreuter Hardcore-Breakdowns ein wengerl härter als bei den großen Vor­bildern ins Mischpult gerockt.

  Unterem Strich eine kompakte, technisch verdammt stramm eingespielte und gar nicht zwidere Scheibe, welche strukturkonservativen Musikfreunden wie uns durch­aus zu pass kommt. Na also! mk





› Release: 09/2007
› Label: Decaydance
› Links: Website, MySpace
› Plattentipp: LL-Player

Tracklist:
01. The Take Over
02. Digitally Manipulated
03. Abandon Ship
04. Heroes Get Remembered
05. Wrecked 'Em?
06. Catastrophe
07. Men Are from Mars
08. Bada Bing! Wit' a Pipe!
09. Beatdown
10. Who's Runnin' Hell?
11. Maniac (R.O.D.)

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