A „Teen Dance Ordinance"
Markus, 22.1.2007
   Jetzt waren ja unsere liebe Fr. K. und der Hr. LL-Oberförster letztens in Engeland und da drängt es sich geradezu auf, hier nach längerem wieder einmal eine bri­ti­sche Band zu featuren. Nachdem wir nicht und nicht müde werden der her­kömm­lich­en Insel-Mucke journalis­tisch und mit Anlauf in die Glocken zu treten, weil sie uns so lieb ist wie ein eitriges Fuß­nagel­bett, sollen die löblichen Ausnahmen na­tür­lich auch ab und zu auf`s Podium ge­hoben werden. Und A fallen genau in diese „Na bitte, auch käsige Briten können rocken, wenn sie nur wollen“-Kategorie.
   Rund um die Brüder Jason, Adam und Giles Perry Mitte 90 in Leeds formiert erfreuten sie den Musikmarkt mit bisher 4 Studioalben und einem Live-Dingens namens „Exit stage right“. Der gelernte Rock-Historiker erkennt in diesem Titel natürlich gleich die tiefe Verbeugung vor den kanadischen Prog-Opas Rush, deren legendäres Live-Album aus dem Jahr 1981 den Namen „Exit stage left“ trägt. Den Diener machen A generell gern und uns daher das ausgraben ihrer Einflüsse leicht, geht auf ihr Konto doch außerdem ein Song namens „Jason`s Addiction" (auf „A vs. Monkey Kong“/1999), eine Hommage an die göttlichen kalifornischen Psychedelic-Spinner Jane`s Addiction. Die Entertainment-Granate David Lee Roth covern sie auch ganz gern („Just like paradise“/ siehe dazu die Soundfiles auf ihrer HP), ihre Beach Boys-Plattensammlung dürfte ebenso ziemlich komplett sein und Orange (County) gefärbter Punk ist irgendwie das Fundament auf dem sich das alles aufbaut. Ja und wer hätte es gedacht, die Summe all dieser Ingredienzien ergibt ein ziemliches Musik-Schmackofatz. Nur mehr völlige musikalische Unzulänglichkeit könnte den Burschen da ins Handwerk pfuschen. Aber nixx, sind natürlich enorm flinke Finger an ihren Arbeitsgeräten, also passt`s hinten wie vorn.
   Die VÖ „Teen dance ordinance“ haben wir uns übrigens deswegen rausgepickt, weil sie schlicht der aktuellste Longplayer der fünf Buben aus Leeds ist. Klatschen darauf ihr Mischmasch zwar ein bisserl komplexer, sprich weniger straight, zusammen als früher, rocken aber noch allerweil auf`s Knackigste und beeindrucken as usual mit wunderhübschen Melodiebögen.
   Haben sich halt über die Jahre ihr eigenes Nischerl eingerichtet, dass sie aus der Flut an Outputs in diesem Bereich steil herausragen lässt. Könnte man jetzt - ähnlich wie bei Zebrahead - mit „Poppunk advanced und sehr weit draußen“ benennen. So klingt der Opener „Rush Song“ als hätte das kanadische Frickel-Trio selben Namens ein musikalisches Tete-à-tete mit Jane`s Addiction gehabt, sind „Better of with him“ und „Someone else“  A-typische (sic!) „Gute Laune-Rocker” wie sie der Fünfer schon auf den vorangegangen Alben immer mal wieder elegant aus der Hüfte schüttelte, kriegen sie sowohl leicht „Progressive“ klingende Tracks wie „Wisdom“ als auch sehr relaxt Halbakustisches wie „Hey“ ohne mit der Wimper zu zucken auf die Reihe.

   Bis auf das ein bisserl larifari in der Gegend rumstehende  „Wake up“ sind also keine Ausfälle auszumachen. Daher steht einer amtlichen Bewertung eigentlich nichts im Weg. mk





› Release: 07/2005
› Label: London Rec.
› Links: Website, Fansite

Tracklist:
01. Rush Song
02. Better Off With Him
03. Art Of Making Sense
04. Someone Else
05. Die Tonight
06. 2nd Coming
07. Wake Up
08. Black Hole
09. Hey
10. Worst Thing
11. After Burner
12. Wisdom

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