Bullets And Octane „In the Mouth of the Young"
W-Bär, 8.5.2006
  So, so. Bullets And Octane also. Klingt ja ganz schön gefährlich. Und ist eine gar nicht mal so unpassende Beschreibung für das was hier geboten wird: adrena­lin­ge­badeter Schwedenrock mit einer or­dentl­ichen Prise Scheißmanix-Punk. Da hagelt es doch glatt eine veritable Hirndätschn nach der anderen. Was vor allem daran liegt, dass die Burschen manchmal der­maßen aufs Gas steigen ("I ain't your Sa­vior"), dass da gar dem nicht vorhandenen Herzschrittmacher die Luft ausgeht, weil er nimmer mitkommt. Aber - und das ist jetzt wohlgemerkt nicht unerheblich für den Bullets-Sound - Gene Louis und seine Kollegen kommen aus dem sonnigen Orange County, CA: der Heimat von extraorbitalgenialen Kapellen wie Lit, Handsome Devil, Zebrahead, u.a. Und somit dürfte es sich wohl quasi von selbst verstehen, dass es auf "In the Mouth of the Young" durchaus auch melodiös zugeht. Macht somit schon Sinn, dass die Burschen heuer mit Social Distortion (übrigens detto aus Orange County) auf Tour waren. Wobei im Hause B&O - im Gegensatz zu den Opas von SD - sicherlich mehr gerockt als gepunkt wird. Und das ist gut so! Mit Schweißausbruch Nr. 1 "Going Blind" wird gleich einmal rotzig verlautbart wo's soundteppichtechnisch hingehen soll. Komposition Nr. 2 "My Disease" klingt dann überhaupt so als hätten sie sich die Strophe bei Velvet Revolver und den Refrain bei den Backyard Babies gefladert und mit einer Prise Oktan verfeinert. Und dann wär'ma auch schon bei Nr. 3 "Save me Sorrow", der inoffiziellen B&O-Hymne. Die Nummer hat bereits ihr Inde­pendent-Erstlingswerk geziert und wurde extra für's nun vorliegende Major-Debut noch einmal entstaubt und neu vertont. Heimliche Höhepunkte sind aber gar die zwei balladeskeren Hadern "Last Mistake" und "Bathroom Floor". Wobei der Begriff Ballade hier durchaus mit Vorsicht zu genießen ist. Die beiden kalifornischen Chansons (weil erstens gesungen, lyrisch sowieso und erst recht episch) rocken nämlich auch trotz wehleidiger Grundstimmung immer noch ganz schön arg.

   "In the Mouth of the Young" ist ein dreckiger, kleiner Bastard der sich so richtig schön zum Saurauslassen eignet. Beim Autofahren sollte man die Scheibe vielleicht eher nicht hören, weil der Gasfuß aufgrund der popotretenden Gitarren-Power, die da aus den Boxen tropft unweigerlich immer schwerer wird, aber sonst gibt's da rein gar nix zum meckern! W-Bär




› Release: 04/2006
› Label: RCA
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. Going Blind
02. My Disease
03. Save Me Sorrow
04. I Aint Your Savior
05. Cancer California
06. Last Mistake
07. Signed In Alcohol
08. Queen Mirage
09. Caving In
10. Bathroom Floor
11. All Hail Halo
12. Mine Now

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