Collateral
W-Bär, 18.4.2005
  MICHAEL MANN steht für hochkarätiges, intelligentes Kino abseits jeglicher Holly­wood­klisches, da fahrt einmal der Traktor drüber. Das hat er mit "The Insider", "Ali" und mit dem Jahrhundert­gangster­versus­bullen­flick "Heat" (mit Bertl DeNiro, Al Pacino und dem großen Danny Trejo) mitt­ler­weile mehr als einmal bewiesen. Da freut man sich natürlich wenn's was Neues vom Großmeister gibt. Wenn man dann aller­dings feststellen muss, dass zwei der zurzeit unpackbarsten Sackgesichter Hollywoods in den Hauptrollen zu sehen sind, möchte man am liebsten auf der Stelle hinters Haus gehen und einen McKlusky abziehen (Def. "einen McKlusky abziehen": sich in Be­glei­tung unmenschlicher Würgelaute lauthals übergeben; siehe auch "Die Schweinepriester" Kapitel 16 "Das Pokerfiasko, Teil 1" --Anm. d. Red).
   In "Collateral" dürfen sich nämlich Tom Cruise als ergrauter Profi-Killer und Jamie Foxx, als Taxler gegenseitig (und im Zuge dessen quasi auch gleich dem Zuseher) auf die Eier gehen. Und das tut doppelt weh, wenn man in Anbetracht zieht, dass sich eigentlich Edward Norton und Adam Sandler gegenseitig eine aufs Happel geben hätten sollen (Norton als Killer und Sandler als Taxler). Aber den beiden kam leider was dazwischen. Zur Geschichte: der Profi-Killer Vincent steigt eines Nachts zum gutgläubigen Max ins Taxi und zwingt den Guten in Folge ihn eine ganze Nacht lang von einem Auftrag zum nächsten zu kutschieren. Inhaltstechnisch war's das dann auch schon. Und da blitzt wieder die exorbitante Genialität des Herrn Mann auf! Trotz zweier unsympathischer Fetztnschädln in den Hauptrollen und einer Storyline, die so dünn ist wie der Oberlippenbart des Alcalde in "Zorro mit der heißen Klinge" schafft's der Gute einen ganz passablen Thriller abzuliefern, der in einer derart pumascheißescharfen, durchgestylten Optik daherkommt, dass es eine Freude ist!

  "Heat" ist es zwar bei weitem keiner geworden (die Messlatte hat sich der Herr Reschissör selbst gelegt!!), aber für 120 min. spannende Unterhaltung reicht’s immer noch. Außerdem gibt's als Draufgabe sogar noch ein Wiedersehen mit Jada Pinkett Smith (die ja in letzter Zeit mehr auf Frau Will Smith macht als auf Schau­spielerin) und dem Jack Dalton aus McGyver (Bruce Mc Gill)! Ganz ok! W-Bär 3/5

PS. lustig: "Collateral" beginnt am Flughafen und endet in der U-Bahn und "Heat" beginnt in der U-Bahn und endet am Flughafen .... (nerdiger Einschub Ende!) ...






Jahr: 2004
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Stuart Beattie
Links: IMDB

Starring:
Tom Cruise
Jamie Foxx
Jada Pinkett Smith
Mark Ruffalo
Peter Berg

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