Flipp „Volume"
W-Bär, 25.7.2005
  Vorweg einmal ein kurzer Ausflug in Sachen Flipp-Biographie: Flipp wurden be­reits 1990 von Schreihals Schizo Boy und Zeugler Kilo Bale gegründet. Aber da es zu zweit nur halb so lustig ist, wurden auch gleich noch ein gewisser Freaky Useless (zuständig für's Bassgezupfe) und Schizo-Boy's kleiner Bruder Chia Karaoke (Gitarre und alles was sonst noch so anfällt) angeheuert.
   Zum ersten Mal so richtig aufgefallen sind die vier durchgeknallten Schizos Mit­te der 90er beim Edgefest-Festival, als sie die dortigen Besucher während ihres Auftritts derart aufgestachelt haben, dass sich in Folge tausende Rockfans eine gigantische Schlammschlacht geliefert haben. Der Höhepunkt: Schizo Boy's blanker (in sämtlichen Nachrichtenbeiträgen digital wegretuschierter) Arsch, der von allen Seiten mit Schlamm beworfen wurde.
   Seitdem zählen Flipp zu den Fixstartern beim Edgefest. 1997 haben sie dort dann sogar eine halbe Tonne Flipp-Cereals auf die Massen regnen lassen und 1999 wurden kurzerhand fünf NSYNC-Lookalikes engagiert, die statt Flipp auf die Bühne marschierten. Nachdem die aufgebrachte Menge sich daran machte, die vermeint­lichen NSYNCS von der Bühne zu buhen und mit jeglich vorhandenem Quargl zu beschießen, betraten die vier Flipps die Bühne und verdroschen die vermeintliche Boyband auf's Böseste. So manch einer, der damals zugegen war, schwört heute noch, dass es sich damals um die echten NSYNC gehandelt hat und jene unsäglichen Boypopper von Flipp tatsächlich vermöbelt wurden ....
   Es folgten diverse Opener-Slots für die Misfits, White Zombie, Cheap Trick, die Ramones und Everclear. Eine fruchtige Konstellation, wie sich schon bald heraus­stellen sollte, denn Everclear-Papa Art Alexakis war von der durchgeknallten Glam­kapelle dermaßen begeistert, dass er gleich beschloss ihr erstes Major-Album zu produzieren.Und da is' es nun. "Volume" wurde 2002 auf die Menschheit losgelassen und ist gleichzeitig quasi eine Art Best-Of der frühen Flipp. Über die Hälfte der Songs ("Rockstar","Oh Yeah", "La De Da", Psycho Babble" etc.) stammen vom Vorgänger - Album "Blow it out your Ass" (2000), das allerdings nur regional erschienen ist. Und Art Alexakis tat was er am besten kann: er nahm die vorhandenen Flipp-Songs und würzte sie mit einer Prise Everclear und einer fulminant geschmeidigen Produktion. Das Ergebnis: 11 fette Rock-Hadern, die zum Teil ein bis'l nach Everclear klingen ("I still love Rock'n'Roll") und zum Teil einfach nur leiwand sind ("Rock'n'Roll Star", "Clone Me", "Freak", "La De Da"). Bei "Zoom" kommt dann sogar ein bis'l der alte Herr Bowie durch und es klingt trotzdem gut.

   Alles in allem ein Glampunkrockbastard, der sich gewaschen hat! Dafür gibt's ganz ganz viele Sternderl! W-Bär






› Release: 08/2002
› Label: Artemis
› Links: Website

Tracklist:
01. Clone Me
02. Freak
03. La De Da
04. Hairdo
05. I Still Love Rock -N- Roll
06. Rock -N- Roll Star
07. Zoom
08. Cock Rock
09. Oh Yeah
10. Whole World's Sick
11. Psycho Babble

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