Goldfinger „Disconnection Notice"
Markus, 1.8.2005
   „Disconnection Notice" ist der neueste Streich des nach dem legendärsten aller Bond-Bosnigln benannten kalifornischen Quartetts. Der 1994 um Sänger/Gitarrist John Feldman und Bassist Simon ge­grün­dete Santa Monica-Vierer frönte zunächst einer fröhlichen Mixtur aus Punk und Ska, ähnlich den bei uns weit bekannteren NoFX. Diese Mischung sollte ihnen einige Achtungserfolge sowie einen Fixplatz auf der damals angesagten Vans Warped-Tour einbringen.1998 übernahm an Stelle des ausgestiegenen Ur-Bassman Simon Kelly LeMieux den Job am Viersaiter. LeMieux verdingte sich ebenso wie Frontschweinchen Feldman dereinst bei der ebenso genialen wie notorisch erfolglosen Funk Metaller-Partie ELECTRIC LOVE HOGS. Sein Einstieg hatte die Folge, dass Goldfingers Sound fortan noch ein Aitzerl härter, rockiger und knackiger werden sollte. Launig hüpfende Ska-Pogos wurden nun gerne mal durch hundsgemein einher moshende Metal-Riffs unterbrochen, was dem musikalischen Gesamtbild noch mehr Pfeffer und Originalität verlieh.
  2000 erschien schließlich ihr bisher erfolgreichstes Album „Stomping ground", welches u.a. das gelungene Nena-Cover „99 Red Balloons“ enthielt. Auf ihrer neuesten VÖ hat sich Goldfingers Klangbild nun wieder ein wenig verändert. Der Ska-Anteil (Piccolo-Snare, Bläsereinsatz, Stakkato-Riffing) wurde zurück geschraubt, der luftig eingestreute Metal-Bratz blieb auf der Strecke. Ist verständlich, sind ja auch nicht mehr die jüngsten, die Herrn. Trotzdem kracht ihre Musik, im Unterschied zu der von anderen nicht mehr ganz taufrischen Rock-Haudegen, nach wie vor ordentlich. „Disconnection notice" ist nämlich ein äußerst geschmeidig tönendes Stück Rock-Musik, dass sich vor den aktuellen Outputs wesentlich jüngerer Vertreter dieses Genres, in keiner Weise zu verstecken braucht. Ganz im Gegentum: Arrangements und Spieltechnik bekommen nur wenige dermaßen saftig und kompakt hin. Das verrät einem schon der treibende Opener „My Everything“, der mit äußerst gewitzten Rhythmus-Wechseln zu beeindrucken versteht. Hier münden Erfahrung und Reife nicht in Hausschlapfen-Rock, sondern dienen zur Steigerung der eigenen Effizienz. Lieder wie „Ocean Size“, „Too many nights“, „Walk away“ oder „Stalker“ machen einfach einen unheimlich schlanken Fuß und zeigen dem nach­drängenden Jungvolk was eine Harke ist.

   Einzig das mit einem eitrigen Keyboard/Flöten-Riff unterlegte „Faith“ hätten sie sich schenken können. Ansonsten klingt hier nichts ranzig oder altersschwach, sondern frisch wie in Schallwellen gewandeltes Odol-Mundspray. Beispielhaft. mk






› Release: 02/2005
› Label: Maverick Rec.
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. My Everything
02. Wasted
03. Ocean Size
04. Uncomfortable
05. Too Many Nights
06. Damaged
07. Behind the Mask
08. I Want
09. Iron Fist
10. Walk Away
11. Faith
12. Stalker

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