Hardcore Superstar „Dto"
Mark, 9.3.2007
   Nein, hier werden keine Porno-Flicks rezensiert. Als wären wir solche Sau­bar­teln! Hardcore Superstar sind nämlich ei­ne Band. Aus Göteborg/Schweden, seit `97 existent. Unter dem Motto „Heute wird gekratzt, wo`s juckt Kumpels!“ sind sie auf diesen schmuddeligen Bandnamen gekommen. Und, yep, der hat tatsächlich nichts mit der Musikrichtung „Hardcore“ zu tun, sondern ist schon so anlassig gemeint, wie unser einschlägig ver­dor­be­ner Geist reflexartig assoziiert. Aktueller Bezug zu dieser VÖ? Nun erstens gebucht für das heurige Nova Rock in Nickelsdorf, zweitens „Leiwand!“, drittens noch viel zu unbekannt hierzulande, sprich es muss wieder mal missioniert werden! Was jetzt allerdings nicht schlüpfrig co-notiert ist. Das Herkunftsland lässt es erahnen, bei Hardcore Superstar wird wild gerockt. Als entfernte Referenz wollen wir auf die in unserem Online-Mag bereits zu Review - Ehren gekommenen skandinavischen Rock`n`Roll-Berchten Hellacopters, Gluecifer und Backyard Babies verweisen. Zu denen besteht eine gewisse Verwandtschaft, Freundschaft sowieso, auch wenn man bei genauerer Betrachtung grobe Unter­schiede ausmacht. Wo nämlich die drei oben genannten neben 80er-Sleaze, auch eine Menge 70ies-Punk und ein bisserl 60er Biker-Rock aufschnupfen, sind Hardcore Superstar so was von im 80er Sunset Strip-Booze`n' Tattoos-Metal verhaftet, dass es für Freizeit-Poser wie uns einfach ein Volksfest ist! Voll „L.A. `89“ die Buben. Damals traten Guns`n`Roses noch kräftig Anus und die Skandalnudeln von Mötley Crüe lieferten gerade ihren Klassiker „Dr. Feelgood“ an Walmart und Konsorten aus. Mit diesen zwei Bands sind eigentlich die zwei wesentlichen Eckpfeiler zur musikalischen Orientierung in den Boden getrieben, genau zwischen „Appetite for destruction“ und dem Herrn Doktor detonieren die songtechnischen Whiskey (A-Go-Go)-Rülpser auf Hardcore Superstars vierter Scheibe. Schmückt uns sehr! Besonders in Tagen wie diesen, wo einem der Feuilleton mit aus dem Popsch gezogenen Kunststudenten wie z.B. den Strokes zum wasweißdennichwievielten Mal ein lauwarmes WhoKinks Beatles-Rip-Off als der Weisheit letzten Schluss zum Thema Rock`n`Roll verkaufen will. Dagegen halten wir den schwengellastigen Sauproleten-Zugang der trinkfesten Göteborger für wahrhaft erfrischend und löblich wider den Zeitgeist gekampelt. Vor allem weil die Vier beim Spielen der­maßen straff die Backen zusammenhalten, dass sie nach übermäßigem Kohle­ta­blet­ten-Genuss vermutlich Diamanten abwurzen. Den Sound prackt`s dabei modern, klar, trotzdem extra blad aus den Amps und er hält genau die richtige Balance zwischen Transparenz und Rotz. Lieder schreiben können Hardcore Superstar ebenfalls und verpassen einem mit der amtlichen Hirndätschen „Bag on your head“, dem Party Rocker „My good reputation“, der AC/DC-Hommage „Blood on me“ oder dem Drudenfuß-Singalong „We don`t celebrate sundays“ einen schlackernden Dampfhammer auf die Glocken. Zurecht kann sich die Truppe daher das Label „Lemmy-Approved“ an die gepiercten Brustwarzen hängen, denn das alte Motör­head-Warzenschwein soll angeblich unheimlich auf die Burschen stehen.

  Na wenn das mal keine Kaufempfehlung ist! Also: werft Stetson, Eyeliner, Lechzer-Leiberl sowie Spandexhose über und sattelt die Hühner Richtung Nova Rock! mk




› Release: 04/2006
› Label: Gain (Cargo Rec.)
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. Kick on the Upperclass
02. Bag on Your Head
03. Last Forever
04. She's Offbeat
05. We Don't Celebrate Sundays
06. Hateful
07. Wild Boys
08. My Good Reputation
09. Cry Your Eyes Out
10. Simple Man
11. Blood on Me
12. Standin' on the Verge

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