Hell Ride
W-Bär, 6.10.2008
   Dieser Larry Bishop ist ja vielleicht ein dreister Schlingel. Und ein ganz ein ausge­fuchs­ter noch dazu. Da lurcht er jahr­zehn­te­lang als verstaubter Nebendarsteller durch noch verstaubtere, halbseidene Biker-B- Movies und plötzlich beschließt er sich selber mirnixdirnix ein filmisches Denkmal zu setzen. Neben dem Drehbüchl und der Regie hat sich der alte Stelzbock dann auch gleich noch nicht faul und schwers­tens Mid­life Crises-geplagt die testosterongetränkte Hauptrolle zu­ge­schanzt. Weil wenn schon, dann denn schon. Mit einer komplizierten Handlung wird sich da natürlich gleich gar nicht erst lange aufgehalten, schließlich geht's in erster Linie darum, unseren Helden namens Pistolero (ergo sich selber) mög­lichst gut rüberkommen zu lassen.
  Was bleibt sind haufenweise voll(!)nackerbadzige Schönheiten jeglicher Haut- und Haarfarbe, die sich dem bierwanstigen Herren Hauptdarsteller scharenweise zu Füßen werfen und nix lieber tun, als mit ihm ins Bett zu hüpfen; zwei obercoole Hawara (Stylingkaiser MICHAEL MADSEN und Messerakrobat ERIC BALFOUR), die zwar nix erschüttern kann, die ihrem Biker-Häuptling aber cooltechnisch immer ein Eitzerl unterlegen sind; ein ungustiger Halunke (VINNIE JONES), der am liebsten Leute meuchelt und Frauen schändet; ein ausgebuffter alter Biker-Guru (DENNIS HOPPER), der dem Flick die nötige Credibility auf's Aug drücken soll; und last but not least, eine pumascheißescharfe späte 60er/frühe 70er-Jahre-Trash - Optik vom Feinsten. Da kann sich jetzt sogar QUENTIN TARANTINO mit seinem Grindhouse-Filmchen "Death Proof" brausen gehen.
   Apropos Tarantino. Der hätte ursprünglich eigentlich ERIC BALFOUR's Rolle über­nehmen sollen, hat sich aber letztendlich auf's produzieren beschränkt. Der große Dicke war aber auch sonst nicht gerade unwesentlich an der Entstehung von "Hell Ride" beteiligt. Schließlich haben sich Larry Bishop und Michael Madsen während der Dreharbeiten zu "Kill Bill" kennenund liebengelernt und sogar DAVID CARRA­DINE darf Cameo-mäßig mitmischen.

  Kurzum: "Hell Ride" ist quasi die Antithese zum vielzitierten Chick Flick. Handlung ist so gut wie keine vorhanden, die Dialoge sind ganz schön räudig, aber bei der Besetzung gibt's nix zu meckern und die Optik und der dazugehörige Soundtrack können sowieso alles. Der Film unterhält und verdammt, was will man mehr! W-Bär






Jahr: 2008
Regie: Larry Bishop
Drehbuch: Larry Bishop
Links: Website, IMDB
Video: Trailer

Starring:
Larry Bishop
Michael Madsen
Eric Balfour
Vinnie Jones
Dennis Hopper
David Carradine

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