Hellyeah „Dto"
Markus, 30.4.2007
   Erstens: dieser Bandname hat Glocken. Pummerin-mäßige sogar. Somit gibts von uns einen Stern von Haus aus. Einzige Fra­ge: Warum ist auf den vorher noch keiner gekommen? Nix genaues weiß man nicht. Zweitens: wird in Matten- & Leder­tack­en-Kreisen als die ultimative Metal-Super­group 2007 abgefeiert. Hier musizieren nämlich Chad Gray und Greg Tribbett (Chef–Gröhler bzw. Saitenwürger von Mudvayne), Tom Maxwell (Klampfer bei Nothingface) sowie Huggy Bear Vinnie Paul an den Fellen (Ex-Pantera u. Damage Plan). Bassist Jerry Montano ist seit kurzem raus, der Job am Viersaiter daher vakant.
   Alles in allem “Credibility galore”. Sehen aus wie Männer, riechen wie Männer, rülpsen wie Männer, spielen wie Männer. Schon der programmatisch betitelte Opener walzt alles platt was sich ihm in den Weg stellt. Modern groovender Thrash-Knüppel am derzeitigen State of Art. Und Kenner hören gleich, dass da, nach einer längeren Schaffenspause aufgrund des tragischen Todes seines Bruders (90ies-Gitarren-Wizard Dimebag Darell), niemand anderer als der ehemalige Pantera-Zeugler Vinnie „Texas Tornado“ Paul das Schlagwerk um Gnade winseln lässt. Weil was die zünftige Double-Bass betrifft, kann man dem alten Hrn. Paul halt kein X für ein S vormachen. Geht nach wie vor auf keine Kuhhaut, was der mit dem Dop­pel-Schlägel alles anrichtet. Jung­spun­de geht`s heim! Nächstes Liedl  „You would­n`t know“ noch leiwander. Fest in den ver­staubten Snakeskin-Boots stehender Heavy Rocker. Irgendwo zwischen Southern-Rock und schwermetallisch wabberndem Blues. Mundet nach schwarzgebranntem Fusel und Motorschmiere. Jamjam! Danach wieder ein Thrash-Dampfhammer mit neumetallischem Chorus in Gestalt von „Matter of time“, dann wieder Metalcore-iges wie „Waging war“, zwischendurch ein gut abgehangener Halbakustik-Blueser mit dem grenzgenialen Titel „Alcohaulin` ass“,.... Bekommen Hellyeah von uns jetzt das Trenzbatterl „Southern Thrash“ umgehängt. Passt auch zu den Looks. So mit feschem Stetson und „Koteletten brutal“. Kritikpunkt: bisserl mehr Melodie seitens des Sängers wäre nicht schlecht gewesen. Der kann ja wenn er will! Wie u.a. bei „Star“ oder „Thank you“ dezent angedeutet. Denn allerweil mit hochroter Rübe und eingezwicktem Schwengel gegen die beeindruckende Soundwand der Instrumentalisten anzublöken, hilft dem Abwechslungsreichtum der Songs nicht gerade weiter.

   Ansonsten durchaus ok das Teil, obwohl`s (abgesehen vom Bandnamen) in Summe nicht ganz so toll kommt wie die aktuelle Stone Sour. mk




› Release: 04/2007
› Label: Sony BMG
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. HELLYEAH
02. You Wouldn't Know
03. Matter of Time
04. Waging War
05. Alcohaulin Ass
06. GodDamn
07. In the Mood
08. Star
09. Rotten to the Core
10. Thank You
11. Nausea
12. One Thing

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