House of 1000 Corpses
W-Bär, 8.11.2004
    Das ist er also: Rob Zombie's Einstand in Hollyood. Wer den Herrn Zombie kennt, weiß ja bereits, dass der Knilch ein unpack­bares Gespür für 70er-Jahre-Trash-Ästethik sein Eigen nennt. Da braucht man sich nur die Musikvideos seiner einstigen Stamm­ka­pelle White Zombie, seine eigenen So­lo­videos oder auch einfach nur die liebevoll gestalteten Platten-Cover seiner musi­ka­lisch­en Outputs zu Gemüte führen. Und mit "House of 1000 Corpses" wird er seinem Namen nun endgültig gerecht: Splatter as Splatter can be! Die Geschichte ist schnell erzählt: vier Jugendliche fahren durch's (ein) öde Amerika und landen bei einer durch­geknallten Familie. Und dann geht die Post ab. Gefangene werden dabei natürlich keine gemacht. Gegen das "Haus der 1000 Leichen" wirkt das 2004er Remake von "Dawn of the Dead" wie das Betthupferl und das "Texas Chainsaw Massacre" kann sowieso baden gehen. Dermaßen viel sinnlose, übertriebene Gewalt gab's schon lang nicht mehr zu sehen. Es wird geschossen, geschlitzt, gehackt, gereihert, gestorben und vor allem fontänenmäßig geblutet bis der Arzt kommt. Als optischen Aufputz lässt Rob Zombie seine Holde Sheri Moon, ein ehemaliges Sofsexflick-Starlett, das bereits durch all seine Musikvides tanzte, als schräge Psychobraut mit einem Riesen-Stetson auf der Birne durch den Film stiefeln. Die Musik zum Film kommt ebenfalls vom Meister selbst und reiht sich nathlos in sein bisheriges musikalischen Schaffen ein. Einzige Ausnahme: die Cover-Version von Lionel Richie's "Brick House", die in der wohl ungewöhnlichsten Konstellation aller Zeiten daherkommt: und zwar mit Richie selbst und der R'n'B-Sängerin Trina. Klingt seltsam, ist aber so. Conclusio: House of 1000 Corpses ist definitiv nix für schwache Nerven (und Mägen). Wer aber auf klassische Splatter-Filme steht, der wird wahrlich seine Freude daran haben! W-Bär

   PS. Wen's interessiert: "House of 1000 Corpses" wurde ursprünglich für Universal produziert. Den Damen und Herren war der Streifen dann aber gar ein klein wenig zu heftig und sie bestanden auf eine geschnittene Fassung. In Folge kursierten zig Versionen zwischen Universal und der MPAA, Universal zog den Schwanz ein und gab das Projekt an MGM weiter. Was die sich wohl damals gedacht haben, als sie den Mr. Zombie samt seinem Drehbuch engagiert haben, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Die ganze Chose zog sich insgesamt über 3 Jahre hinweg und Rob Zombie begann schön langsam daran zu zweifeln, dass sein Lei(n)wand-Debut, das bis zu diesem Zeitpunkt ja noch gar keines war, jemals herauskommen sollte. Letztendlich kam dann aber Lions Gate Films  ins Spiel, kaufte die Rechte und brachte den Film in die Kinos. Der Film wurde, vor allem in den Videotheken, zum absoluten Kassen­schlager und spielte innerhalb kürzester Zeit das Produktions-Budget ein. Der Erfolg gab ihm Recht. Mittlerweile ist die Fortsetzung vom "Haus der 1000 Leichen" - "The Devil's Rejects" so gut wie fertig. tbc ...





Jahr: 2003
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Links: IMDB

Starring:
Sid Haig
Bill Moseley
Sheri Moon Zombie
Rainn Wilson
Karen Black

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