Kiss Kiss Bang Bang
W-Bär, 15.5.2006
   Zur Einleitung gibt's gleich einmal einen kleinen nerdigen Ausflug in Sachen "Film­quargl, den man unbedingt wissen sollte": bei "Kiss Kiss Bang Bang" hat ein gewisser Herr SHANE BLACK Regie geführt. Der hat zwar davor noch nie einen Film dirigiert, dafür aber schon des öfteren als Drehbuch-Schreiberling geglänzt. Stammen doch so fa­mose Büchl wie  "The long Kiss Goodnight", "Last Boy Scout", "Last Action Hero, und last but not least die famose "Lethal Weap­on"-Reihe aus seiner Feder. Das ist ja schon mal eine ganz solide Ausgangssituation für eine anständige Buddy-Action-Komödie. Aber das war ja noch nicht alles. Ein wei­ter­er Grund warum KKBB gar nicht in die Hose hat gehen können, ist die Tatsache, dass da produzententechnisch die unumstrittene Nr. 1 der heiligen Disziplin des Hollywood-Action-Flicks dahintersteckt: Großmeister JOEL SILVER. Und der hat neben der bereits erwähnten "Lethal Weapon"-Quadrilogie außerdem noch so grandiose Flicks wie "V for Vendetta", die "Matrix"-Trilogy, "Password Swordfish", "Romeo must die", "Last Boy Scout", "Hudson Hawk", "Predator 1+2", "Die Hard 1+2", "Road House", "Action Jackson", "Commando", "48 Stunden" und "Weird Science" aka "L.I.S.A. - der helle Wahnsinn" produziert!!! Was kann da noch schief gehen? Nix. Aber so was von gar nix.
   "Kiss Kiss Bang Bang" ist definitiv, und da fährt der Traktor drüber, die ober­cremigste Action-Komödie seit langer, langer Zeit. Ganz groß: ROBERT DOWNEY JR. als hoppertatschiger Kleinkrimineller der in eine verzwickte Mördergeschichte verstrickt wird und nur mit Bauchweh wieder rauskommt. Unpackbar gut: VAL KILMER als schwuler Privatdetektiv. So unsympathisch kann einem der Kilmer gar nicht sein, dass man ihn in KKBB nicht leiwand findet! Sexy: MICHELLE MONA­GHAN, die nicht nur als der vielzitierte optische Aufputz durch den Film flaniert, sondern als leicht durchgeknallte Möchtegern-Femme Fatal glänzt und den guten alten Downey Jr. mit ihrer Knusprigkeit ganz schön arg zum schwitzen bringt.
   Inhaltstechnisch widmet sich "Kiss Kiss Bang Bang" dem guten alten "Pulp"- Roman (Schundkrimi quasi), und die G'schicht (Kleinkrimineller wird plötzlich für einen Schauspieler gehalten, haut sich zwecks Rollen-Recherche mit einem schwulen Privatdetektiv auf ein Packl und plötzlich sterben die Leut links und rechts) kommt dementsprechend verworren daher. So frei nach dem Motto: wenn du nimmer weiter weißt, lass doch einfach einen finster dreinschauenden Bösewicht mit einer Knarre auftauchen - liegen dauernd irgendwo Leichen unmotiviert herum, fallen Körperteile ab, werden Leute gemeuchelt und außerdem setzt's massig Prügel. Was dem Film dann aber endgültig die Bierschaumkrone aufsetzt, ist die unpackbar schräge Erzählweise mit der Robert Downey Jr. durch den Film führt.

   Da erwischt man sich doch glatt dabei, wie man sogar das Happy End, das in jedem anderen Film akuten Brechreiz hervorgerufen hätte, heimlich mit einem zufriedenen Grunzer goutiert. Dickes, fettes Plus für alle Beteiligten. W-Bär






Jahr: 2005
Regie: Shane Black
Drehbuch: Shane Black
Links: IMDB

Starring:
Robert Downey Jr.
Val Kilmer
Michelle Monaghan
Corbin Bernsen
Shannyn Sossamon

_retour