Layer Cake
W-Bär, 13.2.2006
   "Layer Cake" steht ganz in der Tradition des neuen englischen Schurkenfilms. Das ist auch kein Wunder, da niemand geringerer als MATTHEW VAUGHN Regie geführt hat. Und der war bereits produktionstechnisch für "Mean Machine" und die die beiden GUY RITCHIE Meisterwerke "Lock, Stock and two smoking Barrells" und "Snatch" zu­stän­dig. Und damit ist auch eigentlich schon er­klärt wo der Bartl den Most herholt.
   Der große Unterschied zu den beiden RITCHIE-Flicks ist, dass VAUGHN auf je­glich­en Schnittschnickschnack und sonstige Spielereien wie exzessive Zeitlupen­ein­stel­lungen und über­drehte Soundeffekte gänz­lich verzichtet. Stattdessen erzählt er seine Geschichte vom abgeklärten Drogendealer der aussteigen möchte, ganz ruhig und besonnen im klassischen Off-Text-Rück­blendenstil. Und das obendrein auch noch saucool. Und das kann man wohl haupt­säch­lich DANIEL CRAIG in die Schuhe schieben. Das ist er also, der neue James Bond! Mal abgesehen davon, dass man ihn für seinen Blaueaugendackelblick ab und zu gern dögeln würd, macht er seine Sache eigentlich überraschend gut. Und es ist ja nicht so, als würde er in "Layer Cake" nicht sowieso ständig eine auf's Happ'l kriegen. Aber vielleicht macht ja genau das den Film aus. Da is' nämlich der Herr Hauptdar­steller aka der vermeintliche Held erstens ein Gauner und zweitens eher der pat­scher­ten und manchmal gar arg hilflosen einer.
   Die Rahmenhandlung is' eigentlich schnell erzählt: Drogendealer will noch einmal so richtig abkassieren und aussteigen; der große böse Boss lässt ihn aber nicht. Dann bekommt er's plötzlich auch noch mit bösen Serben und durchgeknallten Engländern zu tun und zum Schluss versucht er einfach nur noch seinen Popsch zu retten. Und natürlich gibt's gegen Ende des Flicks auch noch ein paar fiese Wendungen, die einen kurzzeitig fragen lassen, wer da jetzt eigentlich wen verarscht. Die restlichen Darsteller (abgesehen von COLM MEANEY, der bereits in so einem unnötigen Raum­schiff Enterprise-Klon sein Unwesen getrieben hat) sind allesamt eher un­be­kannt. Einzig der knackige Kurzauftritt von SIENNA MILLER sollte vielleicht noch kurz erwähnt werden. Die is' in "Layer Cake" nämlich für den Sex zuständig. Und das ... na aber hallo!

     Kurzum: "Layer Cake" kommt jetzt zwar nicht ganz so spektakulär daher wie "Snatch", weiß aber nichtsdestotrotz zu gefallen. Vor allem der sensationelle Schluss treibt einem den kalten Freudenschauer über den Rücken! Und überhaupt: ein Film, der mit THE CULT's "She sells Sanctuary" beginnt und dann auch noch zwischen­durch mit DURAN DURAN's "Ordinary World" auftrumpft hat sowieso schon ge­wonnen! W-Bär






Jahr: 2004
Regie: Matthew Vaughn
Drehbuch: J. Connolly
Links: IMDB

Starring:
Daniel Craig
Tom Hardy
Sally Hawkins
Colm Meaney

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