The Manchurian Candidate
W-Bär, 9.5.2005
   Wer hätte gedacht, dass Denzel Wash­ing­ton auf seine alten Tage noch dermaßen auf den Putz haut! Nach A. Fuqua's "Training Day" und Tony Scott's famosen Gewalt- Opus "Man on Fire" zeigt er in "The Man­chu­rian Candidate" erneut seine elefan­ten­großen Eier. Rein metaphorisch gesprochen versteht sich. Somit dürfte der Gute wohl endgültig bewiesen haben, dass es auch anders geht und man nach einem Oscar nicht unbedingt zum Langweiler a la Tom Hanks werden muss.
   In "The Manchurian Canditate" geht's um militärische Experimente, Gehirnwascherei, fiese Implantate und höchstrangige poli­ti­sche Verschwörungen. Ab und zu ist man sich dann gar nicht mehr so sicher wer denn da jetzt eigentlich der Böse ist und wer nicht und dann taucht da plötzlich ganz unerwartet auch noch der große Bruno Ganz als eine Art ehemaliger Militär­frankenstein auf. So richtig schön grauslich wird's übrigens auch noch. Und zwar spätestens dann, wenn Mama Streep wieder einmal drauf und dran ist mit ihrem Sohnemann herumzuschlabbern. Pfui deibel, ist das hässlich! Jonathan Demme (jener Knilch der unter anderem "Das Schweigen der Lämmer" zu verantworten hat) zolllt hier aber so ganz nebenbei auch noch einem ganz ausgefuchsten, belle­tris­ti­schen Kapazunder Tribut. Denn vor allem in der ersten halben Stunde des Films kommt's einem vor, als würde man  durch einen waschechten Kafka-Roman grun­deln. Hätte der alte Franz auch nicht besser hinbekommen. W-Bär

  PS. "The Manchurian Candidate" ist, wie kann's denn auch anders sein, natürlich wieder einmal ein Remake! Im Original von John Frankenheimer aus dem Jahr 1962 durften sich Frank Sinatra, Laurence Harvey, Janet Leigh und Angela Lansbury gegenseitig das Hirn waschen.




Jahr: 2004
Regie: Jonathan Demme
Drehbuch: Daniel Pyne
Links: IMDB

Starring:
Denzel Washington
Liev Schreiber
Jeffrey Wright
Meryl Streep
Jon Voight

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