NFG „Sticks & Stones" / „Catalyst"
Markus, 24.4.2006
    Erste zarte Sonnenstrahlen wärmen die Herzen, also wollen wir es der lieben Son­ne gleich tun und den dazupassenden Soundtrack an die Leute bringen. Darum nun eine Doppel-Review zu „Sticks and Stones“ (2002) und „Catalyst“ (2004), den beiden letzten Outputs der Buben von New Found Glory. Diese fünf Berufs­rotz­nasen erblickten nämlich im Sunshine State Florida das Licht der Welt und woh­nen in der Zwischenzeit allesamt im nicht minder heiteren Kalifornien. Wer in so einer Umgebung musiziert, dem scheint die Sonne dabei klarerweise nicht nur aus dem Popsch sondern auch aus allen anderen Körperöffnungen. Der Musik widmet sich der 1997 gegründete Fünfer offensichtlich mehr aus Spaß an der Freude und weniger um Originalitätspokale zu gewinnen, denn thematisch reden wir hier jetzt von hartem Rock an der Demarkationslinie von Partypunk und Melodicore. „Bäh, schon tausendmal gehört!“ sagt da der eine „Jamjam, das schmeckt!“ der andere. Jaja, „Geschmäcker und Watschen…“ wissen wir. Hat man aber, so wie die Redaktion der LL, eine gewisse Vorliebe für`s banal Unbeschwerte, dann macht man mit dem Erwerb dieser CDs wirklich nixx falsch. Handwerklich gibt es da schon mal nichts zu meckern, picken die Burschen beim Spielen doch wie türkischer Honig auf frisch implantierten Amalganplomben. Außerdem munden die netten Bratz-Gitarren und der hübsche „In dein Gesicht“-Sound. Auch die druckvollen, mit wohlfeilen Har­mo­nien garnierten Arrangements gefallen und heben sich durch ihre geschmeidige Tightness vom zugegebenermaßen manchmal müden Einerlei dieser Musikrichtung wohltuend ab. Als kleine Orientierungshilfe sei zudem gesagt, dass Sänger Jordan gesanglich mitunter an Bowling for Soups Jaret Reddick erinnert. Wenn man sich von denen dann den Blödelfaktor weg und im Gegenzug ein, zwei Härtegrade und eine höhere Adrenalinausschüttung dazu denkt, ist man schon ziemlich nah an dem wie New Found Glory klingen. Der Unterschied zwischen „Sticks and Stones“ & „Catalyst“ ist ebenfalls schnell auf den Punkt gebracht: Während sie erstere VÖ noch mit vielen Zwischensprints ziemlich straight runter gesemmelt haben, kann man ihnen auf „Catalyst“ getrost ein höheres Maß an musikalischer Reife und Abwechslungsreichtum attestieren. Heißt vorwiegend Midtempo, ein wenig durchdachter und variantenreicher, trotzdem gefällig und beileibe nicht fad.

Rundum nette Sache also, beide Daherkommungen daher einschlägig Vorbelasteten durchaus zu empfehlen. Im Übrigen hat eine Band die alte Hairspray-Schmalzer aus den 80ern - namentlich Warrant`s „Heaven“ – in vierfacher Geschwindigkeit covert bei uns in jedem Fall gewonnen, denn so viel Geschmacksicherheit gehört belohnt: mk /





„Sticks & Stones"
› Release: 06/2002
› Label: Drive-Thru
› Links: Website

„Catalyst"
› Release: 05/2004
› Label: Drive-Thru
› Links: Website

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