Pathology
W-Bär, 1.9.2008
    Huibuh, das fängt ja gut an. Kaum ist der sty­lische Vorspann verdaut, haucht eine leicht­bekleidete Alyssa Milano ein zucker­süßes "Fuck me". Höbedi, höbedi, höbedi! Dafür gibt's doch glatt gleich einmal ein dickes, fettes Sternderl. Das zweite gibt's umgehend ungeschaut dafür, dass am Dreh­buch die beiden Herren Neveldine und Taylor vermerkt sind. Das sind nämlich jene zwei Pracker, die uns 2006 den gar formi­dab­len Jason Statham-Kracher "Crank" der­at ungestüm und unkonventionell vor den Latz geknallt haben, dass so manch einem glatt die Freudentränen über's zerfurchte Gesicht gelaufen sind. Während in "Crank" JASON STATHAM zu Gatsch verarbeitet wurde, geht's In "Pathology" inhalts­tech­nisch um ein paar jungspundige Pahologen-Wastln, die sich quasi für Gott halten und in ihrer blut- und innereiengetränkten Pathologen-Werkstatt gar herbe Spielchen treiben. Und dass dabei allerlei Beuschl durch die Gegend fliegt und haufenweise (nicht unbedingt) tote Körper malträtiert werden, macht das Ganze szenenweise ganz schön ungustiös und ist durchaus auch zum Fürchten. Dagegen wirkt des hiesigen Herren Oscar-Preisträgers Ausflug ins Pathologen-Genre aus dem Jahr 2000 (die Rede ist von Ruzowitzky's "Anatomie" mit Franka Potente) furchtein­flößungs­tech­nisch gar wie das Betthupferl mit den Barbapapas.
   Zum Inhalt: Der Held der Geschichte - dargestellt von Milo Ventimgila (seines Zeichens männliches "Gilmore Girl" und hierzulande gerade einmal bekannt durch seine Zwergenauftritte in Sly Stallone's "Balboa", Fergie's 80er-Jahre-Balladen-Hul­di­gung "Big girls don't cry" und der räudigen Mutanten-Soap "Heroes") nimmt, protegiert durch den Herren Schwiegerpapa, eine neue Stelle unter der Fuchtel eines renomierten Pathologen-Kapazunders an, zu dessen Truppe allerdings auch ein paar ganz üble Früchterl gehören. Oberfrucht Michael Weston ("Scrubs", "The Last Kiss") und seine hinübere Truppe jungdynamischer Obduktionskaiser halten sich nämlich für ganz ausgefuchste Schlawiner, die in ihrer Freizeit gerne abartige Spielchen treiben, um damit vor der ehrenwerten Kollegenschaft zu protzen. Und so schnell kann man gar nicht schauen, haut sich der zu Beginn noch stocksteife und korrekte Ventimiglia mit der durchgeknallten Bande auf ein Hauferl und spielt emsig mit. Allerdings nur so lang, bis der Oberbösewicht ein paar Kilometer zu weit geht und die ganze Chose auf's Herbste eskaliert.
   Mehr sei auch schon nicht mehr verraten, da die restliche Handlung, wie es sich für einen zünftigen Thriller nun mal gehört, gar nich mal so unspannend ist und durchaus die eine oder andere Überraschung parat hält.

  Wer's mit dem Magen hat und beim Anblick von literweisen Blutfontänen und allerweil in der Gegend herumspritzenden Magensäften eine veritble Krise kriegt, dem sei von einer potentiellen Vergusszwergelung hiermit abgeraten. Alle anderen werden mit "Pathology" allerdings eine Mordstrumgaudi haben. Und dass Alyssa Milano endlich wieder einmal in einem anständigen Film - und das auch noch dazu teilweise halbnackerbazig - herumflaniert, ist ja auch alles andere als ein Kolla­teral­schaden. W-Bär






Jahr: 2008
Regie: Marc Schoelermann
Drehbuch: Neveldine/Taylor
Links: Website, IMDB
Video: Trailer

Starring:
Milo Ventimiglia
Alyssa Milano
Michael Weston
Lauren Lee Smith
Johnny Whitworth
Mei Melancon

_retour