Powerman 5000 „Destroy what you enjoy"
Markus, 13.11.2006
    Hier hammas mit Studierten zu tun. Zu­min­dest mit einem. Dem Michael Cum­mings aka Spider One. Der ist Mastermind von Powerman 5000 und drückte in der Musiker Kaderschmiede Berklee/Boston die Schulbank. Warum er sich so einen doofen Künstlernamen zugelegt hat, weiß kein Schwein. Wollte da wahrscheinlich seinem großen Bruder nacheifern. Der heißt Rob Zombie, war seines Zeichens Frontnase der Russ Meyer-Adoranten und Industrial Metal-Weirdos White Zombie und ist mittlerweile hochangesehener Horror-Regisseur („House of thousand corpses“, „The devil`s rejects“). Derart in aller Munde wie die Band von Brüderchen Rob waren Powerman 5000 zwar nie, aber in den USA hat die `89 gegründete Combo ein Zeiterl doch sehr amtlich verkauft (z.B. Platin für ihren 1998er Auswurf „Tonight the stars revolt!“). Durften deshalb auch eine erkleckliche Anzahl von Soundtracks vergenusszwergeln (u.a. „End of days“, „Zoolander“, „Freddy vs. Jason“, u.v.m.) und sogar mal in einer Folge von Beverly Hills 90210 einen Cameo-Auftritt hinlegen! Damit haben sie der eigenen Credibility zwar mit Schmackes in die Nüsse getreten, dem Absatz tat es aber natürlich keinen Abbruch.
   In den Untiefen der ganz frühen 90er ursprünglich Rap-Metal transpirierend gehörten die Powermänner ab Mitte des vergangenen Jahrzehnts zur Speerspitze des Nu Metal-Hypes in den USA. Für die individuelle Note sorgten Industrial-Anleihen, Sci-Fi-Schabernack und ein hoher Glam-Appeal. Nicht wirklich weit weg von den bei uns ungleich bekannteren White Zombie, doch durchaus mit einem eigenständigen Sound ausgestattet. Nachdem die letzten Jährchen für die Band eher unruhig, von einigen Line-up wie Plattenfirmen-Wechseln und daher Erfolglosigkeit geprägt waren, melden sie sich mit „Destroy what you enjoy“ wieder zurück. Und so zernepft und durch den Wind wie man annehmen könnte, hört sich die Posse trotz der vorangegangenen Turbulenzen gar nicht mal an. Ganzindagegentum! Dem Titel folgend kommen sie 2006 geerdet und straight ums Eck wie nie. Hier ein getriggertes Schlagzeug und da mal ein beiläufig eingestreutes Sample, viel mehr Nu Metal-Brösel sind eigentlich nicht auszumachen. Haben sonst alle Fettrandln abgeworfen und sich nun eher dem sleazigen Dirt-Rock verschrieben. Machen jetzt ihre musikalischen Klimmzüge in der Umgebung von Velvet Revolver, Wednesday 13 und all diesen skandinavischen Rotzlöffeln. Produktionstechnisch fahren Powerman 5000 allerdings eine deutlich aufwendigere Linie als Letztgenannte, was jedoch nicht zwangsläufig schlecht sein muss. Denn die Kombination aus neumetallisch druckvollem Sound, pumpender Rhythmik und punkigem „Stiffupperlip“-Rock`n`Roll funktioniert echt hervorräkelnd! Als Höhepunkte ragen „Return to the city of the dead“, „Who do you think you are?”, das leicht bluesige „Wild world“ sowie das mit fettem Thrash-Geriffe einherdonnernde Live-Gewitter “Heroes & villains” heraus und streicheln dabei Nackenmuskel und Gasfuß.

   Nämlich wiedereinmal eine von diesen Highway-kompatiblen Scheiben, die erst in der Rodel ihre volle Wirkung entfalten. Auch wurscht, hock eh gern im Auto... mk






› Release: 10/2006
› Label: DRT Entertainment
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. Construction/Masses, Pt.1
02. Destroy What You Enjoy
03. City of the Dead
04. Wild World
05. Enemies
06. Murder
07. Now That's Rock 'N Roll
08. All My Friends Are Ghosts
09. Walking Disaster
10. Who Do You Think ...?
11. Construction/Masses, Pt.2
12. Miss America
13. Heroes and Villains

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