Rev Theory „Light It Up"
Markus, 4.8.2008
  Gottlob ist die Musik auf diesem Album nicht so schiach wie das dazugehörige Co­ver. Das lässt einen nämlich in die falsche Ecke denken und man könnte meinen, die sülzen uns mit grauslichem Elfen-Metal à la Nightwish voll. Der Finger kann wieder aus der Mundhöhle genommen werden, die musikalische Stossrichtung ist nämlich eine ganz andere.
   Im Jahr 1997 irgendwo in Massa­chu­set­tes aus der Taufe gehoben brauchten die 5 Buben von Rev Theory (vormals Reve­la­tion Theory) ziemlich lang bis sie ihre sieben Zwetschken beisammen hatten. Erstes Release war eine Demo-EP 2002. 2005 unterschrieben sie bei EMI und veröffent­lichten ihr Debüt „Truth is currency“. Eifriges Touren wie bei den emsigen Ami-Bands üblich schloss daran an und trug zu vermehrtem Airplay bei.
   Juni 2008 dann der zweite Longplayer für EMI namens „Light it up“. Und der kann sich sehen lassen! Feist und straff wie das Poscherl von der Fr. Knowles. Wackeln damit zwischen resch vorgespanntem Flexyourmuscle-Heavy Rock und melodiösem Nu Metal, in der tonalen Abmischung mehr auf Breitband- denn Furztrocken-Schiene. Der Opener „Hell yeah“ hält was der Titel verspricht. Ein Hochgeschwindig­keits-Blattschuss vom Feinsten! Dazu muss unbedingt der Lenkradkranz gewürgt, die Computermaus in den Monitor gewixt oder die Bierdose gen Stirnfalte gedroschen werden. Je nachdem in welcher Lebenssituation man diesen Track halt hört. Ja eh, das Vers-Riffing hat was von Velvet Revolver und der Karotinstau-Refrain lässt Erinnerungen an Saliva aufkeimen.
   Aber in dieser wie vom Proximeister gegossenen Form angenagelt halten wir das für so was von powidl. Der Flow bleibt erhalten: „Favorite disease“ lässt sich jeder Bub gern in die Gehörgänge würgen, der schon mal unglücklich in ein unbekömmlich Dirndl verliebt war. Heavy gerockter Nu Metal. Popen schon wieder Saliva auf der internen Festplatte auf... Was war? Ahja, kein Durchatmen den „Light it up“. Midtempo, Gitarren auf D, Alternative-Metal mit Blues-Spin. Leiwand! Hat ein bisserl was von Mötley Crüe in der John Corabi-Phase und... richtig Saliva. Diese Rev Theory lehnen sich also insgesamt doch sehr ungeniert an den breiten Buckel von Memphis-Finest an. Das soll sich im weiteren Verlauf des Albums auch nicht großartig ändern. Da der Spuckblasen aktueller Output jedoch sehr durchwachsen ausfiel, heften wir diesen Einwand nun endgültig unter „Was muschelt`s!“ ab. „Broken Bones“ eine nette Ballade mit Halm im Mund, direkt vor der Scheune eingespielt. „Headlights“ und „Wanted man“ wieder zwei gelungene Neu Rocker. „Ten years“ dann der erste Ausfall, weil nebulöser Slo-Mo-Track mit einem zu viel an Melodramatik für unseren Geschmack. Macht nixx, weil „Falling down“ kracht wieder wie ein frischgebackenes Kaisersemmerl.

   Was sonst unter den Nägeln brennt: die sichere Hand für sich nicht abnützende Ohrwurm-Melodeien, das kehlig raue Organ vom Herrn Rich Luzzi und das dieser Schlankel von Leadgitarrist auf den Namen Ricki Lixx hört. So tätaten wir nämlich auch gern heißen. Mit dem tropfenden „You`re the one“ und dem Daughtry imitierenden „Far from over“ wird der Abschluss zwar ein bisserl versägt, unterm Strich aber: Four thumbs up! mk






› Release: 06/2008
› Label: Interscope
› Links: Website, MySpace
› Video: Hell Yeah

Tracklist:
01. Hell Yeah
02. Favorite Disease
03. Light It Up
04. Broken Bones
05. Kill The Headlights
06. Wanted Man
07. Ten Years
08. Falling Down
09. You're The One
10. Far From Over

_retour