Revolver
W-Bär, 24.7.2006
  Die Ausgangssituation für Revolver hätte leiwander nicht sein können: GUY RITCHIE, der mit Lock, Stock ... bereits ein äußerst geschmeidiges Regie-Debut vorgelegt und sich in Folge mit Snatch ein filmisches Denk­mal für die Ewigkeit gesetzt hat, schreibt ein neues Drehbuch und lässt sich dabei von Frankreich's unumstrittener #1 in Sachen Film, LUC BESSON, unter die Arme greifen. Dann holt man sich noch schnell den großen JASON STATHAM, den fiesen RAY LIOTTA, den wampadn VINCENT 'Pussy' PASTORE (Sopranos) und ANDRE BENJAMIN, (der ja bereits in Be Cool geglänzt hat), und fertig ist der coole Gangstamix. Ein ex-Knacki (Jason Statham mit zwei-Wochen-Bärtchen und Pepi) kommt nach sieben Jahren aus dem Häf'n und möchte dafür von Casino-Chef Ray Liotta belohnt werden, weil er die ganzen langen Jahre über dicht gehalten und nicht gepetzt hat. Der sieht das allerdings gar nicht so und denkt im Traum nicht daran sich von seiner Kohle zu trennen. Vielmehr beauftragt er gleich einmal seine rechte Hand das lästige Problem unsanft aus der Welt zu schaffen. Dann gibt's da noch zwei so zwielichtige Gestalten (Benjamin und Pastore), die Statham in Folge scheinbar das Leben retten und den ominösen Mr. Gold, vor dem sich jeder ins Smoking-Hoserl macht, aber keiner weiß wer die Nase eigentlich ist.
   Revolver tarnt sich als lässiglockercoole Mischung aus Ocean's 12 und Snatch. Herausgekommen ist allerdings genau das Gegenteil. Trotz der vielen negativen Kritiken, die mir so in den letzten Monaten untergekommen sind, war ich Riesen­depp ja trotzdem felsenfest davon überzeugt, dass der Film rocken wird! Immerhin hat der Herr Ritchie ja mit Swept Away bereits einen veritablen Flop hinter sich und hätte somit eigentlich hinreichend motiviert sein müssen, seinen Ausrutscher wieder gut zu machen. Mal abgesehen davon, dass uns der Gute ja auch bei unserem Epos Die Schweinepriester schnitttechnisch Pate stand. Und ich will's ja immer noch nicht glauben, aber Revolver ist ein fader und teilweise sogar richtig anstrengender Schas im Wind geworden.
   Der Film ist unpackbar laaangsam, langatmig und von ständigen Wiederholungen geprägt. Obwohl der visuelle Stil nicht mehr ganz so durchgeknallt und hektisch daher­kommt wie zu Snatch-Zeiten, ist Guy Ritchie's Handschrift nach wie vor ein­deutig zu erkennen. Allerdings macht es den Anschein als wär vor allem beim Drehbuchschreiben einfach viel zu viel nachgedacht worden. Die Geschichte ist nämlich derart verworren, dass ich so ungefähr nach der ersten Hälfte komplett ausgestiegen bin. Muss ja an und für sich nix schlimmes sein, aber wenn's dann sogar schon so weit ist, dass man sich einfach gar nicht einmal mehr die Mühe machen möchte den Handlungsfaden wieder zu finden, weil einem die langen Eier schon bis Murau hängen, dann hat das definitv nix Gutes zu bedeuten. Auf den erlösenden Aha-Effekt kann man nämlich warten bis man bzw. die Leinwand schwarz wird. Was sie nämlich auch tut. Einfach so und ohne jegliche Erklärung.

  Nö, so nicht. Hat schon einen Grund warum der Flick - obwohl aus dem Jahr 2005 - bis dato bei uns noch nicht auf DVD erschienen ist. Da gibt's grad noch ein Sternderl für den netten Style und eins für die fette Besetzung. Den Rest kann man getrost vergessen. Ein ang'fressener W-Bär






Jahr: 2005
Regie: Guy Ritchie
Drehbuch:
Guy Ritchie, Luc Besson
Links: IMDB

Starring:
Jason Statham
Ray Liotta
Vincent Pastore
Andre Benjamin
Mark Strong

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