Saliva „Survival of the Sickest"
Markus, 31.1.2005
   Saliva stammen aus Memphis, TN und wurden 19'96 gegründet. In Europa weit­gehend unbekannt ist bestenfalls Shouter Josey Scott manch einem ein Begriff. Der nahm nämlich weiland mit Chad Kroeger (Nickelback) den Song „Hero“ für den „Spi­der­man"– Soundtrack auf.
   Nach dem Major-Debut 2002 („Every six seconds“) folgte 2003 der Zweitling „Back into your system“, an dem unter anderem Mötley Crüe-Urgestein Nikki Sixx mit­wirken durfte. Auf diesen beiden Ton­trä­gern bewegten sich die Fünf noch zwischen Alternative Rock und Nu Metal Marke P.O.D. Wirklich nett anzuhören, aber nur mäßig originell. Der alte Herr Sixx hat sie aber offensichtlich angewiesen, doch die Plattensammlung ihrer Pubertät zu durch­stöbern. Dort fanden die Speichel-Buben solche Sleaze Rock-Perlen wie Hanoi Rocks, Guns`n`Roses oder eben die Mötleys sowie den einen oder anderen Schwei­ne-Rock-Tonträger von AC/DC und Rose Tattoo. „Pardauz!“, sagten sie sich wohl und addierten das Ganze flugs zum bereits vorhandenen, zeitgemäßen Soundgewand. Um auf den ersten Blick alles klarzustellen haben sie sich noch dieses äußerst geschmackvolle Cover-Artwork ausgedacht und fertig war „Survival of the sickest“. Und yep, diese Mischung ist eine von der man sich gern das Hirn aus dem Schädel treten lässt! Da steht man in Ehrfurcht erstarrt vor den Honigmelonen-großen Eiern der Rhythmus-Gruppe und lässt sich von den Gitarrenriffs so richtig abwatschen. Fein. Im Übrigen weiß auch der Sänger wie er mit seinen Stimmbändern umzugehen hat und erfreut uns alle mit seinen ambitioniert herausgerotzten Gesangslinien. Irgendwann merkt man dann wie die Nase von einem Duftgemisch aus verbranntem Gummi, Motoröl und Bier umschmeichelt wird und alles ist gut.

   Wie es sich für diese Art von Musik aber gehört wird nach dem Zerlegen der Hotelzimmer-Einrichtung zwischendurch mal auch mit der Freundin gekuschelt und ordentlich herumgeschmust. Gut so. Selbst der wildeste Rocker braucht schließlich seine Streicheleinheiten. Bleibt mir nur noch der Verweis auf das Video zum Titeltrack, das einfach nuuur leiwand ist. Tret-Arsch-Musik vom Feinsten. Aber echt. mk





› Release: 08/2004
› Label: Island
› Links: Website

Tracklist:
01. Rock & Roll Revolution
02. Bait & Switch
03. One Night Only
04. Survival Of The Sickest
05. No Regrets (Vol. 2)
06. Two Steps Back
07. Open Eyes
08. F*** All Y'all
09. I Want You
10. Carry On
11. Razor's Edge
12. No Hard Feelings

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