Shifty „Happy Love Sick"
Markus, 7.3.2005
    Der Name Shifty sagt vielen Leuten wahrscheinlich nichts, wohl aber der Na­me Crazy Town. Bei dieser allseits be­kann­ten, mittlerweile verblichenen, Nu Me­tal-Kapelle aus L.A. verdingte sich Shifty seinerzeit als Rapper.„Happy Love Sick“ stellt nun sein Solodebut dar und kann als durchaus gelungen angesehen werden. Aber der Reihe nach…
   Nach dem aus für Crazy Town fiel der werte Herr Shifty zunächst durch die Zu­sam­men­arbeit mit dem Remix-Urgestein Paul Oakenfold auf. Ergebnis derselben war der Party-Track „Starry eyed surprise“, der ab und zu auch des Nächtens auf MTV zu sehen/hören war. Nachdem der Rapper den jungen Singer/Songwriter TC kennen gelernt und mit ihm ein bisserl gemeinsam musiziert hatte, begab man sich ins Studio und nahm „Happy Love Sick“ auf. Musikalisch hat das Ganze mit Shiftys alter Band Crazy Town nur sehr wenig zu tun, weil wild gerockt wird auf dieser Scheibe überhaupt nicht. Im Gegenteil, alles kommt sehr chillig und entspannt daher. Ruhige Crazy Town-Nummern wie „Revolving door“ mögen hier als Reverenz dienen. Der Großteil der dargebotenen Tracks vertraut dabei auf folgendes Rezept: Raps (Shifty) treffen auf Drumloops, Samples, 80ies Synthies und Akustikgitarren sowie gar zuckersüße Melodien (TC), die so verdammt südkalifornisch klingen, wie dereinst nur die Beach Boys. Ha! Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor? Richtig. Sugar Ray mischen viele ihrer Nummern nach der gleichen Rezeptur ab. Der tätowierte Herr Shifty also ein garstiger Dieb? Eigentlich schon, aber, und das sei zu seiner Verteidigung angemerkt, diese CD kommt um einiges kurzweiliger rüber als der letzte Sugar Ray-Output („Pursuit of leisure“), wo einem nach den ersten drei (guten) Songs in Folge nur mehr die Füße einschlafen. Daher gehen diese Anleihen schon in Ordnung. Textlich lehnt sich der Mr. Shifty nicht sehr weit aus dem Fenster. Hat halt nur Frauen und Parties im Kopf. Für diese, also Frauen und Parties bzw. Frauen auf Parties, hat er die Musik offensichtlich auch geschrieben, wobei ihn Gastmusikanten wie z.B. No Doubt Gitarrist Tom Dumont kräftig unterstützt haben.

   Alles in allem müsste „Happy Love Sick“ also abgehen wie ein Fieberzapferl. Von mir gibt's jedenfalls drei Sterne plus einen Bonus Stern, weil mir der Winter schon so am Zeiger geht, und Nummern wie „Slide along side“ oder „Magical“ einfach so viel Som­mer sind, wie ein Musikstück nur Sommer sein kann. Und so was ist bei der der­zei­tig­en Wetterlage eine echte Wohltat. mk





› Release: 07/2004
› Label: Maverick
› Links: Website

Tracklist:
01. Special
02. Turning Me On
03. Slide Along Side
04. Lolita
05. You’re Beautiful
06. Magical
07. A Better Place
08. Halo Interlude
09. Shorty Rock
10. When We Were Young
11. Take Away The Pain
12. All Along

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