Stone Sour „Come what(ever) may"
Mark, 9.3.2007
   Diese „Stein Sauer“ sind ein sogenanntes Nebenprojekt. Vordergründig gesehen. Ist aber eigentlich völliger Topfen. Weil ver­schwitz­te Nerds und Geeks wie wir sagen euch: So ist es gar nicht! Weswegen? Na Folgendes: der Corey Taylor, seines Zeich­ens Fronteierbär und  der James Root, Gi­tar­ren­würger,  verrichten ihr Tagwerk haupt­amtlich bei Slipknot. Das sind diese garstigen Redneck-Kasperln aus Iowa mit den albernen Krampus-Masken, welche allerweil als 9 köpfiges Rollkommando die Bühne entern, um mit ihrem hundsgemeinen (Nu-)Metalcore unzählige Gym­nasias­ten des Grauens - sprich Highschool-Amokläufer - heranzuzüchten. Sagt man ihnen zumindest nach. Dass das natürlich der ärgste Lavendel ist, wiss ma eh, trotzdem sind Slipknot und ihre Hardcore-Fans (im Fachsprech: „Maggots“) ob völligen Schmähmangels eine ziemlich kindische Angelegenheit, für die wir uns eigentlich schon ein wengerl zu alt fühlen. Aber es geht ja hier nicht um Slipknot sondern um Stone Sour. Und diese Partie gab`s schon – Aha! – ein Aitzerl früher als Slipknot. Bevor der gute Corey und der galante James beim Iowa-Neuner als Chef-Grunzer bzw. Obernudler anheuerten war Stone Sour nämlich ihre Hauptband. 10 Jahre sowie Millionen abgesetzter Slipknot-Outputs und verängstigter Eltern später wärmten sie, durch verheißungsvolle Soundschnipsel ihrer ehemaligen Bandmates ermutigt, die Truppe wieder auf und liefern dem Fachhandel nun mit „Come what(ever) may“ nach der selbstbetitelten 2002er VÖ ihre zweite Major-Scheibe. Und das ganz ohne über den Schädel gestülpter Lederhäute. Abgesehen davon kommen die Burschen auch sonst ein Eckerl erwachsener und „more sophistcated“ rüber als der pubertäre Landeier-Neuner. Bewegen sich zwar auf neumetallischem Terrain jedoch mit einem ordentlichen „Mehr“ an Melodie, was alten Pussies wie uns freilich sehr entgegenkommt. Vermählen ihren neuen Metal außerdem gerne mit erdigem Heavy Rock (z.B. „Come whatever may“, „Hell and consequences“), wodurch man fast geneigt ist, ihnen eine gewisse Seelenverwandtschaft zu Saliva zu unterstellen. Die zart „Alternative“ angehauchten Mit-90er-Scheiben von Anthrax schwirren einem beim Durchhören von „C.w.m.“ ebenso durch den Schädel. Am meisten aus den Socken haut uns: die Sangesleistung vom Hrn. Taylor! Der ließ am letzten Slipknot-Longplayer „The subliminal verses“ zwar schon anklingen, dass er mehr kann als in Mülltonnen zu speiben, trotzdem ist seine Performance auf der aktuellen Stone Sour echt bemerkenswert: Neben „Kreischgrunzkeif“ hier auch „Wimmersingschmalz“. Respekt! Und apropos Schmalz: auf dem Silberling befinden sich doch glatt zwei waschechte Balladen („Through glass“, „Zzyzx Rd.“), welche sich völlig unpeinlich im Ohrwaschel breit machen. Spätestens jetzt müsste sich jeder aufrechte „Maggot“ momentan entleiben. Weil das mit dem „Evil“: alles Lug und Trug. Sind eh alles kleine Flauschis! Lediglich die dicken Double-Bass-Wände bzw. kurzen „Kreischgrunz“-Aggro-Anfälle  lassen erahnen, wo die Hälfte der Combo normaler­weise den Most herholt.

  Mitsamt den melodischen, Heavy Rock-inspirierten Passagen eine weit aus­ge­wo­genere und reifere Darbietung als der „Wir sind aber wirklich urgefährlich!“ - Mum­men­schanz von Slipknot. Für seelisch Gefestigte über 20 durchaus empfehlenswert. mk




› Release: 08/2006
› Label: Roadrunner
› Links: Website, MySpace
› Plattentipp: LL-Player
› Video: Through Glass

Tracklist:
01. 30/30-150
02. Come What(ever) may
03. Hell & Consequences
04. Sillyworld
05. Made of Scars
06. Reborn
07. Your God
08. Through Glass
09. Socio
10. 1st Person
11. Cardiff
12. Zzyzx Rd

_retour