Superbad
W-Bär, 28.1.2008
  Die 80er hatten John Hughes, die nicht mehr ganz taufrischen 00er haben Judd Apatow. Während Hughes mit seinen Hym­nen "Ferris macht blau", "Breakfast Club", "Weird Science" aka "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" und "Pretty in pink" etc. das Genre der Teeniekomödie quasi neu er­fun­den hat, ist Apatow nach einem ersten Anlauf Ende der 90er-Jahren mit der kurz­le­bi­gen Teenie-Serie "Freeks and Geeks" nun endgültig drauf und dran der tes­tos­ter­on­ge­tränk­ten Chose seinen eigenen Stem­pel aufzudrücken. Nach "The 40 Year old Virgin" und "Knocked Up" serviert uns die Apatow Bande nun "Superbad". Eine kleine, fiese Teeniekomödie über zwei Buben, die vor den Sommerferien endlich so richtig schön flachgelegt werden wollen. Und das ist, mit Verlaub gesagt, ganz schön lustig. Wenn Spaßniegl Jonah Hill nicht gerade vom Zwang besessen ist, die primäre männliche Geschlechtsbanane in allen erdenklichen Formen zu zeichnen, wird ungeniert mit gefälschten Ausweisen herumhantiert (McLovin!!!), das weibliche Geschlecht in Gedanken vergenusszwergelt, und unermüdlich über Gott und die Welt gelabert! Oder genau genommen über Brüste und Spatzis. Was einem notgeilen 16jährigen halt so den ganzen lieben langen Tag durch den Kopf geht. Und mitten drunter flanieren auch noch Seth Rogen und Bill Hader als bescheuerte Cops in der Landschaft herum, die sich im Dienst nicht faul gehörig einen anzüchten, in der Gegend herumballern und kurzerhand sogar ihre Polizistenkarre in die Luft sprengen.
   Hört sich jetzt eigentlich wie ein weiterer "American Pie"-Abklatsch an, ist es aber nicht. Bei "Superbad" kommt nämlich alles ein bisl ehrlicher ums Eck. Sowohl die Charaktere, als auch das was handlungs- und dialogtechnisch abgeht. Was vermut­lich in erster Linie daran liegt, dass die Herren Autoren Evan Goldberg und Seth Rogen bereits im zarten Alter von 15 Jahren damit begannen an ihrem superbösen Drehbuch herumzufeilen. Und womit vielleicht auch gleich erklärt wäre, warum man beim Zuschauen plötzlich gar den unbändigen Wunsch verspürt wieder 16 sein zu wollen. Trotz aller hormonausschüttungsbedingten Demütigungen und Ernied­rig­ungen, die das pubertierende Dasein so mit sich bringt. Letztendlich wird ja doch alles wieder gut. Was dann übrigens auch der rührendste Moment gegen Ende des Flicks ist: die beiden Hauptdarsteller gestehen sich von Mann zu Mann und vollfett ihre Liebe. Samt Umarmung und Pausbackendetscherl. Dass ihnen dieser un­er­war­tete Gefühlsausbruch am nächsten Tag dann schon wieder höchstgradig peinlich ist, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.

  "Superbad" ist für all jene, die "Knocked Up" zwar grundsätzlich eh gut fanden, denen der Film aber aufgrund des Dramas dann fast schon wieder ein bisl zu ernst und echt war. Echt ist "Superbad" auch, allerdings ohne Drama und dafür umso lustiger. Übrigens: der Apatow'sche Teenieklamauk geht schon bald munter weiter. Owen Wilson kommt heuer noch in "Drillbit Taylor" als Zwergenbodyguard ins Kino, der ein paar High School-Pracker vor garstigen Mitschülern beschützen soll. Der Flick wurde von Judd Apatow produziert und basiert auf einer Idee von John Hughes. Und schon schließt sich der Kreis ... W-Bär

PS. Detto leiwand: der Soundtrack zu "Superbad", der da in scharfer 70s-Funkpanier daherkommt. Mit Beiträgen von Bernie Worrell, Bootsy Collins, Curtis Mayfield, The Roots, Rick James u.a.






Jahr: 2007
Regie: Greg Mottola
Drehbuch: S. Rogen, E. Goldberg
Links: Website, IMDB
Trailer: Apple

Starring:
Jonah Hill
Michael Cera
Christopher Mintz-Plasse
Bill Hader
Seth Rogen
Emma Stone

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