Unwritten Law „Here's to the Mourning
Markus, 24.10.2005
   Der San Diego-5er Unwritten Law ver­öffentlicht mit Here`s to the mourning sein mittlerweile viertes Fulllength-Al­bum. Vor zehn Jahren gegründet, zählte man Unwritten Law zwei Alben lang zur kalifornischen Funpunk-Szene. Mit ihrem dritten Album Elva deuteten sie erstmals einen kleinen musikalischen Stilwechsel in Richtung größerer musikalischer Band­brei­te an, der ihnen beachtenswerte Er­fol­ge in den amerikanischen Modern Rock-Charts einbrachte. Here´s to the mour­nig setzt diese Entwicklung konsequent fort. Ihre Funpunk-Vergangenheit ist gerade mal im Track „She says“ sowie in den catchy Hooklines der Songs auszu­machen. Ansonsten geht es mal neu-metallisch, mal schweine-, dann wieder pop- rockend zur Sache. So hat man gleich bei den zwei Eröffnungsnummern („Get up“, „Celebration song“) den Eindruck Limp Bizkit hätten mit Good Charlotte fusioniert: Gitarren auf D runter gestimmt, fetter Tiefton-Sound, den angezerrten Wabberbass in Haltung „Gorilla/paarungsbereit“ leger zwischen den Knien baumelnd, grimmiger Gesichtsausdruck, mhm… und über all das gefällig poppige Gesangslinien gestreut. Nicht schlecht. „Lost control“ lässt wiederum den guten, alten Schweinerock in zeitgemäßem Gewand auferstehen. Bei „Slow dance“ werden, nicht zuletzt aufgrund Sänger Scott Russo`s Organ, gar Erinnerungen an die Sleaze Rock-Legende L.A. Guns wach und „Rejections cold“ erinnert an Oldschool-Alternative aus der Prä-Grunge- Ära. Dazwischen tummeln sich feine Popperlen wie „Because of you“ oder „Save me“, die nicht zu unterschätzendes Chartpotential besitzen. Klingt jetzt zwar alles ein bisserl nach musikalischem Fleckerlteppich, passt aber, wegen gediegenem Songw­riting und einer sehr druckvollen und modernen Produktion, besser zusammen als man glaubt.

    Kann man jetzt durchaus als Heavy Rock für das dritte Jahrtausend bezeichnen. Einziger Kritikpunkt an dieser CD ist, dass sie den an sich sehr leiwanden Uptempo-Kracher „F.I.G.H.T.“ mit einem Cheerleader-mäßigen Kinderchor-Refrain komplett verhunzt haben. Das Thema ist nämlich bereits seit Faith No More`s „Be Agressive“ durch und klang damals schon (gewollt) scheiße. mk






› Release: 02/2005
› Label: Lava
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. Intro
02. Get Up
03. Celebration Song
04. Because of You
05. Lost Control
06. Save Me
07. The Way
08. Slow Dance
09. She Says
10. Rejection's Cold
11. F.I.G.H.T.
12. Walrus

_retour