Sharon Waxman: Rebels on the Backlot
W-Bär, 1.5.2005
     Rock singer Meat Loaf has a small role (in Fight Club) as a member of a cancer sup­port group, and in one scene he shows mas­sive manbreasts. After the screening at the exe­cu­tive office, a note came back to Fin­cher: Do the breasts have to have nipples?
   Sharon Waxman, die normalerweise im Sold der N.Y. Times steht, hat sich in Rebels on the Backlot sechs aufstrebende Wun­der­wuzzi-Regisseure vorgeknöpft, die alle­samt und jeder auf seine eigene Art Holly­wood in den 90er Jahren quasi-revo­lu­tion­iert haben. Im Mittelpunkt von Rebels steh­en vor allem die Filme Hard Eight, Magnolia und Boogie Nights von Paul Thomas Anderson (bitte nicht zu ver­wechs­eln mit Paul W. S. An­der­son, jenem Unhold der Resident Evil, Alien vs. Predator und Mortal Kombat verbrochen hat und dem leicht kauzigen Wes Ander­son, Regisseur von The Life Aquatic with Steve Zissou, The Royal Tenenbaums und Rushmore), Schizopolis und Traffic von Steven Soderbergh, Reservoir Dogs und Pulp Fiction von Quentin Tarantino, Se7en und Fight Club von David Fincher, Being John Malkovich von Spike Jonez und Flirting with Disaster und Three Kings von David O. Russell.
   Waxman erzählt wie Pulp Fiction zum erfolgreichsten Independent-Film aller Zeiten wurde, wie sich David O. Russell und George Clooney am Set von Three Kings gegenseitig eine auf's Happel gehaut haben, wie Soderbergh eine zeitlang völlig durchgeknallt an einem verschrobenen Experimentalfilm gearbeitet hat und dass Quentin Tarantino eigentlich ein ziemlicher Unsympathler ist. Man bekommt - neben ausführlichen Biografien der sechs gefietscherten Regisseure - einen Blick hinter die Kullissen der Hollywood Studios serviert und hat nach verschlungener Lektüre zumindest eine kleine Ahnung davon, was eigentlich genau bei so einer Film­pro­duktion im Hintergrund abläuft (vom Drehbuchentwurf bis zur Premiere; den stundenlangen Verhandlungen, unfähigen Executive Producern, von Studio­bossen die nur ans Geld denken, frustrierten Drehbuchautoren, dickköpfigen Regis­seuren usw.) und so ganz nebenbei erfährt man dann auch noch dass einer der beiden Wachowski-Brüder (Matrix) sich gern als Frau verkleidet und auch so zur Matrix Revolutions- Premiere aufgetaucht ist ... tzzz .. diese verrückten Filme­macher!

   Rebels on the Backlot liefert viele Fakten und Hintergrundinfos, liest sich aber leicht und schmeckt äußerst bekömmlich! Für Film-Freaks ein kleines Muss! W-Bär






Erscheinungsjahr: 2006
Links: n/a

_retour