Wednesday 13 „Fang Bang"
Markus, 6.11.2006
    Letzte Woche war Halloween, daher ei­ne kleine Nachreichung für all jene, die sich im nächsten Jahr am All Hallows Eve einen Wolf rocken wollen. Wednesday 13 also. Eindeutig einer aus der Hui Buh-Ab­teilung, seit ca. 11 Jahren am ernsthaften musizieren. Seine erste notierenswerte Combo trug den putzeligen Namen Fran­ken­stein Drag Queens From Planet 13. Diese beglückte die Welt mit insgesamt 4 Tonträgern. Zwischenzeitlich gurgelte er bei den legendären Murderdolls (Fun­projekt des Slipknot-Drummers Joey Jordison), um darauf die Tunten-Königinnen zum Deibel zu schicken und fortan Musik unter seinem eigenen (Künstler-)Namen zu veröffentlichen. Der leitet sich übrigens von den zwei hübschesten Grusel-Comedies aller Zeiten ab, nämlich „Addams Family“ und „The Munsters“: Die junge Ms. Addams hieß bekanntlich Wednesday und die Munsters wohnten, richtig, auf Hausnummer 13. Unter diesem Label hat er mit „Fang Bang“, nach „Transylvania 90210“, nun seinen zweiten Longplayer am Start. Von Wednesday 13`s Outfit darf sich der interessierte Hörer jedenfalls nicht täuschen lassen, weil vordergründig könnte man ihn schließlich für einen Marilyn Manson-Epigonen halten. Damit haut man aber bei der musikalischen Einordnung kräftig daneben. Denn bei ihm geht`s weit erdiger zu als beim Bürgerschreck aus Florida und Elektro- bzw. Industrial-Firlefanz sucht man beim Herrn 13 vergebens. Außerdem sei angemerkt, dass der gute Brian Warner aka M.M. nun wirklich nicht der Erste war der sich als schiache Tunke verkleidet hat, um anschließend den „Gottseibeiuns“ zu geben. Gab`s schon laaang vorher ein paar andere Nasen, die sich zum Rocken scharfen Fummel und hässliches Make-Up übergeworfen haben. Alice Cooper zum Bleistift. Oder die frühen Mötley Crüe. Twisted Sister natürlich. Und nicht zu vergessen Glenn Danzigs erste Partie, die Misfits. Wenn man zu all dem noch die Ramones und Motörhead dazumengt, weiß man was für Mucke der Mr. Mittwoch so ausdünstet. Das Ganze garniert er dann mit unpackbar dämlichen Texten, viel Augenzwinkern und einer Menge Nasenschleim. Nimmt sich selbst, ganz im Stil seiner großen Vorbilder, gottlob überhaupt nicht ernst. Im Gegensatz zum Hrn. Manson, der ja immer wieder versucht, sein zuge­geben bestechendes Marketingkonzept mit einem pseudo-philosophischen Unter­bau zu versehen. Was wir natürlich voll daneben und peinlich finden. Nein, auf „Fang Bang“ bekommt man schnörkellosen, spaßigen Punk`n`Roll mit hohem Mitgröhl-Faktor geliefert, der, wenn man sich den bunten Horrorsatire- Tand wegdenkt, gar nicht mal so weit weg ist von solch korrekten Rockern wie den Hellacopters oder Gluecifer. Songwriting-technisch reißt er sich allerdings keinen Haxen aus, was den Abwechslungsreichtum der Scheibe in sehr überschaubaren Bahnen hält.

   Manche Riffs werden halt einfach mehrfach verwurstet. Trotzdem ein gestandenes Stück Rock-Musik, dass mit Nummern wie „Too much blood“, „Till death do us party“ oder der Obergranate „My home sweet homicide“ eigentlich jedes (Halloween-)Festi auf Vordermann bringen sollte. Deshalb von uns zum Anchecken für würdig und recht befunden. mk






› Release: 10/2006
› Label: DRT Entertainment
› Links: Website, MySpace

Tracklist:
01. Construction/Masses, Pt.1
02. Destroy What You Enjoy
03. City of the Dead
04. Wild World
05. Enemies
06. Murder
07. Now That's Rock 'N Roll
08. All My Friends Are Ghosts
09. Walking Disaster
10. Who Do You Think ...?
11. Construction/Masses, Pt.2
12. Miss America
13. Heroes and Villains

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