Was zum Geier ist FSK, MPAA und NC-17?
W-Bär, 5.6.2006
   Der eine oder andere wird sich vielleicht schon einmal dezent die Nuss gerieben haben, weil da schon wieder so ein ko­misches Rating vor seiner Nase her­um­getanzt ist. Sei's jetzt weil's vor einem Kinotrailer eingeblendet wurde, oder das schmucke DVD-Cover auf der Rückseite geziert hat. Und so manchem wird ja sicher auch schon einmal die Grausbirn aufgegangen sein, weil er sich einen leiwanden Film im Fernsehkistl angesehen hat und übelst gelaunt feststellen musste, dass da die Hälfte fehlt. Grmblfx, aber auch. Was beim fernschauen vielleicht noch einigermaßen verkraftbar ist (weil eh nicht anders zu erwarten), kann sich aber spätestens beim in-die-Hose-gegangenen DVD-Kauf zu einem veritablen Schmerz im Hintern auswachsen, weil man vielleicht nicht aufgepasst hat und statt der FSK 18 die FSK 16-Version erwischt hat.
   Und da es uns von der LL ja schon seit jeher ein Anliegen ist lendenlahmen Mißständen jeglicher Art vorzubeugen und ebensolchen den Garaus zu machen, woll'ma euch hiermit gleich einmal ein paar Hintergrundinfos zu diesem schnöden Thema unter die Nase reiben.

MOTION PICTURE ASSOCIATION

   Bei den ganzen PG13, R und NC-Ratings könnt einem gleich ganz schön schnell schwindelig werden. Im Grund genommen ist das aber alles ganz einfach. Verantwortlich für diese seltsamen Abkürzungen ist die Motion Picture Association of America - kurz MPAA. Das sind jene Damen und Herren, die sich für so kompetent halten und von sich selbst glauben einschätzen zu können welcher Film ab wieviel Jahren gesehen werden darf. In unserer Gegend macht das die FSK - die freiwillige Selbstkontrolle, aber dazu später.  Dann gemma's einmal an:

• Rated G: "General audiences"; keine Altersbegrenzung gibt.
• Rated PG: "Parental guidance suggested"
• Rated PG-13: "Parents strongly cautioned"; frei ab 13
• Rated R: "Restricted"; Jugendliche unter 17 nur in Begleitung
• Rated NC-17: ab 17 Jahren. Das "NC-17" hat das "X-Rating" abgelöst.

   Schuld an diesen Ratings sind die beiden Filme "Ulysses" und "I'll never forget what's 'is name". Da haben sich die Herren Drehbuchautoren nämlich gar erdreistet ihren Schauspielern erstmals das kleine F-Wörtchen in den Mund zu legen. Das war dann auch ein hausgemachter Skandal. Nach zahlreichen Bürgerprotesten wurde kurzer Prozess gemacht und ein einheitliches Rating-System eingeführt. Und das schaut so aus: wenn in einem Film einmal "one of the harsher sexually-derived words" also z.B. "Fuck" vorkommt, hat er gleich einmal ein PG-13 Rating. Kommt das Wörterl öfter vor, handelt sich der entsprechende Film ein "R"-Rating ein. Wenn in einem Film über Drogen gequatscht wird, ist detto ein PG-13 Rating sicher. Wird dann auch noch was davon gezeigt simma schon beim "R". Aber die prüden Amerikaner können's noch besser: wartet ein Film mit einer nackten Frauenbrust auf (ja, da reicht schon eine) ist der Ofen aber so was von aus aus und das "R"-Rating sicher. Kleine Anmerkung: Das PG-13-Rating haben wir übrigens den Herren Spielberg und Jones zu verdanken. "Indiana Jones and the Temple of Doom" war den zuständigen MPAA- Herrschaften nämlich 1984 für ein "PG"-Rating doch gar ein bisl zu herb, für ein "R"-Rating allerdings wiederum nicht wild genug, und deshalb wurde kurzerhand das PG-13 eingeführt.

DIE FREIWILLIGE SELBSTKONTROLLE

   Bei uns Europäern ist die FSK, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, für den ganzen Schmus zuständig. FSK-Prüfer arbeiten ehrenamtlich, werden für drei Jahre bestellt und müssen Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen oder über entsprechendes Fachwissen in der Psychologie oder Medienwissenschaft verfügen. Als Rechtsgrundlage dient das "Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit". Und das schaut dann recht unspektakulär aus:

• FSK6: ab 6 Jahren (gelb)
• FSK12: ab 12 Jahren (grün) bzw. ab 6 in Begleitung Erwachsener
• FSK16: ab 16 Jahren (blau)
• FSK18: ab 18 Jahren (rot)

   Zuguterletzt noch ein kleiner Tipp: vor dem DVD-Kauf könnte ein kurzer Blick in die Online-Filmdatenbank vor bösen Überraschungen schützen. Da findet man einerseits eine kleine Übersicht über sämtliche erschienenen Versionen des auf der Wunschliste stehenden Flicks (Kino, DVD, VHS und auch TV) und andererseits wird auch aufgelistet, ob die jeweilige Version arg gekürzt wurde oder nicht. Dann kann's auch nicht passieren, dass man sich freudestrahlend, ob des billigen Preises, eine "From Dusk til Dawn"-DVD bei Amazon um gerade einmal schlappe EUR 7,- bestellt, nur um anschließend feststellen zu müssen, dass dank des FSK-16 Ratings ganze 17 (!) min. vom eigentlichen Film fehlen. Hamma wieder was gelernt. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. W-Bär





Links:
MPAA
FSK
OFDB.de
Schnittberichte

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