Was zum Geier ist ein Riff / eine Hookline?
Markus, 11.7.2005
    Fachgesimple, Fachgesimple… wo man hinschaut auf dieser HP. Sei es in Bezug auf Filme oder eben Musik. Immer verstecken sich die Autoren hinter irgendwelchen Spe­zial­termini, die sich sehr gescheit anhören, aber womöglich überhaupt nix heißen. Ist aber natürlich nicht so. Nein, nein denn bei uns wird der Leser nämlich (so gut wie) nie verarscht! Und: wir nehmen, im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Rund­funk, un­ser­en Bildungsauftrag ernst! Also widmen wir uns mal dem Kapitel „Musik“ und blät­tern ein wenig im Lexikon…

   Hookline, die (EZ) oder Hooks, die (MZ). Der Begriff Hookline kommt, no na, aus dem Englischen (hook = Haken, Aufhänger/line = Linie) und ist vor allem in der Pop- und Rockbranche gebräuchlich. Bezeichnet wird damit eine Melodiephrase, Textzeile oder Gesangslinie, zumeist aus dem Refrain eines Titels, die besonders ins Ohr geht, hohen Wiedererkennungswert hat, an der sich das Ohr quasi „aufhängt“. Der „Ohrwurm“-Effekt eines Pop- oder Rocksongs wird also zumeist von den Hooks getragen. Manchmal aber auch vom ...

   Riff, das: Hier ist es für die Volksbildung zunächst unerlässlich auf folgendes hin­zu­weisen: es heißt das Riff, nicht wie manchmal zu lesen steht „der Riff“. Diese Artikel-Zuordnung ist genau so ein Blödsinn wie „der Event“ (der Ereignis??) oder „die Billa“ (die Billigladen???). Hugh. Grundsätzlich bezeichnet der Begriff „Riff“ eine im Verlauf eines Musikstücks immer wiederkehrende, prägnante, zumeist rhythmische Ton­folge. Ein Riff kann theoretisch von jedem beliebigen Instrument gespielt werden. Die prominentesten Vertreter unter den Riffs sind aber zweifelsohne die Gitarren­riffs. Daher findet sich dieser Ausdruck am häufigsten im Bereich der gitarren­lastigen Musik, sprich im Rock und Metal. Speziell im Metal ist das Riff mitunter das Um und Auf für einen guten Song, kommt ihm mehr Bedeutung zu als den „Hooks“. Ergo finden sich in diesem Genre auch die leiwandsten Vertreter der Gattung „Gitarrenriff“. Im Allgemeinen gibt es zwei Möglichkeiten ein Riff in einen Song einzubauen:
   1. Es erklingt rein instrumental, ohne Gesang, am Anfang des Songs oder zwischen Refrain und Strophe. Beispiele hierfür sind u.a. das bekannteste (aber mittlerweile auch unsäglichste) Gitarren-Riff aller Zeiten am Anfang von „Smoke on the water“/Deep Purple oder „Walk this way“/Aerosmith.
   2. Das Riff bildet die Begleitung zum Gesang in Strophe oder Refrain wie z.B. in „Come as you are“/Nirvana. Kleiner Bruder des Gitarrenriffs ist das Bassriff (z.B. „Another one bites the dust“/Queen), große Cousine das Keyboardriff (vgl. Van Halen`s „Jump“).
   Unbedingt noch zu erwähnende Meilensteine der Riff-Geschichte sind des weiteren solche Gassenhauer wie „Sad but true“/Metallica, „Cowboys from hell“/ Pantera oder „King of the rotten“/Corrosion of Conformity, welche bereits eine ziemlich dichte Annäherung an das sagenumwobene „Höllenriff“ darstellen.
   Zusammenfassend lässt sich jedenfalls sagen: ohne Riff kein Rock! Hamma wieder was gelernt. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! mk





Links:
"Smoke on the Water"
"Walk this Way"
"Come as you are"
"Sad but true"
"Cowboys from Hell"
"Kings of the Rotten"
"Another one bites the Dust"
"Jump"

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