Arafat - Ein Nachruf
Dave, 4.11.2004
sehr geehrte damen und herren,
liebe buben, liebe mädchen!

aus traurigem anlass hier schon einmal ein nachruf an den großen, wohl eher kleinen arafat. "chamduliai, arafat...." wer kann sich nicht erinnern. an die stumpfe auf­ar­bei­tung der arafatschen leistung in deutschem liedgut. was für ein lied. was für ein text. doch viel zu knapp bemessen. sicher, ein meisterwerk. aber für „den" protagonisten. und nun, liegt das 75- jährige männchen danieder. im koma. wie unwürdig. er, der kämpfer. jetzt liegt er verkabelt irgendwo. er, der ducker, der verstecker. immer rastlos. zuhauselos, aufgeopfert für eine idee. immer woanders einschlafen, immer woanders zu abend gegessen. klingt wie das leben eines erfolgreichen gigolo. doch dahinter, die richtige fassade sieht anders aus.
   arafat. wenn ich mich erinnere an einen abend. in der legendären fuzzys bierranch. an der bar stand fettoni, der kellner und selbst sein bester gast. ein koloss. gute 160 kg schwer. schuhe so groß wie badewannen. und aus so einer badewanne hat es den dicken mann geschleudert, als ich ihn gefragt habe: "weißt du, wie die frau vom arafat heißt?" und ich ihm danach die antwort gab. die schuhe, ich sage es euch, lagen zwei meter von toni entfernt. arafat also, ein mann der die menschen bewegte. selbst so umfangreiche - im übrigen war der schurlinator zeuge.
   ich leide mit ihm. er, jetzt angeschlossen an lebenserhaltende maschinen, in frankreich - in frankreich!!! so soll - nein - so darf kein leben enden. nicht in frankreich. irgendwo sonst, okay. aber frankreich? leben wie gott in frankreich, heißt es doch. und nicht sterben.
   apropos sterben. nun wird in palästina wahrscheinlich erst richtig der krieg losgehen. und das ist dann weniger lustig. wenn derjenige, der mit aller gewalt ein künstliches staatsgebilde über die jahrzehnte hinweg am leben erhielt, nun von dieser erde weicht, werden andere, emporkömmlinge, nach der macht trachten. womöglich mit gewalt. ich bin ja nur froh, dass wir drüben am anderen ende des teiches, so ein friedliches land wie die usa haben, die werden das schon irgendwie richten, denke ich.
   bin ich froh, dass ich im friedlichen österreich lebe. und bin ich froh, dass ich auf der apa-seite gerade lesen muss, dass die zahl der messbesucher in den kirchen zurückgegangen ist, auf 881.000 personen nämlich geschrumpft. Von ehemals 916.800 im Vorjahr. wie unwirklich ist das alles. chamduliai. dave, der rasselnde reporter







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