Burt's Evangelium
Burt Viola, 17.12.2004
   Es begab sich in den Tagen vor Weih­nachten an einem wild pulsierenden Sams­tag nachmittag auf der Maria­hil­fer­straße, als sich ihr ergebener Autor auf den mühsamen Weg machte, Geschenke für Frau, Kind, Verwandtschaft, Freund, Feind und überhaupt zu besorgen: In jenen Tagen erließ Kaiser Wolfi den Befehl alle Bewohner der Stadt in Einkaufslisten einzutragen. Dies geschah nicht zum ersten Mal; damals war Michi Stadthalter von Wien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch ich, aus der Stadt Wien, hinaus in die Straße die Mariahilferstraße heißt. Denn ich war aus mittelständischem Hause und dem weiblichen Geschlecht nicht abgeneigt. Ich wollte mich eintragen lassen, um meiner Mutter Maria was nettes zu kaufen, die ein Geschenk erwartete. Als ich dort war, kam für mich die Zeit der Entscheidung, und ich gebar eine Idee, meine erste. Ich packte sie in einen grammatisch korrekten Satz und legte ihn einem Verkäufer vor, weil bei der scharfen Verkäuferin kein Platz für mich war.
   In jener Gegend lagerten Freunde beim Punschstand und hielten die Henkel ihrer Becher. Da trat ein Keiler des WWF zu ihnen, und der Dunst des Punsches umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Keiler aber sagte zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die der ganzen Tierwelt zu teil werden soll; heute ist in der Stadt, ich heiße übrigens David, ein Ahnungsloser unterwegs. Er ist euer Freund, da Burt. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ihn finden, in hässlichen Damenpullis verwickelt, in einer Menschenmenge liegend. Und plötzlich war bei meinen Freunden ein großen, polizeiliches Heer, das meine Freunde perlustrierte und sprach: Verherrlicht ist das Gesetz, Hände in die Höhe! Und auf da Mahü ist Frieden! Es bleden Menschen! Bei meiner Gnade. Als die Kiberer sie verlassen hatten und zum Wirten zurückgekehrt waren, sagten die Freunde zueinander: Kommt, wir gehen zum Gerngross, um das Ereignis zu sehen das uns der Herr vom WWF verkündet hat. So eilten sie hin und fanden Hinz und Kunz und mich, der am Boden lag. Als sie es sahen erzählten sie was ihnen über mich gesagt worden war. Und alle die es hörten staunten über die Worte meiner Freunde. Der Verkäufer aber bewahrte alles, was ich bisher gekauft hatte, auf seinem Tresen und versuchte zu denken. Meine Freunde kehrten zurück, lachten mich aus und verarschten mich für das was sie gehört und gesehen hatten, denn alles war so gewesen wie es ihnen gesagt worden war. Sei´s wie´s sei. Meine Mutter wird wahrscheinlich so tun als würde sie mein Geschenk, ein geschmackloser Pulli mit Giraffen darauf, lieben, (wie mich), meine dämlichen Freunde werden noch immer am Punschstand stehen und ich ....? Tja, ich hab mir die Telefonnummer der scharfen Verkäuferin besorgt, und werde deshalb so oder so ein besinnliches Weihnachtsfest begehen. All dies und überhaupt alles was schön is, Spaß und glücklich macht, die Herzen röter und die Augen glänzender werden lässt, wünscht Ihnen ihr, bv








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