Eine Fahrt ins Blaue od. Jose Feliciano Pt.2
Burt Viola, 12.1.2004
  Wer kann es schon wissen, wer hat es schon gelesen? Sei´s wie´s sei, letztens verfasste ich an selbiger Stelle eine kleine Geschichte über Wien. Lassen sie mich jetzt ein wenig ins Detail gehen. Zuerst besahen wir uns Wien als Ganz­körper­auf­nahme, betrachten wir nun die Poren, Härchen, „besondere Merkmale“ so­zu­sagen, wie es im Reisepass zu lesen ist. Nehmen wir unser Mikroskop zur Hand und besehen uns jene Einzelheiten die ein Wesen – eine Stadt – zu einer Einzig­artig­keit werden lässt. Begeben wir uns auf die westliche Seite unseres zu unter­such­enden Objektes. Begeben wir uns weiter in den 15. Wiener Gemeindebezirk. Dort stellen wir unser Mikroskop um eine Spur schärfer und entdecken dort eine Vene die anscheinend in ein totes Ende mündet. Eine Sackgasse. Doch für uns, bescheidenes Völkchen von ebendort, (Wien-West) ist es der Beginn alles Guten. Dort in jener bescheidenen Gasse, Wurmsergasse 21, befindet sich unser aller stein- und betongewordenes kleines Glück. Blue Tomato will es gerufen werden, und so sei es.
   Lassen sie mich diese gastronomische Glücksseeligkeit mit der neu­testa­menta­rischen Herbergssuche, mit verkehrten Vorzeichen, vergleichen. Schon tausende­male schlugen wir in tiefster Verzweiflung gegen die schwarzgetünchte Tür, auf dass wir aufgenommen werden, und, Oh gutes Fünfhaus, es wurde uns noch jedes Mal aufgetan, und frohlockend durften wir diese heiligen Hallen des Bacchus betreten.
   Geführt wird dies esstrink´sche Kleinod, einerseits von der guten Fr. G. Die Göttin des G´spritzten, die Priesterin des Pieres (Briesterin des Bieres?), gekonnt schwingt sie den Kochlöffel, um ihre Gäste immer wieder, glänzenden Auges und sabbernden Mundes, mit ihren kulinarischen Kunstwerken, zu verzaubern. Diese Käsespeck­baguette-Kaiserin, Fleischbaguettefeldmarschallin, gekonnt spielt sie die Tasten des ach so vielfältigen Küchenklaviers, blind und doch geschmackssicher greift sie in die diversesten Farbtöpfe aus der Welt der Gewürze, um somit monumentale Gemälde des Essbaren zu schaffen. Und andererseits der gute Hr. G. Ein Philosoph des Phusel, ein geradezu existentialistische Gestalt, wie er dasteht, Wie festgemauert in der Erden, steht die Form aus Fleisch gebrannt, (an der Budl) heute muss die Hütte voll werden, Frisch ihr Kellner, seid zur Hand. Von der Stirne heiß, Rinnen muss der Schweiß, Soll das Werk den Meister loben, doch der Segen kommt von oben. (nur die Wendeltreppe rauf). Um ihn herum ein havanna´scher Rummel, hochgeistige Unterhaltungen mit ebensolchen Getränken. Der Maestro de la Musica, der mit geübter Hand die Töne des Jazz, uns hörigem Publikum, in die Gehörgänge schnalzt. Er mischt die Musik wie er Cocktails shakt: geil. Ja, hier lässt es sich sorglos verweilen, trefflich streiten, und noch besser trinken So hebet an eure Humpen, und lasset uns jauchzend auf dieses schöne Stück Welt anstoßen! ................ Ein Plost dem Brue! bv








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Blue Tomato

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