Der Kettenbrief-Skandal
LL-Red, 15.3.2004
   Unlängst kam uns das Werk eines vielversprechenden, aufstebenden Jung­autors unter die Löffel. Thema seines vor sarkastischen Aggressionen triefenden Essays war "Für alle die Kettenbriefe ge­nau­so "lieben" wie ich". Die LL, die Kettenbriefe ge­nau­so liebt wie der Mann den sie Pippo nennen, war von diesem kleinen Opus dermaßen beeindruckt, dass sie beschloss dem jungen Herren prompt eine eigene Rubrik einzurichten und sein Elaborat unter dem Titel: "Das Pippo Kettenbrief-Massaker" als Aufhänger der Woche zu veröffentlichen. Da unsere Lounge seit Bestehen bekanntlich schon vielen bereits etablierten Einrichtungen und Organisationen ungefragt als Inspirationsquelle gedient hat (siehe Beiträge im Forum: z.B. Leiwande Lounge vs. ORF, vs. Vienna-Lounge etc.) war es nur eine Frage der Zeit, bis einer unserer leiwanden Korrespondenten "entdeckt" wird.

Pippo goes FHM

   Nach am selben Tag, als Pippo's Kettenbrief-Massaker online ging, meldete sich der deutsche Ableger des berühmten FHM-Verlages, der wiederum nicht müde, mit einem verlockenden Angebot aufzuwarten wusste:

Von: Talentscout FHM Deutschland
An: pippo@gmx.at
Betreff: Join FHM!
Gesendet: Mo 08.03.2004 14:51

Sehr geehrter Herr Steiner,
Bezugnehmend auf Ihr uns unlängst untergekommenes Elaborat "Aus gegebenem Anlass: Für alle die Kettenbriefe/Mails genauso "lieben" wie ich" möchten wir Ihnen auf diesem Wege herzlichst gratulieren. Ihr direktes, scharfzüngiges, leicht sarkastisches Pamphlet hat uns erfrischt und uns in unserer anfänglichen Meinung bestärkt Ihnen unser nun vorliegendes Angebot zu unterbreiten. Da wir immer wieder auf der Suche nach jungen, aufstrebenden Talenten für unser Magazin sind, möchten wir Ihnen einen Vertrag auf Basis eines freien Mitarbeiters offerieren. Dieser Vertrag würde eine monatliche, von Ihnen verfasste Kolumne (ca. 4-5000 Zeichen) vorsehen bei dem allerdings keine fixe Thematik vorgegeben wäre. Sie hätten somit freie Hand. Grundsätzlich gilt: Alles ist erlaubt, Sex sells. Um Ihnen unser Angebot ein wenig schmackhafter machen zu können, würden wir Sie gerne einladen am kommenden Freitag, den 12.3.2004 einem unserer berühmten-berüchtigten Fotoshootings beizuwohnen, dass dieses Mal im renomierten "Moulin Rouge", im ersten Wiener Gemeindebezirk stattfinden wird. Sie werden mit einem unserer Dienstwagen gegen 10 Uhr Vormittag abgeholt und vor Ort gebracht. Unsere beiden Assistentinnen Anika und Olga (unsere schwedischen Models der Monate November und Dezember 2003) begrüßen Sie anschließend bei einem ausgiebigen Sauna-Frühstück mit anschließender Thai-Massage. (Etwaige Sonderbehandlungen sind vor Ort mit den beiden Damen zu vereinbaren ...).   Das eigentliche Fotoshooting ist für 13h angesetzt. Wenn Sie möchten besteht auch die Möglichkeit, dass Sie sich als Fotograf betätigen. Ihre Aufgabe bestünde darin unser Top-Model für das Monat April, (Geraldine Denuvé, 21 Jahre alt, ehemalige Krankenschwesternschülerin aus der Bretagne und der neue Shooting-Star der französischen Porno-Szene), im "Moulin Rouge" in Szene zu setzen. Sollten Sie der Fotografie eher abgeneigt sein, hätten Sie auch die Chance vor der Kamera zu agieren. Da wir aus logistischen Gründen leider nicht die geplanten Requisiten für das Shooting zur Verfügung gestellt bekommen (im speziellen ist es uns leider nicht gelungen ein Bärenfell aufzutreiben), könnten Sie hier provisorisch einspringen. Alles was sie zu tun hätten, wäre das soeben genannte Bärenfell zu doublen. Unsere scharfe Französen wird sich dann auf Ihnen wälzen und sich mit Honig einreiben, worauf sie wieder zum Leben erweckt werden und sich umgehend des Honigs (der sich zu diesem Zeitpunkt dann vollständig auf Geraldine's Körper verteilt befinden wird) wieder habhaft werden. Wie, bleibt Ihnen überlassen. Sollten Sie noch weitere Fragen zu unserem Vertragsangebot oder dem Fotoshooting haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Mit freundlichen Grüßen, Arnulf Schröder, Taltentscout Management - FHM Deutschland, www.fhm.de


Pippo der Plagiator

   Na bumm! Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken: Der eigentliche Autor des Kettenbrief-Massakers ist ein ganz ein anderer! Klingt unglaublich, ist aber so!

Von: pieppo@gmx.at
Datum: Mo, 08. März 2004 20:58
An: mahatma.bundy@gmx.at
Betreff: Richtigstellung

Liebe Freunde, Kollegen, Mail-Liebhaber, leider muss ich - obwohl ich mich ja durch­aus selber als pfiffiges Kerlchen bezeichnen würde - folgende Richtigstellung verfassen: Das wunderbare Kettenbriefmassaker ist leider ned von mir, sondern von einem Unbekannten aus den unendlichen Weiten des Internetzes. Wie wohl ich wünschen würde es wäre anders, ist es dennoch so. Bevor also jetzt im Minutentakt Verunglimpfungen, Beleidigungen und Verwünschungen auf mein Haupt nieder­prasseln: I sogs glei, I wors oba ned!! Bitte um Veröffentlichung, damit die lausigen Anwälte keine Kohle mit uns machen, ggg. Dennoch schließe ich mich inhaltlich völlig dem unbekannten Verfasser an, und verbleibe mit einem deutlichen: Der näxte ,der mir einen Kettenbrief sendet, wird handgewürgt. Beschämt neige ich mein Haupt zu Boden, zerknirscht bitte ich um Verzeihung, Pippo

   Das FHM wird sein Angbot aufgrund der nun vorliegenden Tatsachen sicher zurückziehen und die kleine Französin wird wohl doch mit einem echten Bärenfell vorlieb nehmen müssen. Nix da mit herumwälzen und Honig schlabbern. Somit ist der Gerechtigkeit eigentlich schon wieder genüge getan! Zur Strafe muss Herr Pippo entweder wahlweise eine Runde schmeißen, den Red Hot Chili Peppers eine Glatze rasieren oder der LL einen original selbst verfassten Artikel zu einem frei gewählten Thema zur Verfügung stellen. Die LL-Redaktion





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