Das manichäische Weltbild
Burt Viola, 27.6.2002
Das manichäische Weltbild - ein Abriss am Beispiel des 21. Juni
od. Fronk Eggelhoffer vs. DocLX

   Nun ist es schon wieder sechs Tage her, dass das Sommerfest des Jahres seine Pforten öffnete, und schon wieder fünf Tage, dass es sie wieder schloss. Der 21. Juni. Nach diesem Tag wird es nie wieder so sein wie vorher. Leute kamen, Leute gingen, es wurde gelacht, gegessen, ge­trunk­en, getanzt, (geweint?) die Toilette wurde benutzt (Frauen ebenso?), Freund­schaften begannen, Liebschaften endeten, Entscheidungen wurden getroffen, Ideen wurden verworfen. Nun stellt sich viel­leicht so mancher die Frage: Wo lagen die Anfänge dieses Festes? Der Ursprung, wo auf der ewig-unendlichen universalen Zeit­linie wurde der erste Strich gezogen? So muss ich sagen, dass das so einfach zu beantworten nicht ist.

   Am Morgen des 21. wachte ich früh auf. Die Hitze des frühen Morgens stand im Raum wie ein Sumo-Ringer in einem Aufzug. Ich zwängte mich daran vorbei um an den Fernseher zu gelangen, Brasilien gewann. Der Tag bekam sein erstes Plus. Daraufwurde sich auf den Weg gemacht. Es war 11:10 Uhr. Für 11:30 Uhr war der Treffpunkt, Reinlgasse 27, ausgemacht. 11:25 Uhr, erhielt ich, vor obiger Adresse ankommend, einen Anruf, M.M. (Marilyn Monroe, Marilyn Manson, Einem?) teilte mir mit, er sei gerade aufgestanden, und ich solle mich gefälligst in sein Domizil begeben. Natürlich, wie gern gehe ich bei drückender Scheiß-Hitze spazieren. 11:35 Uhr Ankunft Beckmann-Bau/Dachgeschoss. Die Mayerhofsche Residenz gleicht temparaturmäßig der Wärme in Alfons Haiders Arsch, und feuchtigkeitsmäßig, wie zwischen den Beinen einer Pornodarstellerin bei einer Orgienszene. Der Aufenthalt dauerte nicht lang. Der noch hässliche MM und ich – 11:45 Uhr – Pfarre Reinlgasse. Eine billig-reudige Pfarrersschaukel wird ausgeliehen (Diesel-Golf). Ankunft Merkur, irgendwo im 14. Zwei Einkaufswagen werden billig erstanden (2 Eipos). Grundsatz-Diskussionen werden geführt. Brauch´ ma, brauch´ma ned (Fernet, alkoholfreies, Stiegl, Ottakringer, Holzkohle ...) Schlussendlich wird sich für fast alles mit „PRO“ entschieden. So sieht dann auch die Rechnung aus. Hurraa, da freut sich das studentische Auge! Ich muss einen Brechreiz unterdrücken, Slaviza an der Kassa bedankt sich dafür. Weiter zum Hofer, diesem Scheiß-Laden. Dort wird billig Wurstware (die guadn Eitrigen), Zubehör (das grindige Ketchup von Lomé) und Mineral, dem Herrn Hofer abgekauft. Es ist kurz vor 14:00 Uhr, und MM möchte mit dem Wagen quer durch die Hofer-Arkaden fahren. Ich bin dagegen. Er wirkt etwas unrund, sein Körper und sein Geist wollen momentan nur das eine, die familiäre Kaffeepause. In der Pfarre werden uns, von einer dumm-dämlichen Kindergärtnerin, die Heurigenbänke und –tische verwährt. Da wir äußerst schlaue Köpfe, und außerdem nicht dumm sind, basteln wir auf die schnelle eine kommote Sitzecke. Die Pause wird uns überraschenderweise dann doch gegönnt, während wir Tische von Pfarrhof zu Pfarrhof schleppen, sucht uns ein interessant aussehender junger Mann auf, der Master of Insurances Ricardo El Brocko. Wir werden automobilär in den Beckmann-Bau gebracht. Kaffee wird getrunken, Lastwagen und Autos werden gemalt.

   Zurück auf 27. Das Aufstellen der Sitzmöglichkeiten steht zur Diskussion. Wir halten uns nach den bewährten Feng-shui Regeln. Die Sitzecke, parallel-rechts zum Sonnenuntergang ausgerichtet, drei Tische um das Blumenbeet gekränzt, einer parallel-links, der die verlängerte Linie des Einganges darstellte. Sechs Fackeln im Blumenbeet, gesteckt in eine gedachte Uhr, die die Geburtsstunden MM´s, meine eigene, Jesus´, Manitus, Buddhas und Richard Lugners darstellen. Der Scheinwerfer­spot, ein Sinnbild für die aufgehende Sonne und entstehendes Leben. Fertig.
   Die Leute kamen, das Fest lief. Wir (MM und ich) dürfen zufrieden sein. Wir verließen uns auf die Fronk Eggelhofferschen Theorien des Festl-Machens. Wir lasen seine Werke und studierten seine Arbeiten. Wir wurden nicht enttäuscht. Wir vertrauten auf die Mächte des Lichtes. Des Guten und Schönen. Auf die Cowboys mit den weißen Hüten. Die Leute gingen mit berauschtem Lächeln, mit Ständern in den Hosen und erregten Brustwarzen. Das Gute hatte wieder mal gesiegt. Alsdann, bv

PS: Ein Dank an alle die da waren, und trotzdem noch mit uns sprechen. PPS: Ein spezieller Dank den Mahatma Bundy Artworks! (eh scho wissen) PPPS: Flann O´Brien „Irischer Lebenslauf“ (wer´s wissen will) PPPPS: Gschissana DocLX, Grab dich ein und krepier mit deinen Scheiß-Festln!









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