Ein Ostermärchen od. Der Scheiß Weihnachtsmann
Burt Viola, 26.3.2002
  Es war in einer Zeit als die Tiere noch sprechen konnten, in einer Zeit als die Menschen sich noch gegenseitig dabei halfen ihre Rücken, mit Naturhaarbürsten aus Pferdehaaren, zu waschen, eine Zeit wo John Travolta noch reihenweise Mädls auf dem schmutzigen Boden von pein­lich­en Landdiscotheken flachlegte, als es noch ambitionierte Verkehrspolizisten gab, die mutig und einsatzbereit auf ihren Kreu­zung­en standen, und mit derartigen emo­tionalen, feenhaften und künstlerischen Armbewegungen die Autos sicher und pro­blemlos über ihr eigenes Stück Straßen­pflaster führte, dass sich dieser verdammte Karajan-Arsch ein Beispiel daran nehmen hätte können. Ich weiß noch dass mich jedes Mal, wenn ich eine Kreuzung mit meinem Wagen überquerte, orgiastische, endorphinbeladene Glücksgefühle heimsuchten. Und jedes Mal bedankte ich mich bei "meinem" Polizisten mit einem schelmischen Augenzwinkern. "Ja, ja, sind das nicht herrliche Zeiten?" Fragte mich mein Hund jedes Mal wenn wir Streifzüge über die endlosen Weiden und Wiesen meiner Heimatstadt unternahmen.

   Damals, es war zu Frühlingsbeginn, die Knospen strotzten nur so vor Prallheit und Unschuld, und auch die Pflanzen erwachten aus ihrem wohlverdienten Schlaf, war es wieder einmal am Osterhasen der Menschheit eine Freude zu bereiten, das Osterfest stand bevor und der Osterhase war mit den notwendigen Vorbereitungen beschäftigt. Er besorgte sich Hühnereier aus Bodenhaltung auf der Farm von Oma Duck, mischte hochtoxische Chemikalien und verbotene Farbkonzentrate zu fröhlichen, bunten Lebensmittelfarben und verhalf Millionen von "Schmunzelhasen", mittels illegalen Drogen zu ihrem Schmunzeln. Derart beschäftigt übersah der gute, alte Osterhase was sich zur gleichen Zeit in einer Hütte an der Beringsstraße ereignete. Dort saß der Weihnachtsmann. Fett, Rot und besoffen (und trotzdem nicht der Bürgermeister von Wien). Mit trübem Blick hing er, mit der rechten Hand eine Flasche heißen Eierlikör haltend, mit der anderen den Arsch eine Holz­schaukel­pferdes tätschelnd, mit perversem Grinsen, in einem Ohrensessel aus Rentierleder, und hörte sich an was sein Gesprächspartner zu sagen hatte. Dieser war so ein verfluchtes, gerade die WU absolviertes, reiches Elternhaus habendes, Lodenmantel tragendes, dekadentes, neureiches, herumwixendes Yuppie-Arschgesicht, dass sich einbildete den Weihnachtsmann neu erfinden zu können, nachdem das ja einige Leute selben Schlages Jahre zuvor, ja tatsächlich taten. Arschgesicht also, hatte die absolut brilliante Idee, dieses versoffene Wrack von bleichem, gelbem Fettfleisch, auch während der Osterzeit geldbringend einzusetzen. Der Anzug wird statt Samtrot Grasgrün, vor den Schlitten werden Feldhasen gespannt und der Bart wird sportlichmodern zu einem "Beda" gestutzt. Da natürlich der durch und durch brustalkoholisierte (sprich: tuttelfette), Weihnachtsmann natürlich nichts von alldem verstand was ihm da, mittels Flipchart und Powerpoint-Präsentation, erklärt wurde, er aber die Worte "mehr Geld" doch noch verstand, willigte er ein, und kotze vor Freude in ein "Barbie-Traumhaus".

   Da es nun aber die Zeit war als die Tiere, wie bereits erwähnt, noch sprechen konnten, erfuhr der Osterhase doch noch, mit Hilfe eines Raben der zufällig seinen Schwager besuchte, und der ihm von jemandem berichtete der jemand kannte, der wen kennt, der wen kennt, dem seine Schwester ihr Ehemann eine Brandweinstube an der Beringsstraße führte, von diesem Plan. Da nun der Osterhase sizilianischer Abstammung war, gab es für ihn nur eine Lösung für dieses Problem: VENDETTA!! Blutige Rache. Der Osterhase, ein Hase schneller, aber guter, Entscheidungen, handelte sofort. Er übergab seine Arbeit, seinem ersten Vorarbeiter (Gewerk­schafts­mitglied seit 25 Jahren, 3 Kinder) und begab sich zum Nordpol/ Ecke Beringsstraße, ausgestattet mit einer Desert Eagle .50AE 6 (Titanium-Gold-Lackierung und Copkiller-Vollmantelgeschosse), einem Bowie-Messer (Titaniumstahllegierung, 30 cm, Nussholzgriff) einem handelsüblichen Gartenschlauch, (25m, dunkelgrün, "Hornbach") und einem einfachen Wasserhahn (Gusseisen, "Hornbach"). So betrat er das Haus des Weihnachtsmannes. Arschgesicht, der gerade damit beschäftigt war sein abgestürztes Laptop wieder in Gang zu bringen, wurde mit Desinteresse und einem gezieltem Schuss ins Gesicht, für immer in die absolute Bedeutungslosigkeit verdammt. Der Weihnachts­mann, mittlerweile lediglich mit einer Unterhose ("Jokey", schwarz, mit Eingriff, "C&A"), auf einem Eisbärfell liegend, war aufgrund seines Alkoholpegels bzw. seiner Fettleibigkeit zwar nicht in der Lage, sich zu bewegen, jedoch soweit bei Sinnen seinen eigenen Tod noch miterleben zu können. Der Osterhase nahm das Bowie-Messer und stach damit gerade so tief in des Weihnachtsmanns Bauch, dass sich der Schnitt lediglich durch die Fettschicht bohrte. Er nahm den Gartenschlauch, schloss den Wasserhahn an, steckte diesen in die Wunde und begann das ganze Haus mit dem abgesaugtem Fett des Weihnachtsmannes zu bespritzen.
   Anschließend zündete der Osterhase, mittels eines Feuerzeuges (Bic, Billa, rot) das Haus an, und als sich das Feuer sich anständig an dem Fett entzündet hatte, übergoss der Osterhase das Haus mit Wasser. Wer schon einmal gesehen hat wie brennendes Fett mit Wasser reagiert, kann sich vielleicht vorstellen, wie es dem Weihnachts­mann ging, als er in seinem eigenen Fett explosionsartig verbrannte. Ja, ja das war damals als die Tiere noch sprechen konnten.
   Was ich mit dieser kleinen Geschichte sagen will ist folgendes: 1. Liebe Kinder, den Weihnachtsmann gibt es nicht, er ist TOT! 2. Lang lebe der Osterhase!3. Johann K. zur EM 2004! Alsdann, "Servus, Pfiat Gott und Auf Wiederschaun, (...) ganz bestimmt, ganz bestimmt, ganz bestimmt das nächste Mal!" bv








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