True Love, true Love
Burt Viola, 24.3.2003
True Love, true Love od. Das volle Maß des Lebens auskosten

   Am 24. Dezember 1987 war es endlich so weit, meine Familie und ich traten ins VHS-Videozeitalter ein. Uns wurde, vom vielgepriesenen Christkind, ein Video­re­korder geschenkt. JA!, wie erfreut war ich da, ihr damals 8-jähriger Autor, meine unschuldigen Kinderaugen glänzten, mei­ne zitternden Fingerchen betasteten ner­vös die, noch in Plastik verpackte, Fern­be­die­nung; gezählte 20 Knöpfe. Dazu gab es eine Kaufkassette als Geschenk. „Big Mac“, ein spitzenmäßiger Motorrad-Aben­teuer-Film mit Thomas Gottschalk (!!). Das war der Beginn einer wunder­baren Freundschaft zwischen mir und der Videorekorder-Filmindustrie, die bis heute Bestand hat.
   Die erste Kassette wurde schon einen Tag später bespielt (Agfa, E-240). Am Christtag wurde „Ben Hur“ aufgenommen (205 Minuten), anschließend eine „Tom & Jerry“ Folge (30 min.).Sie existiert bis heute. Das war wohl die einzige Kassette die mein Vater je beschriftete. Es ist auch die einzige Kassette worauf das Auf­nahme­datum zu finden ist. Ab hier übernahmen mein Bruder und ich das Ruder. Obwohl meine Eltern auch noch weiterhin Aufnahmetipps abgaben, die natürlich von uns befolgt wurden, als gute Söhne die wir nun mal waren. Rückblickend bin ich natürlich sehr froh darüber, denn nun, da ich sämtliche in der langen Zeit angesammelten Videokassetten, mein Eigen nenne, habe ich das große Glück über Filmperlen wie, die „Sissi-Triology“, Peter Alexander Filme, Heimatfilme („Mariandl“, „Hofrat Geiger“ (Mutti), div. Hans Moser Filme („Ober zahlen“, Hallo, Dienstmann“ (Vati), Monu­mental­filme („Ben Hur“, „Barabas“ (Vati), aber auch div. ORF-Produktionen („Hoppala“ Folgen mit Peter Rapp, alte „Peter-Alexander-Shows“, div. Kabarett-Mitschnitte, „Tohuwabohu“, „Seinerzeit“, „Wer lacht gewinnt“) usw. usf. zu verfügen.
   Die Zeit verging und die Kassettenanzahl wuchs. Es wurde Zeit Ordnung in die Sache zu bringen. Dies war die Geburtsstunde „meiner Liste“. Die Kassetten wurden numeriert, und aufgelistet. Da dies nicht in chronologischer Reihenfolge geschah, bekam nicht „Ben Hur“ die Nummer Eins, sondern „Cleopatra & Asterix“ und „Der rasende Gockel“.

   Mittlerweile bin ich nach letzter Überarbeitung, bei Nr. 250 angelangt, bzw. gut 600 Filmen. Und darunter befindet sich alles was sich (m)ein Filmherz wünschen kann. Das Spektrum reicht von Komödien (Jerry Lewis, Louis de Funes, Celentano, Mel Brooks, Adam Sandler, Spencer-Hill, Gottschalk-Krüger, Chevy Chase, Mini Bydlinski, Belushi, Murray, Aykroyd, Jim Carry, Billy Crystal, Ben Stiller ...) über Action (Phantom Kommando, Lethal Weapon, Tarantino-Flicks, Mission:Impossible 1,2, Convoy, Beverly Hills Cop, 1 – 3, Walter Hill-Filme, Top Gun, Die Hard 1–3 ...) bis zu Klassikern, von den Anfängen bis Heute (Metropolis, Ben Hur, Der 3. Mann, Citizen Kane, Planet der Affen, French Connection 1, 2, Bullitt, Die Brücke am Kwai, Der Pate, Apocalypse Now, Die Dollar-Triology, Leon-Der Profi, Pulp Fiction).
   Es gibt so viel zu sehen und so wenig Zeit. Viele Unwissende da draußen, sehen oftmals nicht einmal ansatzweise, die unheimliche Tiefe aus der man aus dem derzeitigen Filmangebot, schöpfen kann.. Weiters bin ich der Meinung, viel mehr der Überzeugung, dass sowohl „Hilfe, die Amis kommen“ (Nr. 166) als auch „Dead Man Walking“, (Nr. 238) oder „American Beauty“, sehenswerte Filme sind, da sowohl Blödheit als auch Kunst, Moral und Ernsthaftigkeit unser aller Leben bestimmt. Die eine („blöd-amerikanische, trashige, Spaß-Pop-Kultur“) Seite abwertend vom Tisch zu wischen und als irrelevant abzutun, und sich nur den schönen Künsten, dem europäischen Film, blabla hinzugeben, ist mir persönlich zu einseitig. Die Welt ist nun mal aus vielen Blickwinkel zu sehen, und diese sind Real und somit zu akzeptieren. Auch Trash ist die Welt. Dj Ötzi, The Osbornes, Casting-Shows, Jackass, Chevy Case. Die intellektuellen Klugscheißer die all dies verdrängen, verdrängen damit ebenso einen großen Teil der Gesellschaft. Und nur weil es dem persönlichen Intellekt, Geschmack nicht entspricht, damit gleichzeitig Teile der Gesellschaft und der heutigen Kultur, in den persönlichen toten Winkel zu stellen, ist eine einfache Methode, sich die Welt so zu zeichnen wie man sie selbst gerne hätte. Spühts ned, Burschen!
   Das ist der Grund der Nr. 250 und der vielen Nachfolgen die noch kommen werden. Aus all diesen gut 600 Filmen und Serien läßt sich immer etwas über den Homo sapiens sapiens, und die Gesellschaft in der er lebt, lernen. Dies ist kein Aufruf dazu sich seine Bildung aus Film/TV zu holen, doch da diese einen Teil des Lebens ausmachen, wird es sicher auch nicht schaden, jemals „Ghostbusters“ oder „Taxi Driver“ gesehen zu haben. There´s a little bit of Trash in all of us. Let it live! bv

PS: GEWINNSPIEL: Wer geratenerweise meiner Sammlung von Spencer/Hill,
in Titeln, am nähersten kommt, kann eine, von mir persönlich signierte,
Videoliste (10 Seiten) gewinnen!!
PPS: Mögliche Veröffentlichung dieser Liste in Vorbereitung
PPPS: *Bing Crosby „Die oberen Zehntausend“






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