Verschwörungstheorien III
W-Bär, 26.1.2004
   Paul McCartney ist tot. Und das bereits seit 1966. Der Mann dem wir diese garstigen, furchteinflößenden Komposi­tionen der letzten 30 Jahre zu verdanken haben heißt eigentlich William Campbell und ist der Gewinner eines Paul McCart­ney Look-Alike Wettbewerbes aus dem Jahr 1967. Und das lässt sich natürlich auch alles beweisen: mit Plattencovers, Lyrics und – natürlich – mit verkehrt abge­spielten Textpassagen.

Wie alles begann

   Im Herbst 1969 verbreitete sich das Gerücht, Paul McCartney sei 1966 bei einem Autounfall ums Leben gekommen und 1967 durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Begonnen hat alles per Telefon: Russ Gibb, Moderator der Radiostation WKNR-FM in Detroit, Michigan, erhielt am 12. Oktober während einer Live-Sendung einen Anruf - ein gewisser Tom (dessen wahre Identität nie festgestellt werden konnte) erzählte von seiner Befürchtung, Paul McCartney sei gestorben. Tom forderte Gibb auf, das White Album aufzulegen und den Song Revolution #9 rückwärts abzuspielen. Fatales (besser: letales) Ergebnis: "Turn me on, dead man".
   Kurz darauf kam ein dahergelaufener Zuhörer der Radiosendung unangemeldet in den Aufnahmeraum und behauptete unverfroren er hätte den tatsächlichen Beweis für McCartneys Ableben. Der unerschrockene Radiomoderator konnte der Versuchung nicht widerstehen, spielte "Strawberry Fields Forever" rückwärts ab und legte somit nichtsahnend den Grundstein zum McCartney-is-dead-Hype der ausklingenden 60er, indem er die Worte "I buried McCartney" durch den rostigen Äther jagte.
   Jetzt ging's dann aber erst so richtig los! "Is Paul McCartney Dead?"- Clubs, Artikel in Zeitschriften wie dem "Rolling Stone", eine Cover-Story im "Life"- Magazin und Statements anderer berühmter Zeitgenossen wie etwa dem schnellsten Gitarristen aller Zeiten (Sarkasmus-Einschub Ende) Eric Clapten, der ebenfalls davon überzeugt war, dass hier etwas nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Wie auch immer: das Abbey-Road-Album, erschien im Oktober 1969 als letztes reguläres Album der Beatles und wurde über 5 Millionen Mal verkauft. Nicht zuletzt wegen der Hysterie um den angeblich toten Paul. Der finale Song auf dem Album: „The End“. Danach trennten sie sich.
   Übrigens: Paul McCartney hatte eine kleine Narbe über der Lippe ... 1967 trug er plötzlich eine schmückende Rotzbrems’n ...

Hinweis #1

   Das Cover des Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band Albums erinnert nicht von ungefähr an eine Begräbnis-Szene. Über McCartneys Birne sieht man eindeutig eine Hand, die ihn, wie es scheint, gerade segnet. Rund um die Beatles versammelt sich eine illustre Schar an bereits verstorbenen Kapa-zundern. Und alle schauen in ein offenes Grab. Besonders auffälig ist dann noch, dass alle Beatles ein Musik­instriument in der Hand halten – alle bis auf Paul McCartney. Die Blumen auf dem Grab bilden das Wort Beatles und eine Gitarre für Linkshänder, auf der drei Drumsticks liegen. Ein Hinweis dafür, dass nur mehr drei übrig sind? Wenn man den Schriftzug auf der Trommel spiegelt, ergibt sich folgende Formel: "1 ONE 1 X HE | DIE". 1+1+1 = 3 übrige Beatles. Das X steht für den toten Mc Cartney. Zwischen den Worten HE und DIE weist ein Pfeil auf McCartney.
   Rechts sitzt eine (blut)befleckte Puppe, auf ihrem Schoß findet sich ein kleines Modellauto (McCartneys Unfall-Auto). Auf der Rückseite des Albums ist McCartney übrigens der einzige, der nicht in die Kamera schaut. Auf der Innenseite findet sich ein Bild von Mc Cartney, auf dessen linkem Arm die Buchstaben "O.P.D." stehen. Was in Kanada soviel bedeutet wie: "Officialy pronounced dead."
   Lyrics: Im Song "Good Morning, Good Morning" singt Lennon: "Nothing to do to save his life... ." Bei A Day In The Life heißt es erst: "He blew his mind out in a car." Später im Text: "McCartney's found heaven." Und im Titelsong geht es um einen mysteriösen Billy Shears (" ...so let me introduce to you the one and only Billy Shears and Sgt. Pepper's Lonely  Heart's Club Band...."). Billy ist übrigens ein Kosename für William... (remember... William Campbell?).

Hinweis #2

   Beim Album Magical Mystery Tour finden sich Schwiegermamas Lieblinge in weißen Anzügen wieder. Bis auf McCartney, der als schwarzes Walross sein Unwesen treibt. Und das Walross ist ein skandinavisches Symbol für den Tod. Das weiß doch ein Jeder. Das dem Album beigelegte Booklet bietet ebenfalls eine Fülle an Hinweisen: McCartney mit einem Schild vor sich, auf dem "I WAS" steht; McCartney, mit einem Modellauto spielend; McCartney, der als einziger eine schwarze Blume trägt. Alle anderen tragen rote Blumen.
   Lyrics: "The Fool On The Hill": "Day after day, alone on a hill, the man with the foolisch grin is perfectly still..." Und, noch eindeutiger, in "I Am The Walrus": "Bury me, bury me, Bury my body ..." Und am eindeutigsten - allerdings muss der Song rückwärts abgespielt werden: "Ha ha, McCartney is dead". Außerdem, ebenfalls verkehrt rum: "I buried McCartney" in "Strawberry Fields Forever".

Hinweis #3

   Das White Album ist weiß - und weiß ist in einigen fernöstlichen Kulturen (mit denen sich die Beatles beschäftigt haben) - ein Zeichen für Trauer.
   Lyrics: In "Glass Onion": "To see how the other half live, looking through a glass onion..." (Glass Onion ist ein Synonym für einen Sarg mit Glasfenster). Außerdem findet sich ein eindeutiges Statement beim Rückwärts-Abspielen von "I'm So Tired". Und wer sich Revolution #9 rückwärts antut, bekommt das volle akustische Unfallszenario inkl. Crash und McCartney's Hilferufe ("Get me out! Get me out!"), und "turn me on dead man...".

Hinweis #4

   Das berühmte Abbey Road-Album: Der Linkshänder McCartney hält auf dem Foto die Zigarette in der rechten Hand. Und überhaupt hat sich lt. selbst-ernannten Beatles-Kennern seit 1966, also seit dem Album "Revolver", der Stilder Bassgitarre stark verändert. Am Straßenrand parkt ein VW, Kennzeichen: 28 IF. Verschwörungs­theoretiker deuten dies so: Zur Zeit der Veröffentlichung des Albums wäre McCartney 28 gewesen, wenn ("IF") er noch gelebt hätte. Außerdem ist auf der Rückseite des Albums der Schriftzug Beatles auseinandergebrochen.
   Lyrics: "Come Together": "He says one and one and one is three. Got to be good looking cause he's so hard to see... he got hair down below his knees ..."

Hinweis #5

   Wie schon beim Sgt. Pepper's Album erscheint auch auf dem Cover von Yellow Submarine über McCartney's Kopf die offene Hand. Auch im Film finden sich Hinweise, einen davon liefert John Lennon. Er singt: "yes, he's dead..." - und im selben Moment ändert sich das eingeblendete Wort "know" in "now".
   Lyrics: "Only A Northern Song": "when you're listening late at night you may think the band is not quite right (...) you may think the band's a little dark and out of key, you're correct, there's nobody there..." (nämlich am Bass). Direkter noch in Hey Bulldog: "you think you know me but you haven't got a clue..." Und definitiv in "All You Need Is Love": "yes, he's dead... (...) we loved you yeah, yeah, yeah..."

Hinweis #6

   Das Revolver-Album. Der Name McKenzie in Eleanor Rigby soll ein Synonym für McCartney sein. "Father McKenzie (...) was buried..." " ...wiping the dirt from his hands as he walks from the grave ..." Dr. Robert: "You're a new and better man ..." (gerichtet an William Campbell?) Oder in "She Said She Said": "she said i know what it's like to be dead..."
   Und wer jetzt immer noch nicht davon überzeugt ist, dass dieser schleimfabrizierende, gehörgangverstopfende Engländer gar nicht der echte Mc Cartney ist, und die restlichen drei Beatles einen gar nicht einmal so untrockenen Humor hatten, der kann sich ja gleich die angeführten Audio-Files reinziehen und sich eines besseren belehren lassen! W-Bär





Links:
Paul is dead
Wikipedia
Audio Samples

Buchtipp:
"Turn Me On, Dead Man"
--Reeve, USA 1994

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