Vorsicht, Frau spricht!
Frau K, 1.06.2004
   Wer die Autorin dieser Zeilen kennt, wird schon festgestellt haben, dass mich das Thema Frauen und Männer nicht loslässt. Und da der aktive Teil dieser kleinen aber leiwanden Internetgemeinde doch sehr männerdominiert ist, drängt es mich, auch einmal meine Stimme zu erheben. Mann möge mir also vergeben, wenn's für ihn mal weniger interessant ist. Es ist gut möglich, dass sich Frauen von meinen Gedankenverrenkungen mehr angesprochen fühlen. Das ist auch durch­aus beabsichtigt. Ich bin eine!
   Unlängst hab ich mich mit einer alten Freundin getroffen, mit der ich mich schon seit langem nicht mehr über wirklich Persönliches unterhalten hatte. Und witziger Weise beschäftigen wir uns zur Zeit mit sehr ähnlichen Themen. Wir haben also Literaturtipps und Internetadressen ausgetauscht, und zwei Tage später sitze ich schon vor der Homepage der österreichischen Hebammenvereinigung. (Übrigens sehr interessant: hebammen.at) Grundsätzlich bin ich ja sehr skeptisch gegen Theorien, die unser Leben auf bloße Biochemie reduzieren wollen, aber in letzter Zeit kann ich mir nicht helfen. Es scheint so, als würde frau mit Mitte 20 – und ich fühle mich da nicht alleine - mit einem mal ganz laut ihre Gebärmutter schreien hören. Mit so einfachen Erklärungen wie Hormonen und der biologischen Uhr geb' ich mich aber nicht zufrieden, wär' ja auch noch ein wenig früh, oder?! Ich bringe das ganze mittlerweile mit etwas ganz anderem in Verbindung, nämlich mit Verhütung, und das hat weitreichendere Auswirkungen, als man auf den ersten Blick annehmen möchte. Eigentlich will ich jetzt gar nicht anfangen, mich auf das Thema an sich genauer einzulassen. (Das mach ich vielleicht ein anderes mal.) Wer sich schon einmal damit auseinander gesetzt hat weiß, dass sich unterm Strich eine simple Feststellung treffen lässt. Es gibt hormonelle Verhütungsmittel und ansonsten keine vergleichbaren Alternativen. Und welche Entscheidung frau im Endeffekt für sich selbst auch immer trifft, es tauchen beim Grübeln interessante Gedanken auf, und der eigene Bauch erhebt seine Stimme. Da kann's schon passieren, dass es plötzlich nicht mehr nur darum geht, einen anwendungsfreundlichen nebenwirkungsfreien Weg zu finden, nicht schwanger zu werden, sondern dass die eigene Gebärmutter gar nicht mehr aufhören will, zu plaudern. Sie schlägt vor, dass frau sich Zeit für sich nimmt, sich gesund ernährt, sich von der Vorstellung verabschiedet in Kleidung „hineinpassen“ zu müssen, sich's einfach gut gehen lässt. Und wenn sich dieses Zwiegespräch immer mehr zu einer Freundschaft entwickelt, wächst auch das Vertrauen, frau wird zur Expertin für den eigenen Bauch, und was irgendwelche Gynäkologen sagen, wird immer nebensächlicher. Schwups, und ehe frau sich's versieht, ist er da, der Gedanke! „Eigentlich ist das ja eine mächtige Fähigkeit, dass in meinem Bauch ein Mensch wachsen kann.“ Und die Möglichkeit, schwanger zu werden, ist nicht mehr so etwas wie eine ansteckende, tödliche Krankheit, die leider eine gefährliche Begleiterscheinung von Sex ist, sondern der Gedanke daran löst ein wohliges warmes Kribbeln im Bauch aus und zaubert ein Lächeln auf die Lippen, weil frau mit Stolz erfüllt ist und nicht mit Angst.
   Tja, so oder so ähnlich kann's passieren, und wahrscheinlich auch ganz anders. Auf jeden Fall lösen Babyfotos plötzlich verzücktes Glücksgeseufze aus, flauschige Stofftiere in Spielzeuggeschäften werden zu Tode geknuddelt, und in der Babyabteilung im H&M bleibt einer sowieso nur noch die Flucht. Wie's frau auch dreht und wendet, das Thema übt eine magische Anziehungskraft aus. Frau K








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