W-Bär's wohlfeiles Weihnachts-Wiki
W-Bär, 12.12.2008
   Um dem alljährlichen, medialen Weih­nachts­wahnsinn heuer einmal ein or­dent­liches Haxl zu stellen, wollen wir euch auf diesem Wege mit ein paar ausgesuchten Geschmeidigkeiten die weihnachtlichen Wadeln ordentlich 4e-richten und euch gleich auch noch ein durchwachsenes Be­rie­selungsprogramm für den 24.12. prä­sentieren. Quasi eine LL - genehmigte Xmas - Extravaganza, abseits des hin­trü­ben Mainstreams. Frei nach dem Motto: kommode Weihnachtsstimmung, ohne dass einem die Grausbirn aufgeht.

(Schnee)flockig rockendes

   Der 24.12. sollte mit einem anständigen Rock-N-Roll-Hadern in Angriff genommen werden. Was nicht allzuschwierig sein dürfte, denn den offiziellen weih nachtlichen Soundtrack knallt uns heuer STONE SOUR-Frontlaberl und SLIP­KNOT-Schreihals COREY TAYLOR vor den Latz. Während sich seine Kollegen von BUCK­CHERRY der erzkonservativen Radiotauglichkeit verschrieben haben, und damit eher lange Eier als Frohsinn bereiten, geht's der gute COREY ein wenig ver­querer an. Auszug gefällig? „Just the smell of Eggnog makes me vomit, and those colored lights are fucking infantile …" Steht wohl nicht so auf Eierlikör und Lichterketterl, der Gute: X-M@s!
   Einen Deut sanfter, aber detto augenzwinkernd kommt BILLY IDOL's „Yellin' at the Xmastree" daher (vom famosen Album „Devil's Playground"): „Santa's balls are jingling, Mommy's hips a-wiggling, but Daddy, he don't hear 'em, 'Cause he's yellin at the Christmas tree." Und das hat auch einen Grund: Daddy ist nämlich hackedicht. Wie jedes Jahr zu Weihnachten. So stellt man sich rockstargerechte Weihnachten zu Hause bei Familie IDOLS vor. (Und ja, BILLY IDOL hat 2007 eine Platte mit dem Titel „Happy Holidays" rausgebracht. Wissen wir. Das geht dann aber sogar uns ein bisl zu weit ...)
   Für gestandene Hairspray-Rock-Connaisseure empfiehlt sich der Koch Rec. Sampler „We wish you a hairy Christmas" von und mit WARRANT, GILBY CLARKE, DANGER DANGER, L.A. GUNS u.a. Ist aber nix für schwache Nerven. Ebenfalls fulminant retro: „Heavy Metal Christmas" (vom Album „A twisted Christmas") von und mit TWISTED SISTER.
   Weitere Anspieltipps: LIT's flockig-rockendes „Father Christmas" (im Original übrigens ein waschechter THE KINKS-Schunkler), 3 FEET SMALLER's „Last Christmas", die recht eigenwillige Compilation „Alternative 2 Xmas: Santa Claus is an Asshole" samt Beiträgen von so LL-Favorites wie NEW FOUND GLORY, SUGARCULT, BLINK 182 u.a. (und da wir das Christkind immer schon viel lieber hatten ... eben!) und BOWLING FOR SOUP's „Merry flippin' Christmas" mit so Gassenhauern wie „Feliz Navidad" und „Frosty the Snowman", serviert in BOWLING FOR SOUP'scher Spaßpunk-Manier.

Intermission

   So. Nach dem vielen Gerocke wollen jetzt aber das headgebangte Genick und die dezent-derrischen Ohrwaschl ein wenig zur Ruhe kommen. Ab in die Küche und schnell ein Vierterl Inländerrum in den vor sich hinziehenden Vanillekipferlteig gemengt. Noch g'schwind ein kleines Punscherl gekippt und ab auf die Couch vor den Fernseher.

Weihnachts-Kino

   Stichwort „Treevenge". Für die Unge­dul­di­ger­en unter euch. Schlanke 16 Minuten lang, nicht minder kurzweilig und der perfekte Opener für den folgenden Weih­nachts­film­marathon. Der ausgewachsene Zwergenflick handelt von garstigen Christ­bäumen, die es endgültig Dicke haben und Amok laufen. Stille Nacht, heilige Nacht: Römpömpömpöm!
   Detto kurz und gut: WILL FERRELL vs. HUGH JACKMAN in Saturday Night Live's „Christmas Kangaroo". Klassiker! Apropos WILL FERRELL: Bei Funny or Die treiben FERRELL und JOHN C. REILLY seit kurzem als DAVID BOWIE und BING CROSBY ihr Unwesen: Funny or Die! Als ob das Original nicht schon schräg genug wär: YouTube!
   Wer sich am 24. nicht unbedingt „Tschitty Tschitty Bäng Bäng" zum 18. Mal geben will (und dem „Chitty Chitty Gang Bang" dann aber vielleicht gar eine Spur zu dreist daherkommt), könnte frohgemutes zu der bitterbösen und gleichzeitig aber auch herzerwärmenden Weihnachtssatire „Bad Santa" mit dem großartigen BILLY BOB THORNTON (als allerweil gran­teln­der, komasaufender Niko­laus) greifen. Ähnlich päda­go­gisch wertvoll und detto sau­komisch: Jon Favreau's „Elf" mit WILL FERRELL, Consigliere JAMES CAAN & Augenschmaus ZOOEY DESCHANEL.
   Zu platt? Nun, dem kann abgeholfen werden. All jenen unter euch, die's lieber ernst haben und mit Vorliebe filmischen Ausdünstungen mit künstlerischem Anspruch und gesellschaftskritischem Subtext frönen, sei HULK HOGAN's Endzeit-Parabel „Santa Claus mit Muckis" aus dem Jahr 1996 ans Herz gelegt. Dramaturgie und Schauspielkunst vom Feinsten. Da tränt das Auge. Aber nicht unbedingt aufgrund der sentimentalen Weihnachtsstimmung ...
   Dass die schnöden 90er-Jahre über­haupt DAS Jahrzehnt des Weihnachts­films schlechthin waren, beweist auch „Jack Frost" (1997) mit der einzigartigen SHANNON ELISABETH und der vermutlich schaurigsten Badezimmer­szene seit „Psycho".
   Apropos schaurig. Bei der Gelegenheit könnte man sich auch gleich noch einmal den ersten „Gremlins" (1984) reinziehen. Was gibt's süßeres als weihnachts­keks­knab­bern­de kleine Pelzknäuel, die quietschend vom Christbaum runter­hängen und die baffe Keksköchin mit dem Küchenmesser tranchieren?
   Auch nicht schlecht: "Die Glücksritter" (1983) mit DAN AYKROYD und EDDIE MURPHY, die im vorweihnachtlich-philadelphischen Schneegemenge ungefragt die Rollen tauschen und dabei allerlei Schabernack der alten Dukes ertragen müssen. Ein schief sitzender Weihnachtspelz und eine nackade JAMIE LEE CURTIS inklusive.
   Vielleicht nicht ganz so besinnlich, aber trotzdem durch und durch weihnachtlich: JACK NICHOLSON als durchgeknallter Oberpsycho in "The Shining". Und schon steht das Christkind (samt Hackebeil) vor der Tür.
   Grandios trashig: RENNY HARLIN's „Tödliche Weihnachten" (1996) mit GEENA DAVIS als vergessliche Killerin und SAMUEL L. JACKSON in der schärfsten Film - Panier aller Zeiten.

Finale

   Zu welchen frommen ohren- und augenschmausenden Gustostückerl man am Weihnachtsabend auch immer greifen mag - ausklingen lassen sollte man das mediale Weihnachtspotpourrie unbedingt mit der Mutter aller Weihnachtsfilme: „Die Hard" aka „Stirb langsam". „Ich habe gar nicht gewusst, dass sie in Japan auch Weihnachten feiern." - „Pearl Harbor hat nicht funktioniert, jetzt bombardieren wir sie mit Videorecordern. Wir sind flexibel." Wir nicht. „Die Hard" ist nämlich Pflicht. Je nachdem wieviele Weihnachtsböcke bis dahin vergenusszwergelt wurden, ist ja vielleicht sogar auch noch Teil 2 drin. Oisdaun, Frohe Weihnachten! W-Bär








Links:

• Corey Taylor: X-m@s
• Billy Idol: Yellin' at the Xmastree
• Lit: Father Christmas
• 3 Feet Smaller: Last Christmas
• VA: We wish you a hairy Xmas
• Twisted Sister: Twisted Xmas
• VA: Santa Claus is an Asshole
• B4S: Merry flippin Christmas
• SNL: Christmas Kangaroo
• Ferrell & Reily: Drummer Boy
Treevenge (2008)
Bad Santa (2003)
Elf (2003)
Jack Frost (1997)
Santa Claus mit Muckis (1996)
Tödliche Weihnachten (1996)
Gremlins (1994)
Die Glücksritter (1983)
The Shining (1983)
Stirb langsam (1988)
Stirb langsam 2 (1990)


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